Johannes Nikolaus Tetens und Max Heindel: Unterschied zwischen den Seiten

Aus AnthroWiki
(Unterschied zwischen Seiten)
imported>Odyssee
 
imported>Michael.heinen-anders
 
Zeile 1: Zeile 1:
[[Datei:Johan Nicolai Tetens (1736-1807).jpg|miniatur|rechts|Joh. Nicolaus Tetens]] '''Johannes Nikolaus Tetens''' (dänisch: ''Johan Nicolai Tetens''; * [[Wikipedia:16. September|16. September]] [[Wikipedia:1736|1736]] in [[Wikipedia:Tetenbüll|Tetenbüll]], [[Wikipedia:Herzogtum Schleswig|Herzogtum Schleswig]]; heute: [[Wikipedia:Kreis Nordfriesland|Kreis Nordfriesland]]; † [[Wikipedia:17. August|17. August]] [[Wikipedia:1807|1807]] in [[Wikipedia:Kopenhagen|Kopenhagen]]) war ein deutscher [[Philosoph]], Mathematiker, Naturforscher der [[Wikipedia:Aufklärung|Aufklärung]]. Im englischsprachigen Raum wird er noch heute 'der deutsche [[Wikipedia:David Hume|Hume]]' genannt. Sein philosophisches Werk hatte großen Einfluss auf [[Immanuel Kant]]. Nach seiner Zeit als Publizist und Universitätsgelehrter machte der deutsche [[Wikipedia:Aufklärer|Aufklärer]] eine Karriere in der Finanzverwaltung in Kopenhagen.
[[Datei:Max Heindel.jpg|miniatur|rechts|''Max Heindel gründete die Rosenkreuzer-Gemeinschaft Rosicrucian Fellowship'']]
'''Max Heindel''' (Pseudonym, eigentlich ''Carl Louis Fredrik Grasshoff'') (* [[23. Juli]] [[1865]] in [[Aarhus]], [[Dänemark]]; † [[6. Januar]] [[1919]] in [[Oceanside (Kalifornien)|Oceanside]], [[Kalifornien]], [[USA]]) war ein dänisch/US-amerikanischer [[Ingenieur]], [[Autor]], [[Theosophie|Theosoph]] und [[Rosenkreuzer]]. Er war der Begründer der rosenkreuzerischen Schule [[Rosicrucian Fellowship]].


== Leben und Wirken ==
== Leben und Werk ==
Als Sohn eines Gastwirts geboren, studierte Tetens an der [[Wikipedia:Universität Rostock|Universität Rostock]]<ref>Siehe dazu den Eintrag der [http://purl.uni-rostock.de/matrikel/100003593 Immatrikulation von Johannes Nikolaus Tetens] im [[Wikipedia:Rostocker Matrikelportal|Rostocker Matrikelportal]]</ref> und Kopenhagen Mathematik und Physik. 1760 promovierte er, nachdem er 1759 den Grad eines Magisters erworben hatte. 1760 erschien seine philosophische Arbeit zu einem erkenntnistheoretischen Problem: ''Gedanken von einigen Ursachen, warum in der [[Metaphysik]] nur wenige ausgemachte Wahrheiten sind'', ein Jahr später seine Schrift: ''Abhandlungen von den Beweisen des Daseins Gottes''. Er bewarb sich an der neu gegründeten [[Wikipedia:Universität Bützow|Universität Bützow]] und wurde hier 1763 zum Professor für Physik ernannt, unterrichtete aber auch Philosophie. 1765 übernahm er das Rektorat am dortigen Pädagogium. Dort entstanden wichtige Schriften zur Sprachforschung ''Über den Ursprung der Sprache und der Schrift'', 1772 und 1775 zur Wissenschaftstheorie ''Über die allgemeine speculativische Philosophie''.
=== Kindheit, Ehen, Kinder, Berufe ===
Heindel wurde am 23. Juli 1865 in [[Aarhus]] als erster von zwei Söhnen von ''Francois L. von Grasshoff'' (1838–1872) und ''Anna Sorine Withen'' († 1916) geboren. Nach dem frühen Unfalltod des Vaters, eines Bäckermeisters, zog die Witwe Ende 1873 nach [[Frederiksberg]] bei [[Kopenhagen]]. Anfang 1874 zog sich Heindel auf dem Weg zur Schule nach Kopenhagen eine Beinverletzung zu, die ihn jahrelang quälte. Zurück blieb eine Gehbehinderung, er humpelte fortan. 1886 heiratete die Mutter erneut, aus dieser Verbindung mit ''Fritz Nicolaj Povelsen'' hatte Heindel eine Halbschwester. 1884 verließ er das Elternhaus, ging nach [[Glasgow]] und arbeitete dort als Tabakhändler. Hier lernte er ''Catherine Dorothy Luetjens Wallace'' (* 1869) kennen, die er am 15. Dezember 1885 in Glasgow heiratete. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Das Paar zog 1885/1886 nach [[Liverpool]], wo Heindel, wie sein Schwiegervater, den Beruf des Schiffsingenieurs erlernte und im Zuge dieser Tätigkeit häufige Schiffsreisen machte. 1888/1889 folgte ein weiterer Umzug zurück nach Frederiksberg. Zwischen 1892 und 1896 wurde die Ehe geschieden, die Kinder kamen in die Obhut von Heindels Mutter Anna.


