Geschichte der Philosophie: Unterschied zwischen den Versionen

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Philosophiegeschichte kann man ''personenorientiert'', ''werkorientiert'' oder ''problemorientiert'' angehen. Ein weiterer Ansatz besteht in der Einteilung nach großen [[:Datei:Philosophie-Epochen.png|Epochen]], wobei die wesentlichen Personen mit ihren wesentlichen Werken und ihre Antworten zu den wesentlichen Fragen herausgearbeitet werden. Soweit die jeweiligen Philosophiehistoriker die eigene Interpretation mitliefern, ist es erforderlich, alternative Darstellungen und insbesondere auch die Originalschriften heranzuziehen, um eine eigene Beurteilung vornehmen zu können. Die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte kann, je nach der [[Intention (Literatur)|intendierten]] Funktion, in verschiedenen Formen erfolgen, etwa dokumentarisch, [[Polemik|polemisch]], [[Topologie (Philosophie)|topisch]], [[Narration|narrativ]], argumentativ oder etwa [[Hermeneutik|hermeneutisch]].<ref>Pierre Aubenque: ''Philosophie und Philosophiegeschichte bei Aristoteles.'' In: Klaus-Dieter Eichler, Volker Caysa (Hrsg.): ''Philosophiegeschichte und Hermeneutik.'' Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1996, S. 17–25, 23.</ref>
 
