Erhaltungssatz und Tagtraum: Unterschied zwischen den Seiten

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Ein '''Erhaltungssatz''' besagt in der [[Physik]], dass sich der [[Wert (Physik)|Wert]] einer bestimmten [[Physikalische Größe|physikalischen Größe]], die '''Erhaltungsgröße''', während eines ''physikalischen'' [[Prozess]]es nicht ändert. Am bekanntesten ist der [[Energieerhaltungssatz]], der erstmals [[Wikipedia:1842|1842]] von dem [[Deutschland|deutschen]] Arzt [[Julius Robert von Mayer]] (1814-1878) formuliert wurde, nachdem er [[Empirie|empirisch]] festgestellt hatte, dass die [[Kinetische Energie|mechanische Bewegungsenergie]] bei vollständiger Umwandlung in [[Wärme]] stets die gleiche Wärmemenge ergibt und damit das sog. [[Wärmeäquivalent|mechanische Wärmeäquivalent]] quantitativ bestimmt hatte. Endgültig ausformuliert wurde der Energieerhaltungssatz von [[Hermann von Helmholtz]], der am 23. Juli 1847 in Berlin über die ''„Konstanz der Kraft“'' berichtete<ref>[http://www.potsdam-wiki.de/index.php/Hermann_von_Helmholtz Potsdam-Wiki: Hermann von Helmholtz], abgefragt am 28. April 2015</ref>.
#WEITERLEITUNG [[Traum]]
Weitere allgemeine Erhaltungssätze wurden für [[Impuls (Physik)|Impuls]], [[Drehimpuls]], [[elektrische Ladung]], [[Wikipedia:Baryonenzahl|Baryonenzahl]] und [[Wikipedia:Leptonenzahl|Leptonenzahl]] aufgestellt.
 
== Noether-Theorem ==
[[Datei:Noether.jpg|mini|[[Emmy Noether]] (1882-1935)]]
 
Theoretisch lassen sich die Erhaltungssätze der Physik, durch das [[1918]] von der deutschen Mathematikerin [[Emmy Noether]] (1882-1935) aufgestellte [[Wikipedia:Noether-Theorem|Noether-Theorem]] begründen, wonach zu jeder kontinuierlichen [[Symmetrie]] eines physikalischen Systems eine Erhaltungsgröße gehört<ref>E. Noether: ''Invarianten beliebiger Differentialausdrücke.'' In: ''Gött. Nachr.'' 1918, S. 37–44 [http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PID=GDZPPN002504979]</ref><ref>E. Noether: ''[[s:Invariante Variationsprobleme|Invariante Variationsprobleme]].'' In: ''Gött. Nachr.'' 1918, S. 235–257 [http://www.digizeitschriften.de/dms/img/?PID=GDZPPN00250510X]</ref>. So folgt etwa der Energieerhaltungssatz aus der [[zeit]]lichen Symmetrie physikalischer Prozesse, der [[Impulserhaltungssatz]] aus der [[Raum|räumlichen]] Symmetrie und der [[Drehimpulserhaltungssatz]] aus der [[Isotropie]] (Richtungsunabhängikeit) des Raumes und der daraus resultierenden [[Rotationsinvarianz]].
 
== Rudolf Steiner über die Fehlinterpretation des Energieerhaltungssatzes ==
 
[[Rudolf Steiner]] hat wiederholt vor einer Fehlinterpretation des Energieerhaltungssatzes gewarnt, ''wonach Energie weder erzeugt noch vernichtet werden könne''. Erhalten bliebe sehr wohl die ''Maßzahl'', also der [[Wert (Physik)|Wert]] der Energie, nicht aber ihre konkrete wesenhafte [[Qualität|qualitative]] Erscheinungsform. Durch die Tätigkeit des [[Geist]]es, beginnend mit dem [[Reines Denken|reinen Denken]], wird beständig Energie und auch [[Materie]] vollständig vernichtet - und in ''gleichem Maß'' schöpferisch neu erzeugt. Nur so ist auch die [[Freiheit]] des [[Mensch]]en denkbar.
 
{{GZ|Im 19. Jahrhundert ist im wesentlichen erst
eine Vorstellung entstanden, welche heute die ganze Wissenschaft
beherrscht, und die, wenn sie im stärkern Grade noch als gegenwärtig
schon herrschen wird, niemals gesunde Vorstellungen über das
geistige Leben wird Platz greifen lassen. Zu den Vorstellungen, die
heute über die Grundprinzipien von Physik und Chemie verbreitet
sind, gehört die Grundvorstellung von der Erhaltung der Kraft, von
der Erhaltung der Energie, wie sie heute vertreten wird. Sie können
heute überall nachforschen und werden hören, daß gesagt wird,
Kräfte verwandeln sich nur. Die vorgebrachten Beispiele sind natürlich
im einzelnen überall berechtigt. Wenn ich mit der Hand über den
Tisch streiche, wende ich Druck auf, aber die aufgewendete Kraft ist
dadurch nicht verbraucht, der Druck verwandelt sich in Wärme. So
verwandeln sich alle Kräfte. Eine Umwandelung der Kraft, der
Energie findet statt. «Erhaltung des Stoffes und der Kraft» ist ja ein
Schlagwort, das im eminentesten Sinne alles, was heute wissenschaftlich
denkt, ergriffen hat. Daß nichts entsteht und vergeht in bezug auf
das Stoffliche und in bezug auf die Energien, die Kräfte, das gilt als
ein Axiom. Führt man es in seinen Grenzen an, so kann man gar
nichts dagegen haben. Aber man führt es ja in den Wissenschaften
nicht innerhalb der Grenzen an, sondern so, daß man es zu einem
Dogma, zu einem wissenschaftlichen Dogma macht.
 