1776 folgte er einem Ruf an die [[Wikipedia:Universität Kiel|Universität Kiel]] und unterrichtete dort Mathematik und Philosophie bis 1785. In diese Zeit fällt die Veröffentlichung seines Hauptwerks ''Philosophische Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwicklung'', worin er sich sehr stark auf [[Wikipedia:David Hume|David Hume]] bezieht.  
Etwa um 1896 brach Heindel alleine in die USA auf und nannte sich, den Geburtsnamen seiner Mutter annehmend, statt ''Max von Grasshoff'' fortan ''Max Heindel''. Er fand in [[Somerville (Massachusetts)|Somerville]] Arbeit als Ingenieur in einer Brauerei. Hier heiratete er erneut, diesmal eine wesentlich ältere dänische Witwe mit ebenfalls vier Kindern namens ''Petersen''. Ende 1898 zogen seine vier Kinder aus erster Ehe von Frederiksberg zu ihm in die USA. Auch die zweite Ehe wurde 1899 geschieden und Heindel zog mit seinen vier eigenen Kindern im selben Jahr nach [[Roxbury (Massachusetts)|Roxbury]]. Er trat vorübergehend den [[Quäker]]n bei und nach schwieriger Arbeitssuche fand er ein Auskommen als Maschinist auf einem Dampfer auf den [[Große Seen|Großen Seen]]. Das Schiff sank jedoch und nur mit Mühe konnte Heindel sich retten. Nach diesem Erlebnis kehrte er der Schifffahrt den Rücken und arbeitete als Heizungsingenieur. Immer knapp bei Kasse, ging er 1903 ins „gelobte Land [[Kalifornien]]“ nach [[Los Angeles]], auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen. Auch hier arbeitete er in den folgenden Jahren als Ingenieur, litt aber weiterhin unter chronischem Geldmangel.


1786 brach er seine akademische Laufbahn ab und bereiste die Nordseeküste, um den Zustand der [[Wikipedia:Deich|Deich]]e zu inspizieren. Das Ergebnis ist das 1788 erschienene Buch ''Reisen in die Marschländer der Nordsee''.  
Am 10. August 1910 heiratete er in Los Angeles ein drittes mal. ''Augusta Foss'' (1865–1949) hatte er 1903 in der [[Theosophische Gesellschaft|Theosophischen Gesellschaft]] kennengelernt. Die Ehe blieb kinderlos.