Philosophiegeschichte kann man ''personenorientiert'', ''werkorientiert'' oder ''problemorientiert'' angehen. Ein weiterer Ansatz besteht in der Einteilung nach großen [[:Datei:Philosophie-Epochen.png|Epochen]], wobei die wesentlichen Personen mit ihren wesentlichen Werken und ihre Antworten zu den wesentlichen Fragen herausgearbeitet werden. Soweit die jeweiligen Philosophiehistoriker die eigene Interpretation mitliefern, ist es erforderlich, alternative Darstellungen und insbesondere auch die Originalschriften heranzuziehen, um eine eigene Beurteilung vornehmen zu können. Die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte kann, je nach der [[Intention (Literatur)|intendierten]] Funktion, in verschiedenen Formen erfolgen, etwa dokumentarisch, [[Polemik|polemisch]], [[Topologie (Philosophie)|topisch]], [[Narration|narrativ]], argumentativ oder etwa [[Hermeneutik|hermeneutisch]].<ref>Pierre Aubenque: ''Philosophie und Philosophiegeschichte bei Aristoteles.'' In: Klaus-Dieter Eichler, Volker Caysa (Hrsg.): ''Philosophiegeschichte und Hermeneutik.'' Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1996, S. 17–25, 23.</ref>
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== Der Nutzen der Philosophiegeschichte ==
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Die Aufgabenstellung der Philosophie ist eine ganz andere als in den positiven Wissenschaften, seien es Naturwissenschaften oder Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, in denen schrittweise Wissen angesammelt, korrigiert und fortwährend durch bessere, differenziertere oder grundsätzlich neue Theorien ersetzt wird. Die Philosophie versucht hingegen, Antworten auf ganz allgemeine Fragen zu geben, mit denen die Zusammenhänge in der Welt erklärt werden können. Berühmt sind die Fragen [[Immanuel Kant]]s: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? ([[Kritik der reinen Vernunft|KrV]] B 833; Vorlesungen über Logik VIII) Diese oder alle daraus abgeleiteten Fragen stellen sich im Verlaufe der Geschichte immer wieder neu, weil die gesellschaftlichen Verhältnisse, aber auch das Wissen über die Natur sich immer weiter entwickeln. Man spricht deshalb von einer [[Philosophia perennis]], einer immerwährenden Philosophie. [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]] meinte, dass die Philosophie ihre Zeit in Gedanken fasst.<ref>In den Worten Hegels: „Das wahre Eigentümliche einer Philosophie ist die interessante Individualität, in welcher die Vernunft aus dem Bauzeug eines besonderen Zeitalters sich eine Gestalt organisiert hat; die besondere spekulative Vernunft findet darin Geist von ihrem Geist, Fleisch von ihrem Fleisch, sie schaut sich in ihm als ein und dasselbe und als ein anderes lebendiges Wesen an. Jede Philosophie ist in sich vollendet und hat, wie ein echtes Kunstwerk, die Totalität in sich.“ aus: ''Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie.'' Werke, Band 2, Suhrkamp, Frankfurt 1971, S. 15–52, hier 19 [http://www.zeno.org/Philosophie/M/Hegel,+Georg+Wilhelm+Friedrich/Differenz+des+Fichteschen+und+Schellingschen+Systems+der+Philosophie/Mancherlei+Formen,+die+bei+dem+jetzigen+Philosophieren+vorkommen (online)]</ref> Weil die alten Fragen bestehen bleiben und im Zeitablauf bestenfalls differenziert und systematisiert wurden, hat es den Anschein, als gäbe es in der Philosophie keinen Fortschritt. In diesem Sinne wird oftmals auch die Äußerung [[Alfred North Whitehead|Whiteheads]] zitiert, dass die ganze europäische Philosophiegeschichte nur aus Fußnoten zu Platon bestünde.<ref>Alfred North Whitehead: ''Prozess und Realität.'' aus dem Englischen von Hans Günter Holl. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, S. 91.</ref> Whitehead wollte allerdings nur den Gedankenreichtum Platons hervorheben, ohne dessen Nachfolgern Abbruch zu tun. Kant sprach sogar von einem „Herumtappen“ und von philosophischen „Nomaden“ (KrV B VII), weil in der Geschichte vielfältige, oftmals widersprüchliche und gegensätzliche Auffassungen die Debatte beherrschten. [[Ulrich Johannes Schneider]] spricht von einem „Stimmengewirr der Legenden“<ref>Ulrich Johannes Schneider: ''Die Vergangenheit des Geistes: eine Archäologie der Philosophiegeschichte.'' Suhrkamp, Frankfurt 1990, S. 17.</ref> Drastisch ist die Bestandsaufnahme bei [[Wilhelm Dilthey]]: „Grenzenlos, chaotisch liegt die Mannigfaltigkeit der philosophischen Systeme hinter uns [...] wir blicken zurück auf ein unermeßliches Trümmerfeld religiöser Traditionen, metaphysischer Behauptungen, demonstrierter Systeme: Möglichkeiten aller Art [...] hat der Menschengeist durch viele Jahrhunderte versucht und durchgeprobt, und die methodische, kritische Geschichtsforschung erforscht jedes Bruchstück, jeden Rest dieser langen Arbeit unseres Geschlechts. Eins dieser Systeme schließt das andere aus, eins widerlegt das andere, keines vermag sich zu beweisen.“<ref>Wilhelm Dilthey: Weltanschauungslehre. Abhandlungen zur Philosophie der Philosophie, Gesammelte Schriften, Band VIII, Vandenhoeck & Ruprecht; 6. unveränd. Auflage Göttingen 1991, 57-58</ref>
