Einsicht: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Einsicht''' {{ELSalt|έπινοια}} im [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Sinn ist gegeben, wenn ein bestimmter, begrenzter Bereich der [[Wirklichkeit]] durch das erkennende [[Ich]] in seinem [[begriff]]lichen Zusammenhang ''schlagartig'', ''unmittelbar'' und hinreichend ''vollständig'' klar [[bewusst]] überschaut wird. Einsicht ist entweder das Ergebnis eines vorangegangenen [[diskursiv]]en [[Denken|Denkprozesses]] oder unmittelbar durch [[Intuition]] gegeben, wobei Intuition nach [[Rudolf Steiner]] aufzufassen ist als  
'''Einsicht''' ({{ELSalt|έπινοια}}, ''epinoia'') im [[Erkenntnistheorie|erkenntnistheoretischen]] Sinn ist gegeben, wenn ein bestimmter, begrenzter Bereich der [[Wirklichkeit]] durch das erkennende [[Ich]] in seinem [[begriff]]lichen Zusammenhang ''schlagartig'', ''unmittelbar'' und hinreichend ''vollständig'' klar [[bewusst]] überschaut wird. Einsicht ist entweder das Ergebnis eines vorangegangenen [[diskursiv]]en [[Denken|Denkprozesses]] oder unmittelbar durch [[Intuition]] gegeben, wobei Intuition nach [[Rudolf Steiner]] aufzufassen ist als  


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"... das im rein Geistigen verlaufende bewußte Erleben eines rein geistigen Inhaltes." {{Lit|{{G|004|146}}}}
"... das im rein Geistigen verlaufende bewußte Erleben eines rein geistigen Inhaltes." {{Lit|{{G|004|146}}}}
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'''Epinoia''' kann auch als ''„Nachsehung“'' aufgefasst werden, als Einsicht in das bereits Gewordene, Verwirklichte - und ist damit ein Gegenbegriff zur [[Pronoia]] ({{ELSalt|πρόνοια}}), der ''„[[Vorsehung]]“'', aus der das noch nicht Geschaffene, das noch nicht Verwirklichte [[Schöpfung|schöpferisch]] gestaltet wird. In verschiedenen [[Gnosis|gnostischen]] Systemen erscheinen ''Pronoia'' und/oder ''Epinoia'' in etwa diesem Sinn als [[wesen]]hafte [[Äon]]en, die aus dem «unbekannten Gott» [[Emanation|emaniert]] wurden.


== Siehe auch ==
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* [[Intellektuelle Anschauung]]
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* [[Intuition]]
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* [[Pronoia]]
* [[Vipassana]]
* [[Vipassana]]



Version vom 4. September 2014, 01:04 Uhr

Einsicht (griech. έπινοια, epinoia) im erkenntnistheoretischen Sinn ist gegeben, wenn ein bestimmter, begrenzter Bereich der Wirklichkeit durch das erkennende Ich in seinem begrifflichen Zusammenhang schlagartig, unmittelbar und hinreichend vollständig klar bewusst überschaut wird. Einsicht ist entweder das Ergebnis eines vorangegangenen diskursiven Denkprozesses oder unmittelbar durch Intuition gegeben, wobei Intuition nach Rudolf Steiner aufzufassen ist als

"... das im rein Geistigen verlaufende bewußte Erleben eines rein geistigen Inhaltes." (Lit.: GA 004, S. 146)

Epinoia kann auch als „Nachsehung“ aufgefasst werden, als Einsicht in das bereits Gewordene, Verwirklichte - und ist damit ein Gegenbegriff zur Pronoia (griech. πρόνοια), der Vorsehung, aus der das noch nicht Geschaffene, das noch nicht Verwirklichte schöpferisch gestaltet wird. In verschiedenen gnostischen Systemen erscheinen Pronoia und/oder Epinoia in etwa diesem Sinn als wesenhafte Äonen, die aus dem «unbekannten Gott» emaniert wurden.

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Philosophie der Freiheit, GA 4 (1995), ISBN 3-7274-0040-4; Tb 627, ISBN 978-3-7274-6271-9 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org English: rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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