1789 übersiedelte Tetens nach Kopenhagen, trat dort in den Staatsdienst ein und avancierte vom Assessor am Finanzkollegium zum Direktor der Finanzkassendirektion.
=== In der Theosophischen Gesellschaft ===
Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in [[Sommerville]] kam Heindel 1903 nach [[Los Angeles]], wo es über sein Interesse an [[Metaphysik]] zu einer Begegnung mit  [[Charles Webster Leadbeater|Charles Leadbeater]] kam. Daraufhin schloss er sich der [[Theosophische Gesellschaft Adyar|Theosophischen Gesellschaft Adyar]] (Adyar-TG) an, dessen kalifornischem Zweig er 1904-195 als Vizepräsident vorstand.
Danach wurde er Deputierter im Finanzkollegium und Mitdirektor der Königlichen Bank, der Despositenkasse, der Witwenkasse und Versorgungsanstalt in Kopenhagen. Dort veröffentlichte er ein Buch über die Witwenversorgung. 1787 wurde er Mitglied der [[Wikipedia:Königlich Dänische Akademie der Wissenschaften|Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften]]. 1790 erfolgte die Ernennung zum Etatsrat, 1792 zum Wirklichen Etatsrat und später zum Konferenzrat.


== Philosophisches Werk ==
Er setzte sich intensiv mit [[Theosophie]], [[Spiritismus]], [[Okkultismus]] und [[Astrologie]] auseinander und wurde aus ideologischen Gründen [[Vegetarier]]. Nachdem er im Sommer 1905 schwer erkrankt war, trat er aus der Adyar-TG aus. Daraufhin reiste er zu Vorträgen über [[Christliche Mystik]] und Astrologie durch weite Teile der USA.
Tetens wurde durch [[Wikipedia:Christian Wolff (Philosoph)|Christian Wolff]], der sich auf [[Wikipedia:John Locke|John Locke]] bezog, vom englischen [[Empirismus]] beeinflusst. Die Arbeiten [[Wikipedia:David Hume|David Hume]]s behandelte er als einer der ersten in Deutschland.  Über seinen [[Phänomenologie|phänomenalistischen]] Standpunkt übte er einen erheblichen Einfluss auf [[Immanuel Kant]] aus. Besonders sein Hauptwerk war wichtig für Kants Arbeit an der „[[Wikipedia:Kritik der reinen Vernunft|Kritik der reinen Vernunft]] (1781).“ Tetens hat Kants Terminologie, die den Zeitgenossen völlig neu erschien, teilweise vorgeprägt.
Er bemühte sich um eine „psychologische Analyse der Seele“ nach naturwissenschaftlichen Methoden. Er wollte das seelische Vermögen bestimmen, das er erstmals in [[Denken]], [[Fühlen]] und [[Wollen]] unterschied. Seinen Zeitgenossen galt Tetens als der „deutsche Locke“.


Seine sprachphilosophischen Arbeiten erreichten großen Bekanntheitsgrad. Tetens verfasste zahlreiche Schriften auf dem Gebiet der Mathematik, Physik, Jurispondenz, Psychologie und der Philosophie. Er gilt als ein bedeutender Vertreter der deutschen Aufklärung.  
In der Adyar-TG hatte er ''Alma von Brandis'' kennengelernt, die eine esoterische „Geheimschülerin“ Rudolf Steiners war. Diese lud ihn 1907 ein, auf ihre Kosten mit nach Deutschland zu [[Rudolf Steiner]] zu fahren. Steiner war zu jener Zeit Generalsekretär der [[Deutsche Sektion der Theosophischen Gesellschaft|Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft]]. Auf Brandis Empfehlung und wegen seines früheren Vizepräsidentenpostens bei den Theosophen in Los Angeles, akzeptierte Steiner ihn als «Geheimschüler» in seiner rosenkreuzerisch ausgerichteten [[Esoterische Sektion|Esoterischen Sektion]], deren Gründer und autokratischer Leiter er war. Dort nahm Heindel fünf Monate lang, von November 1907 bis März 1908, an dessen Geheimschulungen und esoterischen Vorträgen teil. Auch in der noch geheimeren steinerschen „Freimaurerei“ des sogenannten Misraim-Dienstes wurde er aufgenommen. Steiner sprach in dieser Zeit unter anderem über die Rosenkreuzer, die Referate waren unter Verwendung theosophischer Ideen ausschließlich von Steiners eigenen Gedanken geprägt. Heindel war von den Ausführungen Steiners sehr enttäuscht. Das führte im April 1908 zur Abkühlung des Verhältnisses zu Brandis. Da damit auch seine Geldquelle ausfiel, musste er im Sommer 1908 in die USA zurückkehren.<ref name="Lamprecht">Harald Lamprecht: ''Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch.'' Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6, S. 205-207ff.</ref>