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Es stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Nutzen der Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte. Man könnte doch versuchen, anhand eines fortzuschreibenden Kanons die Fragen unmittelbar aus dem Wissen der Gegenwart abzuleiten und die Antworten in einem Kompendium zusammenzufassen, das einer Erneuerung entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaften durch jeweilige Neuauflagen Rechnung trägt. Man würde mit einem solchen Vorgehen allerdings darauf verzichten, auf die vielen klugen Antworten zuzugreifen, die frühere Philosophen bereits erarbeitet hatten. Die Erfahrungsbasis der Philosophie liegt nicht in empirischen Tatsachen, sondern in den in ihrer Geschichte entwickelten Theorien.<ref>[[Hans Krämer (Philosoph)|Hans Krämer]]: ''Funktions- und Reflexionsmöglichkeiten der Philosophiehistorie: Vorschläge zu ihrer wissenschaftstheoretischen Ortsbestimmung.'' In: ''Zeitschrift für allgemeine Wissenschaftstheorie.'' 16, 1/1985, S. 67–95, 67.</ref> Man würde vor allem ignorieren, dass man sich dem vollen Gehalt einer Frage erst im breiten Diskurs der Philosophen annähern kann. Jede philosophische Theorie muss sich von alternativen Theorien kritisch abgrenzen und hierzu gehören auch die maßgeblichen Theorien der Vergangenheit. Das Wesentliche der Antworten Kants auf seine Fragen ist, dass der Mensch in seinen Fähigkeiten begrenzt ist und sich ihm die philosophischen Fragen immer wieder neu stellen.
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Es gibt Philosophen wie [[Karl Jaspers]], die die Auseinandersetzung mit historischen Positionen als ein [[Geistergespräch|intellektuelles Gespräch]] betrachten, das das eigene Denken befördert.<ref>Karl Jaspers: ''Einführung in die Philosophie. Zwölf Radiovorträge.'' Zürich 1950, S. 17.</ref> Nur so&nbsp;– so [[Hans Georg Gadamer]]&nbsp;– ist es möglich, dass eine „Wahrheit erkannt wird, die auf anderem Wege nicht erreichbar ist.“ Die Auseinandersetzung mit den großen Denkern wird selbst zu einer „Weise des Philosophierens“<ref>Hans Georg Gadamer: ''[[Wahrheit und Methode]].'' 5. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 1986, S. 2 und 3.</ref> Ähnlich betonte Whitehead, dass gerade die Unstimmigkeiten und ungelösten Fragen vergangener Positionen Ansätze für die Weiterentwicklung neuer Theorien und [[Spekulation (Philosophie)|Spekulationen]] geben. Gerade hierin liegt der Motor des Fortschritts.<ref>Alfred North Whitehead: ''Prozess und Realität.'' aus dem Englischen von Hans Günter Holl. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, S. 23 und 44–45</ref> Andere, wie Hegel, sehen in der Geschichte der Philosophie eine Denkentwicklung, so dass man das Denken der Gegenwart nur verstehen kann, wenn man seine Entstehung versteht. Erst dann kann man Prinzipien und Leitgedanken entwickeln, die auch systematisch für die Antworten der Philosophie grundlegend sind. Hier wird die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte ein originäres Philosophieren und nicht bloß die Wiedergabe von historischen Lehrmeinungen ([[Doxographie]]). Entsprechend fordert [[Wolfgang Röd]] eine „philosophierenden Geschichte der Philosophie“<ref>Wolfgang Röd: ''Der Weg der Philosophie.'' Band 1: ''Altertum, Mittelalter, Renaissance.'' 2. Auflage. 2008, S. 15.</ref> Die Erzählung der Geschichte beruht dann nicht mehr allein auf dokumentarischen, sondern auch auf begrifflichen Beweisen, die der Interpretation des philosophierenden Historikers zugrunde liegen.<ref>[[Arthur C. Danto]]: ''Analytische Philosophie der Geschichte.'' Suhrkamp, Frankfurt 1980, S. 200.</ref> [[Arthur Schopenhauer]] hielt hingegen den Zugang zur Philosophiegeschichte anhand von deren Darstellung durch Philosophieprofessoren für wenig sinnvoll, weil hierdurch der Gehalt verkürzt und verzerrt werde. „Statt der selbsteigenen Werke der Philosophen allerlei Darlegungen ihrer Lehren, oder überhaupt Geschichte der Philosophie zu lesen, ist wie wenn man sein Essen von einem Anderen kauen lassen wollte.“<ref>Arthur Schopenhauer: ''Fragmente zur Geschichte der Philosophie.'' In: ''[[Parerga und Paralipomena]]. Kleine Philosophische Schriften.'' zweite und beträchtlich vermehrte Auflage, aus dem handschriftlichen Nachlass des Verfassers herausgegeben von [[Julius Frauenstädt]]. Hahn, Berlin 1862, Band I, S. 35. [http://books.google.de/books?hl=de&lr=&id=9ps9AAAAYAAJ&oi=fnd&pg=PA33&dq=schopenhauer+parerga+und+paralipomena&ots=w43x546QxF&sig=uEwVgym8RdkGm20Z_1ZVEz3yXjU#v=onepage&q=schopenhauer%20parerga%20und%20paralipomena&f=false (Google Books)]</ref> Statt einer Darstellung würde eine Sammlung wichtiger Textauszüge viel hilfreicher sein. Nur durch das Studium der originären Schriften könne man sich dem Denken der historischen Vorbilder wirklich nähern. Schopenhauer betonte dann, dass seine Ausführungen das eigene Denken aufgrund des Studiums von Originalwerken darstellen. Diese Sicht wurde etwa auch von [[Fritz Mauthner]] betont: „Die beiden Umstände, die eine ernsthafte Philosophiegeschichte nicht zulassen, beziehen sich auf den festen Standpunkt des Darstellers und auf die Undarstellbarkeit des Darzustellenden. Wie wenn ein Photograph die Luftbewegung auf die Platte bringen wollte, besäße aber kein Stativ für seinen Apparat und keine für die Luft empfindliche Platte.“<ref>Fritz Mauthner: [http://www.gleichsatz.de/b-u-t/221149/wbhist.html ''Geschichte.''] In: ''Wörterbuch der Philosophie.'' München/ Leipzig 1910/11.</ref>
