Finsternis

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Die Finsternis ist im geisteswissenschaftlichen Sinn nicht bloß zu verstehen als die Abwesenheit von Licht, sondern sie ist eine dem Licht polar entgegenwirkende, wesenhaft gestaltende Kraft. In ihr wirken die Geister der Finsternis. Das sind vornehmlich ahrimanische, aber auch asurische Wesenheiten, wobei letztere als Geister der Nacht (hebr. Laj'lah = Nacht) den Elohim bei ihrem Schöpfungswerk dienlich waren. Sie haben sich gewisse Eigenschaften aus dem alten Saturndasein bewahrt, wo es noch kein Licht gab und die ganze Welt in Finsternis getaucht war. Dieser Zustand wurde am 1. Schöpfungstag wiederholt, wo es in der Genesis heißt:

„Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser.“

Altes Testament: 1 Mos 1,2 ELB

Goethe hat in seiner Farbenlehre anhand der beiden Urphänomene der Chromatik gezeigt, wie die Farben aus der Wechselwirkung von Licht und Finsternis entstehen. Wird reines weißes Licht verfinstert, verfärbt es sich zunächst zum Gelb, das sich durch weitere Abdunklung bis zum Rot steigert. Wird hingegen die Finsternis durch das Licht aufgehellt, erscheinen die violetten und blauen Farbtöne. Im weiteren Verlauf mischen sich Gelb und Blau zum Grün und Violett und Rot steigern sich zum Purpur, womit sich der sechsteilige Farbkreis schließt.