Er versucht in diesem Werk, den [[Empirismus]] Humes mit der deutschen Schulphilosophie ([[Gottfried Wilhelm Leibniz|Leibniz]] und Christian Wolff) zu verbinden, eine Absicht, die er mit Kant gemeinsam hatte. Heute ist Tetens im öffentlichen Bewusstsein erheblich weniger präsent als Kant.
=== Der Rosenkreuzer ===
Heindels eigenen Angaben zufolge, soll ihn im April/Mai 1908 in Deutschland ein ''älterer Bruder'' der [[Rosenkreuzer]] aufgesucht haben und ihn, nach einem bestandenen Test, einer [[Initiation|Einweihung]] unterzogen haben. Dieser ersten rosenkreuzerischen Initiation sollen später in den USA noch weitere gefolgt sein. Anderen Angaben zufolge, soll [[Franz Hartmann]] ihn in dieser Zeit in das Rosenkreuzertum eingeführt haben. Jedenfalls schrieb Heindel 1909 in den USA ein Werk mit dem Titel ''Die Weltanschauung der Rosenkreuzer oder mystisches Christentum''. Dieses stellt eine Mischung original theosophischer Lehren und Ideen aus den Veröffentlichungen Steiners dar. Die englische Erstausgabe des Werkes enthielt noch eine Widmung, in der eindeutig auf Rudolf Steiner hingewiesen wird. Nach Steiners öffentlicher Verunglimpfung Max Heindels als Plagiator seiner Ideen und als Geheimschüler, der seinen Eid gegenüber Steiners Esoterischer Sektion gebrochen habe, entfernte dieser die Widmung bei der nächsten Auflage. Das Christus-Konzept Heindels unterscheidet sich deutlich von dem Steiners. Somit bleibt vage, worauf Steiner seine Vorwürfe gegen Heindel bezog, da er sie nur ganz vereinfachend und allgemein formulierte.<ref>Norbert Klatt: ''Theosophie und Anthroposophie. Neue Aspekte zu ihrer Geschichte. Aus dem Nachlaß von Wilhelm Hübbe-Schleiden (1846–1916)'', 1993.</ref><ref name="Lamprecht"/>


== Schriften (Auswahl) ==
Am 8. August 1909 gründete Max Heindel in [[Seattle]] den [[Rosicrucian Fellowship]]. Auf einer Vortragsreise durch die USA rief er in Folge mehrere Zentren für seinen neuen Orden ins Leben. Am 10. August 1910 heiratete Heindel in Los Angeles ''Augusta Foss'', mit ihr gemeinsam baute er nun den Orden weiter aus. Ein passendes Gelände für das zukünftige Hauptquartier wurde am 3. Mai 1911 in [[Oceanside (Kalifornien)|Oceanside]] angekauft. In den folgenden Jahren entstanden rund um den sogenannten ''Mount Ecclesia'' eine Reihe von Gebäuden, das Zentrum der Rosicrucian Fellowship.
* ''Gedanken von einigen Ursachen, warum in der Metaphysik nur wenige ausgemachte Wahrheiten sind'', 1760
* ''Abhandlungen von den Beweisen des Daseins Gottes'', 1761
* ''Über den Ursprung der Sprache und der Schrift'', 1772
* ''Über die allgemeine speculativische Philosophie'', 1775
* ''Philosophische Versuche über die menschliche Natur und ihre Entwicklung.'' 2 Bde. Weidmann, Leipzig 1777
** Band 1 {{DTAW|tetens_versuche01_1777}}, [http://books.google.com/books?id=dmIAAAAAMAAJ bei Google Books]
** Band 2 {{DTAW|tetens_versuche02_1777}}, [http://books.google.com/books?id=PChonHVS5JEC bei Google Books]
* ''Einleitung zur Berechnung der Leibrenten und Anwartschaften'', Leipzig 1785 [http://books.google.fr/books?id=Ufwr3BAamzIC erster Teil] und 1786 [http://books.google.fr/books?id=2ZM5AAAAcAAJ zweiter Teil]
* ''Reisen in die Marschländer der Nordsee'', 1788
* ''Sprachphilosophische Versuche'', Hrsg. von Heinrich Pfannkuch, 1971 ISBN 3-7873-0253-0