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Dagegen steht die Auffassung, dass es in der Philosophiegeschichte das Wesentliche und Überdauernde zu finden gilt. [[Martin Heidegger]] bemerkte hierzu: „Wir mögen noch so fleißig zusammenscharren, was Frühere schon gesagt haben, es hilft uns nichts, wenn wir nicht die Kraft der Einfachheit des Wesensblickes aufbringen.“<ref>Martin Heidegger: ''Gesamtausgabe 29/30: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt&nbsp;– Endlichkeit&nbsp;– Einsamkeit.'' (Wintersemester 1929/30), Hrsg.: F.-W. von Herrmann, 1983, 3. Auflage. Klostermann, Frankfurt 2004, S. 213.</ref> [[Nicolai Hartmann]], der allerdings eine reine [[Historiographie]] für wertlos hielt, stimmte dem zu: „Was wir brauchen, das ist der Historiker, der zugleich Systematiker auf der Höhe seiner Zeit ist&nbsp;– der Historiker, der um die Aufgabe des Wiedererkennens weiß und für sie die Voraussetzung systematischer Fühlung mit den Problemen mitbringt.“<ref>Nicolai Hartmann: ''Der philosophische Gedanke und seine Geschichte.'' Reclam, Stuttgart 1968, S. 29.</ref> [[Victor Kraft]] hat dem entgegen bestritten, dass die Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte überhaupt einen wesentlichen Ertrag bringen kann: „So besteht nun ein großer Teil der Philosophie, wie sie öffentlich gelehrt wird, in Übersichten ihrer eigenen Vergangenheit. Und diese bieten nun fast ausnahmslos dieses selbe Bild. Denker um Denker erscheint auf der Bühne, jeder wird in liebevoller mitgehender Darstellung vorgeführt, man stellt sich ganz auf seinen Standpunkt, baut Metaphysik mit dem Metaphysiker, wird skeptisch mit dem Skeptiker und kritisch mit dem Kritizisten, und, wenn die Fülle der Gestalten vorüber gewandelt ist, so steht nicht ein Bau da, groß und gewaltig, an dem sie alle gearbeitet haben, sondern es bleibt nur die Erinnerung ihres Zwiespalts, und ihrer Unvereinbarkeit und ihrer verwirrenden Fülle.“<ref>Victor Kraft: ''Philosophie und Geschichte der Philosophie.'' In: ''Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik.'' 157 (1915), S. 4–20, 4.</ref> [[Vittorio Hösle]] fordert stattdessen „einen Mittelweg zwischen einer Philosophie ohne das Bewußtsein der eigenen Geschichtlichkeit und einer in Gelehrsamkeit ohne systematische Perspektive versinkenden Philosophiehistorie“.<ref>Vittorio Hösle: ''Philosophiegeschichte und objektiver Idealismus.'' Beck, München 1969, S. 7–8.</ref> Hösle wendet sich gegen alle Spielarten des [[Relativismus]], seien es der [[Historismus]], ein [[Pluralismus (Philosophie)|Pluralismus]] oder ein [[Skeptizismus]]. Jede Position, auch eine relativistische, kann am Ende nur ernsthaft vorgetragen werden, wenn sie einen Anspruch auf Wahrheit erhebt. „Dass aber trotz Geschichtlichkeit Wahrheit möglich sein muss, hat sich als Bedingung der Möglichkeit einer jeden Theorie gezeigt. Selbstteleologiesierung ist daher für eine jede Philosophie notwendig.“<ref>Vitorio Hösle: ''Wahrheit und Geschichte.'' Frommann-Holzboog, Stuttgart 1986, S. 130.</ref>
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[[Friedrich Nietzsche]], für den als Philologen die Auseinandersetzung mit der Antike Ausgangspunkt des philosophischen Denkens war, hat sich in seiner frühen Schrift ''[[Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben]]'' ausführlich mit dem Sinn der Philosophiegeschichte auseinandergesetzt. Nietzsches Verhältnis zur Geschichte der Philosophie war zwiespältig. Zum einen ermöglicht sie Einsichten: „Nun sind philosophische Systeme nur für ihre Gründer ganz wahr: für alle späteren Philosophen gewöhnlich Ein großer Fehler, für die schwächeren Köpfe eine Summe von Fehlern und Wahrheiten. Als höchstes Ziel jedenfalls aber ein Irrthum, insofern verwerflich. Deshalb mißbilligen viele Menschen jeden Philosophen, weil sein Ziel nicht das ihre ist; es sind die Fernestehenden. Wer dagegen an großen Menschen überhaupt seine Freude hat, hat auch seine Freude an solchen Systemen, seien sie auch ganz irrthümlich: sie haben doch einen Punkt an sich, der ganz unwiderleglich ist, eine persönliche Stimmung, Farbe, man kann sie benutzen, um das Bild des Philosophen zu gewinnen: wie man vom Gewächse an einem Orte auf den Boden schließen kann.“<ref>Friedrich Nietzsche: ''Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen.'' [http://www.nietzschesource.org/texts/eKGWB/PHG (online)]</ref> Zum anderen ist es gefährlich, Vergangenes mit gedanklichen Konstruktionen in ein Korsett zu zwängen und so „Begriffsgespinste“ zu erzeugen: „Nach ihnen greifend wähnt er [der Gebildete] die Philosophie zu haben, nach ihnen zu suchen klettert er an der sogenannten Geschichte der Philosophie herum — und wenn er sich endlich eine ganze Wolke von solchen Abstraktionen und Schablonen zusammengesucht und aufgethürmt hat — so mag es ihm begegnen, daß ein wahrer Denker ihm in den Weg tritt und sie — wegbläst.“<ref>Friedrich Nietzsche: ''Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur.'' [http://www.nietzschesource.org/texts/eKGWB/CV-CV4 (online)]{{Toter Link|date=2018-04 |archivebot=2018-04-12 06:07:03 InternetArchiveBot |url=http://www.nietzschesource.org/texts/eKGWB/CV-CV4 }}</ref>
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Auch für [[Henri Bergson]] war der Zugang zur Philosophie über ihre Geschichte problematisch. Den Zugang zum Wahren erhält der Philosoph über seine philosophische [[Intuition]]. Dieses Wissen aus der Intuition, der einfache und tiefe Grundgedanke, ist das, was alle zeitgeschichtlichen Perspektiven überdauert. „Gewiss haben wir damit nicht ganz Unrecht, denn eine Philosophie gleicht mehr einem Organismus als einem Agglomerat. […] Aber abgesehen davon, daß dieser neue Vergleich der Geschichte des Denkens eine größere Kontinuität zuschreibt, als ihr wirklich innewohnt, ist er auch insofern unpassend, als er unsere Aufmerksamkeit auf die äußere Komplikation des Systems und auf das richtet, was in seiner oberflächlichen Form ableitbar erscheint, anstatt die Neuheit und Einfachheit des Grundes hervortreten zu lassen.“<ref>Henri Bergson: Die philosophische Intuition, Vortrag Bologna 10. April 1011, abgedruckt in: La pensée e le mouvant (1934), deutsch in: Denken und schöpferisches Werden, hrsg.  von F. und L. Kottje, Meisenheim 1948, 126-148, hier 130-131</ref>
  