Es hat sich ja gerade im 19. Jahrhundert eine merkwürdige ahrimanische
Praxis der Vergröberung der Vorstellungen herausgebildet. Da
ist eine wunderbar glänzend schöne Abhandlung von [[Julius Robert Mayer]] über die Erhaltung der Energie erschienen. Diese Abhandlung,
die im Jahre 1842 erschienen ist, wurde damals von den meisten tonangebenden
Geistern Deutschlands zurückgewiesen; sie galt als dilettantisch.
Julius Robert Mayer ist später sogar ins Irrenhaus gesperrt
worden. Heute weiß man, daß er eine grundlegende wissenschaftliche
Entdeckung gemacht hat ...
Aber es ist ja die Sache auch nicht in der feingeistigen Art, wie
sie bei Mayer behandelt wird, in die Menschenseelen übergegangen,
sondern in einer viel gröberen Weise. Und das kommt vor allem
daher, weil nicht die Gedanken von Julius Robert Mayer, sondern die
des englischen Bierbrauers [[James Prescott Joule|Joule]] und des Physikers [[Hermann von Helmholtz|Helmholtz]] unter
völligem Verlassen der Gedanken Julius Robert Mayers in die Wissenschaft
übergegangen sind [...]
 
Diese Vorstellung von der absoluten, nicht relativen, Unvergänglichkeit
des Stoffes und der Kraft verhindert - man könnte es heute
physiologisch feststellen, und nur das Dogma von der Erhaltung der
Energie hindert die Menschen daran -, daß der Ort erkannt werde, wo
wirklich Stoff ins Nichts verschwindet und neuer Stoff beginnt. Und
dieser einzige Ort in der Welt - es sind viele Orte - ist der menschliche
Organismus. Durch den menschlichen Organismus geht der
Stoff nicht bloß durch, sondern während des Prozesses, der sich seelisch
erlebt in der Synthesis von Konzipiertwerden und Sterben, spielt
sich körperlich das ab, daß gewisser Stoff, der von uns aufgenommen
wird, tatsächlich verschwindet, daß Kräfte vergehen und neu erzeugt
werden. Diejenigen Dinge, die dabei in Betracht kommen, sind eigentlich älter beobachtet, als man meint. Aber auf diese Beobachtungen
wird kein Wert gelegt. Man studiere nur einmal sorgfältig die Blutzirkulation
im Inneren des Auges: Mit den Instrumenten, die heute
schon vollkommen genug sind, um auch äußerlich so etwas sehen zu
können, wird man an der Blutzirkulation rein äußerlich, physikalisch,
nachweisen können, was ich eben ausgesprochen habe. Denn man
wird zeigen können, daß Blut nach einem Organ peripherisch hingeht,
in das Organ hinein verschwindet und aus ihm wiederum erzeugt
wird, um zurückzufließen, so daß man es nicht mit einem Blutkreislauf
zu tun hat, sondern mit einem Entstehen und Vergehen. Diese
Dinge gibt es, doch die dogmatischen Vorstellungen der heutigen
Wissenschaft hindern das, worauf es in bezug auf sie ankommt.
Deshalb werden die Menschen heute auch gehindert, gewisse Prozesse
und Vorgänge, die einfach real sind, in ihrer Realität zu betrachten.|181|225ff}}
 
== Literatur ==
* [[Rudolf Steiner]]: ''Erdensterben und Weltenleben. Anthroposophische Lebensgaben. Bewußtseins-Notwendigkeiten für Gegenwart und Zukunft'', [[GA 181]] (1991), ISBN 3-7274-1810-9 {{Vorträge|181}}
* [[Joachim Stiller]]: [http://joachimstiller.de/download/philosophie_energieerhaltungssatz.pdf Der Energieerhalungssatz in der Geschichte der Philosophie] PDF
 
{{GA}}
 
== Weblinks ==
* Universaldenker: [https://universaldenker.de/videos/93 Energieerhaltungssatz] YouTube
 
== Einzelnachweise ==
 
<references />
 
[[Kategorie:Physik]]

Aktuelle Version vom 12. Oktober 2018, 00:01 Uhr

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