== Einzelnachweise ==
Heindel erlitt am 6. Januar 1919 in seinem Büro auf dem Mount Ecclesia in Oceanside einen Schlaganfall, kurz darauf starb er im Alter von 53 Jahren. Seine Frau Augusta Foss führte den Rosicrucian Fellowship weiter.
<references />
 
== Werke (Auswahl) ==
* ''Astrologie, ihr Zweck und ihre Begrenzung''. Heindel, Sils-Maria 1999.
* ''Die mystische Auslegung von Ostern''. Heindel, Sils-Maria 2000, ISBN 3-906414-19-1.
* ''Die mystische Auslegung von Weihnachten''. Heindel, Sils-Maria 2000, ISBN 3-906414-18-3.
* ''Die Weltanschauung der Rosenkreuzer oder mystisches Christentum''. Rosenkreuzer-Gemeinschaft, Darmstadt 1997, ISBN 3-88956-005-9.
* ''Lehren eines Eingeweihten''. Heindel, Sils-Maria 1999, ISBN 3-906414-13-2.


== Literatur ==
== Literatur ==
*{{ADB|37|588|589|Johann Nicolaus Tetens|Hugo Liepmann|ADB:Tetens, Johann Nicolaus}}
* Augusta Foss-Heindel: ''Max Heindel - Biographie eines grossen christlichen Mystikers''. Heindel, Sils-Maria 2005, ISBN 3-906414-46-9.
* Rosenkreuzer-Gemeinschaft (Hrsg.): ''Max Heindel, eine Biographie seines Lebens, und die Chronik der Rosenkreuzer-Gemeinschaft''. Rosenkreuzer-Gemeinschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-88956-310-4.
* Georg Vollmer: ''Die Begegnung Max Heindel mit Rudolf Steiner''. Rosenkreuzer-Gemeinschaft, Darmstadt 1965.
* Harald Lamprecht: ''Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch'' (Kirche, Konfession, Religion; Bd. 45). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6 (zugl. Dissertation Halle-Wittenberg 2001).
* Norbert Klatt: ''Theosophie und Anthroposophie. Neue Aspekte zu ihrer Geschichte; aus dem Nachlaß von [[Hübbe-Schleiden]] (1846–1916)''. Norbert-Klatt-Verlag, Göttingen 1993, ISBN 3-928312-02-2.


== Weblinks ==
== Weblinks ==
* {{DNB-Portal|118756532}}
* {{DNB-Portal|120280183}}
* [http://cpr.uni-rostock.de/metadata/cpr_person_00001298 Johannes Nikolaus Tetens] im [[Wikipedia:Catalogus Professorum Rostochiensium|Catalogus Professorum Rostochiensium]]
* {{PGIA|h#a34216}}
*[http://books.google.com/books?as_q=&num=10&hl=de&btnG=Google-Suche&as_epq=&as_oq=&as_eq=&as_libcat=0&as_brr=0&as_vt=&as_auth=Johann+Nicolaus+Tetens&as_pub=&as_drrb=c&as_miny=&as_maxy=&as_isbn= Bücher von Tetens bei Google Books]
* [http://rosicrucianzine.tripod.com/max_heindel.htm Biografie und Bilder] (Englisch)
* {{MacTutor Biography|id=Tetens}}
* [http://mount_ecclesia.tripod.com/chronology_about_max_heindel.htm Chronologische Biografie und Bilder] (Englisch)
* [http://www.rosicrucian.com/brf/brfeng01.htm Biografie und Bild] (Englisch)
* [http://www.rosicrucian.com/describe.htm Bibliografie mit zahlreichen Büchern online] (Englisch)
* [http://www.rosen-kreuzer.de/ Webpräsenz der Rosicrucian Fellowship in Deutschland]


{{Normdaten|TYP=p|GND=118756532|LCCN=n/80/15911|VIAF=2582730}}
== Einzelnachweise ==
<references/>