 
== Zu weiteren Themen siehe auch ==
 
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Version vom 4. August 2018, 00:56 Uhr

Die Geschichte der Philosophie hat die Entwicklung des theoretischen Nachdenkens über die Welt und die in ihr herrschenden Prinzipien vom Beginn der europäischen Philosophie im antiken Griechenland des 6. Jahrhunderts v. Chr. bis zur Gegenwart zum Gegenstand. Als philosophische Disziplin nimmt die Philosophiegeschichtsschreibung interpretierend zu den historischen Entwürfen Stellung, versucht diese in ihrem jeweiligen Zusammenhang zu verstehen und untersucht, ob und inwiefern sich hieraus Lehren für die Gegenwart ziehen lassen. Die Theorie der Philosophiegeschichte untersucht Methoden, Kategorien und Bedeutsamkeit des historischen Zugangs zur Philosophie.

Es gehört zu den Eigentümlichkeiten der Philosophie, dass sie im Lauf ihrer Geschichte immer wieder grundsätzlich neue Erklärungsmodelle zu den ihr eigenen immerwährenden Fragen nach dem Erkennbaren, nach dem richtigen Handeln oder nach dem Sinn des Lebens hervorgebracht hat. Dabei müssen Philosophen sich jeweils mit ihren Antworten an die Erkenntnisse der Sachwissenschaften anpassen und deren aktuellen Wissensstand zur Erklärung der Welt heranziehen. Die Geschichte der Antworten fließt somit stets in die aktuellen Erklärungen mit ein. Aus diesem systematischen Unterschied zu den Wissenschaften erklärt sich das besondere Interesse der Philosophie an der eigenen Ideengeschichte.

Typen des Geschichtsbezugs

Es können unterschiedliche Aspekte als „Typen des Geschichtsbezugs“[1] zur Klärung des historischen Selbstverständnisses betrachtet werden, die unterschiedliche Funktionen[2] erfüllen:

  1. Das Zusammentragen der Lebensdaten, Werke und Auffassungen der Philosophen der Vergangenheit ermöglicht eine Übersicht über das schon vorhandene Denken und die Entstehung der heutigen Positionen (Ideengeschichte als historische Realität – res gestae, Informationsfunktion).
  2. Durch Ordnen und Erkennen von systematischen Zusammenhängen werden Begriffe und Grundgedanken geklärt (Begriffsgeschichte, Fundus bestehender Argumente).
  3. Man findet die im Laufe der Philosophiegeschichte immer wieder gestellten Fragen und die darauf gegebenen unterschiedlichen Antworten (Problemgeschichte, Relativierung einzelner Positionen).
  4. Man kann versuchen festzustellen, ob es in der Philosophiegeschichte einen Fortschritt gibt, so etwas wie eine zielgerichtete Entwicklung (Philosophiegeschichtsphilosophie,[3] Wahrheits- und Geltungsfrage).
  5. In einer Selbstbetrachtung werden Methoden und Formen der Philosophiegeschichtsschreibung in ihrer historischen Entwicklung untersucht (Geschichte der Philosophiegeschichte als „Erinnerungsreflexion – historia rerum gestarum“).[4]

Philosophiegeschichte kann man personenorientiert, werkorientiert oder problemorientiert angehen. Ein weiterer Ansatz besteht in der Einteilung nach großen Epochen, wobei die wesentlichen Personen mit ihren wesentlichen Werken und ihre Antworten zu den wesentlichen Fragen herausgearbeitet werden. Soweit die jeweiligen Philosophiehistoriker die eigene Interpretation mitliefern, ist es erforderlich, alternative Darstellungen und insbesondere auch die Originalschriften heranzuziehen, um eine eigene Beurteilung vornehmen zu können. Die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte kann, je nach der intendierten Funktion, in verschiedenen Formen erfolgen, etwa dokumentarisch, polemisch, topisch, narrativ, argumentativ oder etwa hermeneutisch.[5]

Der Nutzen der Philosophiegeschichte

Die Aufgabenstellung der Philosophie ist eine ganz andere als in den positiven Wissenschaften, seien es Naturwissenschaften oder Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, in denen schrittweise Wissen angesammelt, korrigiert und fortwährend durch bessere, differenziertere oder grundsätzlich neue Theorien ersetzt wird. Die Philosophie versucht hingegen, Antworten auf ganz allgemeine Fragen zu geben, mit denen die Zusammenhänge in der Welt erklärt werden können. Berühmt sind die Fragen Immanuel Kants: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? (KrV B 833; Vorlesungen über Logik VIII) Diese oder alle daraus abgeleiteten Fragen stellen sich im Verlaufe der Geschichte immer wieder neu, weil die gesellschaftlichen Verhältnisse, aber auch das Wissen über die Natur sich immer weiter entwickeln. Man spricht deshalb von einer Philosophia perennis, einer immerwährenden Philosophie. Hegel meinte, dass die Philosophie ihre Zeit in Gedanken fasst.[6] Weil die alten Fragen bestehen bleiben und im Zeitablauf bestenfalls differenziert und systematisiert wurden, hat es den Anschein, als gäbe es in der Philosophie keinen Fortschritt. In diesem Sinne wird oftmals auch die Äußerung Whiteheads zitiert, dass die ganze europäische Philosophiegeschichte nur aus Fußnoten zu Platon bestünde.[7] Whitehead wollte allerdings nur den Gedankenreichtum Platons hervorheben, ohne dessen Nachfolgern Abbruch zu tun. Kant sprach sogar von einem „Herumtappen“ und von philosophischen „Nomaden“ (KrV B VII), weil in der Geschichte vielfältige, oftmals widersprüchliche und gegensätzliche Auffassungen die Debatte beherrschten. Ulrich Johannes Schneider spricht von einem „Stimmengewirr der Legenden“[8] Drastisch ist die Bestandsaufnahme bei Wilhelm Dilthey: „Grenzenlos, chaotisch liegt die Mannigfaltigkeit der philosophischen Systeme hinter uns [...] wir blicken zurück auf ein unermeßliches Trümmerfeld religiöser Traditionen, metaphysischer Behauptungen, demonstrierter Systeme: Möglichkeiten aller Art [...] hat der Menschengeist durch viele Jahrhunderte versucht und durchgeprobt, und die methodische, kritische Geschichtsforschung erforscht jedes Bruchstück, jeden Rest dieser langen Arbeit unseres Geschlechts. Eins dieser Systeme schließt das andere aus, eins widerlegt das andere, keines vermag sich zu beweisen.“[9]