{{DEFAULTSORT:Tetens, Johannes Nikolaus}}
{{Normdaten|PND=120280183|LCCN=n/85/229599|VIAF=100161459}}
[[Kategorie:Hochschullehrer (Bützow)]]
 
[[Kategorie:Hochschullehrer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)]]
{{SORTIERUNG:Heindel, Max}}
[[Kategorie:Philosoph der Frühen Neuzeit]]
[[Kategorie:Ingenieur]]
[[Kategorie:Aufklärer]]
[[Kategorie:Autor]]
[[Kategorie:Philosoph (19. Jahrhundert)]]
[[Kategorie:Theosoph (Theosophische Gesellschaft)]]
[[Kategorie:Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften]]
[[Kategorie:Rosenkreuzer]]
[[Kategorie:Deutscher]]
[[Kategorie:US-Amerikaner]]
[[Kategorie:Geboren 1736]]
[[Kategorie:Däne]]
[[Kategorie:Gestorben 1807]]
[[Kategorie:Geboren 1865]]
[[Kategorie:Gestorben 1919]]
[[Kategorie:Mann]]
[[Kategorie:Mann]]


{{Personendaten
{{Personendaten
|NAME=Tetens, Johannes Nikolaus
|NAME=Heindel, Max
|ALTERNATIVNAMEN=
|ALTERNATIVNAMEN= Grasshoff, Carl Louis Fredrik
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Philosoph
|KURZBESCHREIBUNG=dänisch-US-amerikanischer Ingenieur, Autor, Theosoph und Rosenkreuzer
|GEBURTSDATUM=16. September 1736
|GEBURTSDATUM=23. Juli 1865
|GEBURTSORT=Tetenbüll, [[Südschleswig]]
|GEBURTSORT=[[Aarhus]], [[Dänemark]]
|STERBEDATUM=17. August 1807
|STERBEDATUM=6. Januar 1919
|STERBEORT=[[Kopenhagen]]
|STERBEORT=[[Oceanside (Kalifornien)]], [[USA]]
}}
}}


{{Wikipedia}}
{{Wikipedia}}

Version vom 1. Juli 2014, 18:26 Uhr

Max Heindel gründete die Rosenkreuzer-Gemeinschaft Rosicrucian Fellowship

Max Heindel (Pseudonym, eigentlich Carl Louis Fredrik Grasshoff) (* 23. Juli 1865 in Aarhus, Dänemark; † 6. Januar 1919 in Oceanside, Kalifornien, USA) war ein dänisch/US-amerikanischer Ingenieur, Autor, Theosoph und Rosenkreuzer. Er war der Begründer der rosenkreuzerischen Schule Rosicrucian Fellowship.

Leben und Werk

Kindheit, Ehen, Kinder, Berufe

Heindel wurde am 23. Juli 1865 in Aarhus als erster von zwei Söhnen von Francois L. von Grasshoff (1838–1872) und Anna Sorine Withen († 1916) geboren. Nach dem frühen Unfalltod des Vaters, eines Bäckermeisters, zog die Witwe Ende 1873 nach Frederiksberg bei Kopenhagen. Anfang 1874 zog sich Heindel auf dem Weg zur Schule nach Kopenhagen eine Beinverletzung zu, die ihn jahrelang quälte. Zurück blieb eine Gehbehinderung, er humpelte fortan. 1886 heiratete die Mutter erneut, aus dieser Verbindung mit Fritz Nicolaj Povelsen hatte Heindel eine Halbschwester. 1884 verließ er das Elternhaus, ging nach Glasgow und arbeitete dort als Tabakhändler. Hier lernte er Catherine Dorothy Luetjens Wallace (* 1869) kennen, die er am 15. Dezember 1885 in Glasgow heiratete. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Das Paar zog 1885/1886 nach Liverpool, wo Heindel, wie sein Schwiegervater, den Beruf des Schiffsingenieurs erlernte und im Zuge dieser Tätigkeit häufige Schiffsreisen machte. 1888/1889 folgte ein weiterer Umzug zurück nach Frederiksberg. Zwischen 1892 und 1896 wurde die Ehe geschieden, die Kinder kamen in die Obhut von Heindels Mutter Anna.

Etwa um 1896 brach Heindel alleine in die USA auf und nannte sich, den Geburtsnamen seiner Mutter annehmend, statt Max von Grasshoff fortan Max Heindel. Er fand in Somerville Arbeit als Ingenieur in einer Brauerei. Hier heiratete er erneut, diesmal eine wesentlich ältere dänische Witwe mit ebenfalls vier Kindern namens Petersen. Ende 1898 zogen seine vier Kinder aus erster Ehe von Frederiksberg zu ihm in die USA. Auch die zweite Ehe wurde 1899 geschieden und Heindel zog mit seinen vier eigenen Kindern im selben Jahr nach Roxbury. Er trat vorübergehend den Quäkern bei und nach schwieriger Arbeitssuche fand er ein Auskommen als Maschinist auf einem Dampfer auf den Großen Seen. Das Schiff sank jedoch und nur mit Mühe konnte Heindel sich retten. Nach diesem Erlebnis kehrte er der Schifffahrt den Rücken und arbeitete als Heizungsingenieur. Immer knapp bei Kasse, ging er 1903 ins „gelobte Land Kalifornien“ nach Los Angeles, auf der Suche nach besseren Arbeitsbedingungen. Auch hier arbeitete er in den folgenden Jahren als Ingenieur, litt aber weiterhin unter chronischem Geldmangel.

Am 10. August 1910 heiratete er in Los Angeles ein drittes mal. Augusta Foss (1865–1949) hatte er 1903 in der Theosophischen Gesellschaft kennengelernt. Die Ehe blieb kinderlos.

In der Theosophischen Gesellschaft

Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Sommerville kam Heindel 1903 nach Los Angeles, wo es über sein Interesse an Metaphysik zu einer Begegnung mit Charles Leadbeater kam. Daraufhin schloss er sich der Theosophischen Gesellschaft Adyar (Adyar-TG) an, dessen kalifornischem Zweig er 1904-195 als Vizepräsident vorstand.

Er setzte sich intensiv mit Theosophie, Spiritismus, Okkultismus und Astrologie auseinander und wurde aus ideologischen Gründen Vegetarier. Nachdem er im Sommer 1905 schwer erkrankt war, trat er aus der Adyar-TG aus. Daraufhin reiste er zu Vorträgen über Christliche Mystik und Astrologie durch weite Teile der USA.

In der Adyar-TG hatte er Alma von Brandis kennengelernt, die eine esoterische „Geheimschülerin“ Rudolf Steiners war. Diese lud ihn 1907 ein, auf ihre Kosten mit nach Deutschland zu Rudolf Steiner zu fahren. Steiner war zu jener Zeit Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Auf Brandis Empfehlung und wegen seines früheren Vizepräsidentenpostens bei den Theosophen in Los Angeles, akzeptierte Steiner ihn als «Geheimschüler» in seiner rosenkreuzerisch ausgerichteten Esoterischen Sektion, deren Gründer und autokratischer Leiter er war. Dort nahm Heindel fünf Monate lang, von November 1907 bis März 1908, an dessen Geheimschulungen und esoterischen Vorträgen teil. Auch in der noch geheimeren steinerschen „Freimaurerei“ des sogenannten Misraim-Dienstes wurde er aufgenommen. Steiner sprach in dieser Zeit unter anderem über die Rosenkreuzer, die Referate waren unter Verwendung theosophischer Ideen ausschließlich von Steiners eigenen Gedanken geprägt. Heindel war von den Ausführungen Steiners sehr enttäuscht. Das führte im April 1908 zur Abkühlung des Verhältnisses zu Brandis. Da damit auch seine Geldquelle ausfiel, musste er im Sommer 1908 in die USA zurückkehren.[1]