Es stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Nutzen der Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte. Man könnte doch versuchen, anhand eines fortzuschreibenden Kanons die Fragen unmittelbar aus dem Wissen der Gegenwart abzuleiten und die Antworten in einem Kompendium zusammenzufassen, das einer Erneuerung entsprechend dem Fortschritt der Wissenschaften durch jeweilige Neuauflagen Rechnung trägt. Man würde mit einem solchen Vorgehen allerdings darauf verzichten, auf die vielen klugen Antworten zuzugreifen, die frühere Philosophen bereits erarbeitet hatten. Die Erfahrungsbasis der Philosophie liegt nicht in empirischen Tatsachen, sondern in den in ihrer Geschichte entwickelten Theorien.[10] Man würde vor allem ignorieren, dass man sich dem vollen Gehalt einer Frage erst im breiten Diskurs der Philosophen annähern kann. Jede philosophische Theorie muss sich von alternativen Theorien kritisch abgrenzen und hierzu gehören auch die maßgeblichen Theorien der Vergangenheit. Das Wesentliche der Antworten Kants auf seine Fragen ist, dass der Mensch in seinen Fähigkeiten begrenzt ist und sich ihm die philosophischen Fragen immer wieder neu stellen.

Es gibt Philosophen wie Karl Jaspers, die die Auseinandersetzung mit historischen Positionen als ein intellektuelles Gespräch betrachten, das das eigene Denken befördert.[11] Nur so – so Hans Georg Gadamer – ist es möglich, dass eine „Wahrheit erkannt wird, die auf anderem Wege nicht erreichbar ist.“ Die Auseinandersetzung mit den großen Denkern wird selbst zu einer „Weise des Philosophierens“[12] Ähnlich betonte Whitehead, dass gerade die Unstimmigkeiten und ungelösten Fragen vergangener Positionen Ansätze für die Weiterentwicklung neuer Theorien und Spekulationen geben. Gerade hierin liegt der Motor des Fortschritts.[13] Andere, wie Hegel, sehen in der Geschichte der Philosophie eine Denkentwicklung, so dass man das Denken der Gegenwart nur verstehen kann, wenn man seine Entstehung versteht. Erst dann kann man Prinzipien und Leitgedanken entwickeln, die auch systematisch für die Antworten der Philosophie grundlegend sind. Hier wird die Auseinandersetzung mit der Philosophiegeschichte ein originäres Philosophieren und nicht bloß die Wiedergabe von historischen Lehrmeinungen (Doxographie). Entsprechend fordert Wolfgang Röd eine „philosophierenden Geschichte der Philosophie“[14] Die Erzählung der Geschichte beruht dann nicht mehr allein auf dokumentarischen, sondern auch auf begrifflichen Beweisen, die der Interpretation des philosophierenden Historikers zugrunde liegen.[15] Arthur Schopenhauer hielt hingegen den Zugang zur Philosophiegeschichte anhand von deren Darstellung durch Philosophieprofessoren für wenig sinnvoll, weil hierdurch der Gehalt verkürzt und verzerrt werde. „Statt der selbsteigenen Werke der Philosophen allerlei Darlegungen ihrer Lehren, oder überhaupt Geschichte der Philosophie zu lesen, ist wie wenn man sein Essen von einem Anderen kauen lassen wollte.“[16] Statt einer Darstellung würde eine Sammlung wichtiger Textauszüge viel hilfreicher sein. Nur durch das Studium der originären Schriften könne man sich dem Denken der historischen Vorbilder wirklich nähern. Schopenhauer betonte dann, dass seine Ausführungen das eigene Denken aufgrund des Studiums von Originalwerken darstellen. Diese Sicht wurde etwa auch von Fritz Mauthner betont: „Die beiden Umstände, die eine ernsthafte Philosophiegeschichte nicht zulassen, beziehen sich auf den festen Standpunkt des Darstellers und auf die Undarstellbarkeit des Darzustellenden. Wie wenn ein Photograph die Luftbewegung auf die Platte bringen wollte, besäße aber kein Stativ für seinen Apparat und keine für die Luft empfindliche Platte.“[17]

Dagegen steht die Auffassung, dass es in der Philosophiegeschichte das Wesentliche und Überdauernde zu finden gilt. Martin Heidegger bemerkte hierzu: „Wir mögen noch so fleißig zusammenscharren, was Frühere schon gesagt haben, es hilft uns nichts, wenn wir nicht die Kraft der Einfachheit des Wesensblickes aufbringen.“[18] Nicolai Hartmann, der allerdings eine reine Historiographie für wertlos hielt, stimmte dem zu: „Was wir brauchen, das ist der Historiker, der zugleich Systematiker auf der Höhe seiner Zeit ist – der Historiker, der um die Aufgabe des Wiedererkennens weiß und für sie die Voraussetzung systematischer Fühlung mit den Problemen mitbringt.“[19] Victor Kraft hat dem entgegen bestritten, dass die Beschäftigung mit der Philosophiegeschichte überhaupt einen wesentlichen Ertrag bringen kann: „So besteht nun ein großer Teil der Philosophie, wie sie öffentlich gelehrt wird, in Übersichten ihrer eigenen Vergangenheit. Und diese bieten nun fast ausnahmslos dieses selbe Bild. Denker um Denker erscheint auf der Bühne, jeder wird in liebevoller mitgehender Darstellung vorgeführt, man stellt sich ganz auf seinen Standpunkt, baut Metaphysik mit dem Metaphysiker, wird skeptisch mit dem Skeptiker und kritisch mit dem Kritizisten, und, wenn die Fülle der Gestalten vorüber gewandelt ist, so steht nicht ein Bau da, groß und gewaltig, an dem sie alle gearbeitet haben, sondern es bleibt nur die Erinnerung ihres Zwiespalts, und ihrer Unvereinbarkeit und ihrer verwirrenden Fülle.“[20] Vittorio Hösle fordert stattdessen „einen Mittelweg zwischen einer Philosophie ohne das Bewußtsein der eigenen Geschichtlichkeit und einer in Gelehrsamkeit ohne systematische Perspektive versinkenden Philosophiehistorie“.[21] Hösle wendet sich gegen alle Spielarten des Relativismus, seien es der Historismus, ein Pluralismus oder ein Skeptizismus. Jede Position, auch eine relativistische, kann am Ende nur ernsthaft vorgetragen werden, wenn sie einen Anspruch auf Wahrheit erhebt. „Dass aber trotz Geschichtlichkeit Wahrheit möglich sein muss, hat sich als Bedingung der Möglichkeit einer jeden Theorie gezeigt. Selbstteleologiesierung ist daher für eine jede Philosophie notwendig.“[22]

Friedrich Nietzsche, für den als Philologen die Auseinandersetzung mit der Antike Ausgangspunkt des philosophischen Denkens war, hat sich in seiner frühen Schrift Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben ausführlich mit dem Sinn der Philosophiegeschichte auseinandergesetzt. Nietzsches Verhältnis zur Geschichte der Philosophie war zwiespältig. Zum einen ermöglicht sie Einsichten: „Nun sind philosophische Systeme nur für ihre Gründer ganz wahr: für alle späteren Philosophen gewöhnlich Ein großer Fehler, für die schwächeren Köpfe eine Summe von Fehlern und Wahrheiten. Als höchstes Ziel jedenfalls aber ein Irrthum, insofern verwerflich. Deshalb mißbilligen viele Menschen jeden Philosophen, weil sein Ziel nicht das ihre ist; es sind die Fernestehenden. Wer dagegen an großen Menschen überhaupt seine Freude hat, hat auch seine Freude an solchen Systemen, seien sie auch ganz irrthümlich: sie haben doch einen Punkt an sich, der ganz unwiderleglich ist, eine persönliche Stimmung, Farbe, man kann sie benutzen, um das Bild des Philosophen zu gewinnen: wie man vom Gewächse an einem Orte auf den Boden schließen kann.“[23] Zum anderen ist es gefährlich, Vergangenes mit gedanklichen Konstruktionen in ein Korsett zu zwängen und so „Begriffsgespinste“ zu erzeugen: „Nach ihnen greifend wähnt er [der Gebildete] die Philosophie zu haben, nach ihnen zu suchen klettert er an der sogenannten Geschichte der Philosophie herum — und wenn er sich endlich eine ganze Wolke von solchen Abstraktionen und Schablonen zusammengesucht und aufgethürmt hat — so mag es ihm begegnen, daß ein wahrer Denker ihm in den Weg tritt und sie — wegbläst.“[24]

Auch für Henri Bergson war der Zugang zur Philosophie über ihre Geschichte problematisch. Den Zugang zum Wahren erhält der Philosoph über seine philosophische Intuition. Dieses Wissen aus der Intuition, der einfache und tiefe Grundgedanke, ist das, was alle zeitgeschichtlichen Perspektiven überdauert. „Gewiss haben wir damit nicht ganz Unrecht, denn eine Philosophie gleicht mehr einem Organismus als einem Agglomerat. […] Aber abgesehen davon, daß dieser neue Vergleich der Geschichte des Denkens eine größere Kontinuität zuschreibt, als ihr wirklich innewohnt, ist er auch insofern unpassend, als er unsere Aufmerksamkeit auf die äußere Komplikation des Systems und auf das richtet, was in seiner oberflächlichen Form ableitbar erscheint, anstatt die Neuheit und Einfachheit des Grundes hervortreten zu lassen.“[25]