Der Rosenkreuzer

Heindels eigenen Angaben zufolge, soll ihn im April/Mai 1908 in Deutschland ein älterer Bruder der Rosenkreuzer aufgesucht haben und ihn, nach einem bestandenen Test, einer Einweihung unterzogen haben. Dieser ersten rosenkreuzerischen Initiation sollen später in den USA noch weitere gefolgt sein. Anderen Angaben zufolge, soll Franz Hartmann ihn in dieser Zeit in das Rosenkreuzertum eingeführt haben. Jedenfalls schrieb Heindel 1909 in den USA ein Werk mit dem Titel Die Weltanschauung der Rosenkreuzer oder mystisches Christentum. Dieses stellt eine Mischung original theosophischer Lehren und Ideen aus den Veröffentlichungen Steiners dar. Die englische Erstausgabe des Werkes enthielt noch eine Widmung, in der eindeutig auf Rudolf Steiner hingewiesen wird. Nach Steiners öffentlicher Verunglimpfung Max Heindels als Plagiator seiner Ideen und als Geheimschüler, der seinen Eid gegenüber Steiners Esoterischer Sektion gebrochen habe, entfernte dieser die Widmung bei der nächsten Auflage. Das Christus-Konzept Heindels unterscheidet sich deutlich von dem Steiners. Somit bleibt vage, worauf Steiner seine Vorwürfe gegen Heindel bezog, da er sie nur ganz vereinfachend und allgemein formulierte.[2][1]

Am 8. August 1909 gründete Max Heindel in Seattle den Rosicrucian Fellowship. Auf einer Vortragsreise durch die USA rief er in Folge mehrere Zentren für seinen neuen Orden ins Leben. Am 10. August 1910 heiratete Heindel in Los Angeles Augusta Foss, mit ihr gemeinsam baute er nun den Orden weiter aus. Ein passendes Gelände für das zukünftige Hauptquartier wurde am 3. Mai 1911 in Oceanside angekauft. In den folgenden Jahren entstanden rund um den sogenannten Mount Ecclesia eine Reihe von Gebäuden, das Zentrum der Rosicrucian Fellowship.

Heindel erlitt am 6. Januar 1919 in seinem Büro auf dem Mount Ecclesia in Oceanside einen Schlaganfall, kurz darauf starb er im Alter von 53 Jahren. Seine Frau Augusta Foss führte den Rosicrucian Fellowship weiter.

Werke (Auswahl)

  • Astrologie, ihr Zweck und ihre Begrenzung. Heindel, Sils-Maria 1999.
  • Die mystische Auslegung von Ostern. Heindel, Sils-Maria 2000, ISBN 3-906414-19-1.
  • Die mystische Auslegung von Weihnachten. Heindel, Sils-Maria 2000, ISBN 3-906414-18-3.
  • Die Weltanschauung der Rosenkreuzer oder mystisches Christentum. Rosenkreuzer-Gemeinschaft, Darmstadt 1997, ISBN 3-88956-005-9.
  • Lehren eines Eingeweihten. Heindel, Sils-Maria 1999, ISBN 3-906414-13-2.

Literatur

  • Augusta Foss-Heindel: Max Heindel - Biographie eines grossen christlichen Mystikers. Heindel, Sils-Maria 2005, ISBN 3-906414-46-9.
  • Rosenkreuzer-Gemeinschaft (Hrsg.): Max Heindel, eine Biographie seines Lebens, und die Chronik der Rosenkreuzer-Gemeinschaft. Rosenkreuzer-Gemeinschaft, Darmstadt 1988, ISBN 3-88956-310-4.
  • Georg Vollmer: Die Begegnung Max Heindel mit Rudolf Steiner. Rosenkreuzer-Gemeinschaft, Darmstadt 1965.
  • Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch (Kirche, Konfession, Religion; Bd. 45). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6 (zugl. Dissertation Halle-Wittenberg 2001).
  • Norbert Klatt: Theosophie und Anthroposophie. Neue Aspekte zu ihrer Geschichte; aus dem Nachlaß von Hübbe-Schleiden (1846–1916). Norbert-Klatt-Verlag, Göttingen 1993, ISBN 3-928312-02-2.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Harald Lamprecht: Neue Rosenkreuzer. Ein Handbuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, ISBN 3-525-56549-6, S. 205-207ff.
  2. Norbert Klatt: Theosophie und Anthroposophie. Neue Aspekte zu ihrer Geschichte. Aus dem Nachlaß von Wilhelm Hübbe-Schleiden (1846–1916), 1993.


Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Max Heindel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.