Zu weiteren Themen siehe auch

Siehe auch

Zur Thema Literatur siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ähnlich: Emil Angehrn: Wege des Verstehens: Hermeneutik und Geschichtsdenken. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, S. 112.
  2. Hans Krämer: Funktions- und Reflexionsmöglichkeiten der Philosophiegeschichte. Vorschläge zu einer wissenschaftstheoretischen Ortsbestimmung. In: Zeitschrift für allgemeine Wissenschaftstheorie. 15 (1985), S. 67–95.
  3. Hermann Lübbe: Philosophiegeschichte als Philosophie. Zu Kants Philosophiegeschichtsphilosophie. In: Klaus Oehler, Richard Schaeffler (Hrsg.): Einsichten. Gerhard Krüger zum 60. Geburtstag. Klostermann, Frankfurt 1962, S. 204–229.
  4. Lutz Geldsetzer: Stichwort „Philosophiegeschichte“. In: Joachim Ritter (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 7, Schwabe, Basel 1989, S. 912–924.
  5. Pierre Aubenque: Philosophie und Philosophiegeschichte bei Aristoteles. In: Klaus-Dieter Eichler, Volker Caysa (Hrsg.): Philosophiegeschichte und Hermeneutik. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 1996, S. 17–25, 23.
  6. In den Worten Hegels: „Das wahre Eigentümliche einer Philosophie ist die interessante Individualität, in welcher die Vernunft aus dem Bauzeug eines besonderen Zeitalters sich eine Gestalt organisiert hat; die besondere spekulative Vernunft findet darin Geist von ihrem Geist, Fleisch von ihrem Fleisch, sie schaut sich in ihm als ein und dasselbe und als ein anderes lebendiges Wesen an. Jede Philosophie ist in sich vollendet und hat, wie ein echtes Kunstwerk, die Totalität in sich.“ aus: Differenz des Fichteschen und Schellingschen Systems der Philosophie. Werke, Band 2, Suhrkamp, Frankfurt 1971, S. 15–52, hier 19 (online)
  7. Alfred North Whitehead: Prozess und Realität. aus dem Englischen von Hans Günter Holl. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, S. 91.
  8. Ulrich Johannes Schneider: Die Vergangenheit des Geistes: eine Archäologie der Philosophiegeschichte. Suhrkamp, Frankfurt 1990, S. 17.
  9. Wilhelm Dilthey: Weltanschauungslehre. Abhandlungen zur Philosophie der Philosophie, Gesammelte Schriften, Band VIII, Vandenhoeck & Ruprecht; 6. unveränd. Auflage Göttingen 1991, 57-58
  10. Hans Krämer: Funktions- und Reflexionsmöglichkeiten der Philosophiehistorie: Vorschläge zu ihrer wissenschaftstheoretischen Ortsbestimmung. In: Zeitschrift für allgemeine Wissenschaftstheorie. 16, 1/1985, S. 67–95, 67.
  11. Karl Jaspers: Einführung in die Philosophie. Zwölf Radiovorträge. Zürich 1950, S. 17.
  12. Hans Georg Gadamer: Wahrheit und Methode. 5. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 1986, S. 2 und 3.
  13. Alfred North Whitehead: Prozess und Realität. aus dem Englischen von Hans Günter Holl. 1. Auflage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, S. 23 und 44–45
  14. Wolfgang Röd: Der Weg der Philosophie. Band 1: Altertum, Mittelalter, Renaissance. 2. Auflage. 2008, S. 15.
  15. Arthur C. Danto: Analytische Philosophie der Geschichte. Suhrkamp, Frankfurt 1980, S. 200.
  16. Arthur Schopenhauer: Fragmente zur Geschichte der Philosophie. In: Parerga und Paralipomena. Kleine Philosophische Schriften. zweite und beträchtlich vermehrte Auflage, aus dem handschriftlichen Nachlass des Verfassers herausgegeben von Julius Frauenstädt. Hahn, Berlin 1862, Band I, S. 35. (Google Books)
  17. Fritz Mauthner: Geschichte. In: Wörterbuch der Philosophie. München/ Leipzig 1910/11.
  18. Martin Heidegger: Gesamtausgabe 29/30: Die Grundbegriffe der Metaphysik. Welt – Endlichkeit – Einsamkeit. (Wintersemester 1929/30), Hrsg.: F.-W. von Herrmann, 1983, 3. Auflage. Klostermann, Frankfurt 2004, S. 213.
  19. Nicolai Hartmann: Der philosophische Gedanke und seine Geschichte. Reclam, Stuttgart 1968, S. 29.
  20. Victor Kraft: Philosophie und Geschichte der Philosophie. In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik. 157 (1915), S. 4–20, 4.
  21. Vittorio Hösle: Philosophiegeschichte und objektiver Idealismus. Beck, München 1969, S. 7–8.
  22. Vitorio Hösle: Wahrheit und Geschichte. Frommann-Holzboog, Stuttgart 1986, S. 130.
  23. Friedrich Nietzsche: Die Philosophie im tragischen Zeitalter der Griechen. (online)
  24. Friedrich Nietzsche: Das Verhältnis der Schopenhauerischen Philosophie zu einer deutschen Cultur. (online)@1@2Vorlage:Toter Link/www.nietzschesource.org (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven)
  25. Henri Bergson: Die philosophische Intuition, Vortrag Bologna 10. April 1011, abgedruckt in: La pensée e le mouvant (1934), deutsch in: Denken und schöpferisches Werden, hrsg. von F. und L. Kottje, Meisenheim 1948, 126-148, hier 130-131