Exerzitien und Wirtschaftseinheit: Unterschied zwischen den Seiten

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'''Exerzitien''' sind [[Spiritualität|geistliche]] Übungen, die abseits des alltäglichen Lebens zu einer intensiven Besinnung und Begegnung mit [[Gott]] führen sollen. Sie werden einzeln oder in Gruppen durchgeführt und können von einigen Stunden bis mehrere Wochen oder Monate dauern. Grundlegende Elemente sind [[Gebet]] (insbesondere das [[Jesusgebet]]), [[Meditation]], [[Lectio divina]], [[Fasten]], [[Schweigen]], Gespräche mit einem Exerzitienbegleiter und körperliche oder künstlerische Betätigung ([[Ora et labora]], [[Ikonographie]]).
[[Bild:Wirtschaftseinheiten.svg|thumb|Betriebswirtschaftlich relevante Wirtschaftseinheiten|440px]]
'''Wirtschaftseinheit''' oder '''Wirtschaftssubjekt''' ({{enS|''economic unit''}}) ist in der [[Wirtschaftswissenschaft]] ein wirtschaftlich selbständiger Entscheidungsträger, etwa ein [[Haushalt|Privathaushalt]] oder ein [[Unternehmen]]<ref>[http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/wirtschaftssubjekt.html Gablers Wirtschaftslexikon]</ref>


== Geschichtliche Entwicklung ==
== Allgemeines ==
Als älteste Form christliche Exerzitien lässt sich das eremitische Leben der [[Wüstenväter]] betrachten.
Zu den Wirtschaftseinheiten gehören [[Haushalte|Privathaushalt]]e, [[Unternehmen]] und der [[Staat]] mit allen ihm zuzuordnenden [[Wikipedia:öffentlicher Haushalt|öffentlichen Haushalten]] ([[Wikipedia:öffentliche Hand|öffentliche Hand]] einschließlich [[Wikipedia:Sozialversicherung|Sozialversicherung]]). Manchmal werden als weitere Wirtschaftseinheiten noch die privaten [[Wikipedia:Non-Profit-Organisation|Organisationen ohne Erwerbscharakter]] (wie [[Wikipedia:Verein|Verein]]e, [[Wikipedia:Kirche (Organisation)|Kirchen]], [[Gewerkschaft]]en oder [[Wikipedia:Verband (Soziologie)|Verbände]])<ref>[https://books.google.de/books?id=h038vihQ_mIC&pg=PA41&dq=Wirtschaftseinheit+begriff&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Wirtschaftseinheit%20begriff&f=false Alfred Endres/Jörn Martiensen, ''Umweltökonomik'', 2007, S. 41]</ref> und das [[Wikipedia:Ausland|Ausland]] (etwa [[Wikipedia:Touristen|Touristen]]) hinzugerechnet. Jede Gruppe gleicher Wirtschaftseinheiten weist Eigenheiten auf, die sie von den anderen Gruppen von Wirtschaftseinheiten unterscheidet. Das betrifft ihren wirtschaftlichen [[Zweck]], ihre [[Wikipedia:Vermögensstruktur|Vermögens-]] und [[Wikipedia:Kapitalstruktur|Kapitalstruktur]], ihre hauptsächliche [[Einkunftsart (Deutschland)|Einkommensart]] und ihre [[Ziel]]e. Wirtschaftseinheiten sind so organisiert, dass sie aufgrund ihrer Ziele in der Lage sind, am [[Markt]] teilzunehmen. Sie sind [[Akteur]]e, die als [[Entscheidungsträger]] ("Subjekte") auf den Märkten in [[Interaktion]] treten und innerhalb ihrer Gruppe jeweils ein charakteristisches [[Marktverhalten]] aufweisen. Wirtschaftssubjekte mit ähnlichen Verhaltensweisen werden zu [[Wirtschaftssektor]]en zusammengefasst.<ref>[https://books.google.de/books?id=KNR3_6cfPpcC&pg=PA67&dq=adam+smith+verhalten+wirtschaftssubjekte&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=wirtschaftssubjekte&f=false Klaus Schrüfer, ''Allgemeine Volkswirtschaftslehre'', 2010, S. 24]</ref>
{{Hauptartikel|Ignatianische Exerzitien}}
Prägend für den Wortgebrauch wie für die Praxis sind die [[Ignatianische Exerzitien|Ignatianischen Exerzitien]], die geistlichen Übungen des [[Ignatius von Loyola]]. Der Gründer der [[Jesuiten|Gesellschaft Jesu]] versuchte, darin seine eigenen geistlichen Erfahrungen anderen zugänglich zu machen. Dazu lud er Freunde und andere an einer radikaleren [[Nachfolge Jesu]] Interessierte ein, sich für eine Zeit zurückzuziehen und unter seiner Anleitung dem [[Gebet]], der [[Meditation]] und [[Unterscheidung der Geister]] zu widmen.


Mit der [[Apostolische Konstitution|Apostolischen Konstitution]] ''[[Summorum Pontificum (1922)|Summorum Pontificum]]'' vom 25. Juli 1922 erklärte Papst [[Pius XI.]] den Heiligen Ignatius von Loyola zum [[Schutzpatron]] aller geistigen Exerzitien.
== Geschichte ==
Der [[Physiokrat]] [[François Quesnay]] kannte in seinem 1758 entstandenen ''[[Tableau économique]]'' drei Wirtschaftseinheiten, nämlich [[Eigentümer]], [[Unternehmer]] und [[Arbeiter]], die er entweder zur „produktiven Klasse“ (Unternehmer und Arbeiter in der [[Landwirtschaft]]) oder zur „sterilen Klasse“ (Unternehmer und Arbeiter in [[Handel]] und [[Manufaktur]]) zusammenfasste. In seinem Buch ''[[Theorie der ethischen Gefühle]]'' beschrieb [[Adam Smith]] im Jahre 1759 psychologische Aspekte des Verhaltens ({{enS|''conduct''}}) von Wirtschaftssubjekten.<ref>Adam Smith, ''The Theory of Moral Sentiments'', 1759 III, S. 239 ff.</ref> Spätestens seit seinem Buch ''[[Der Wohlstand der Nationen]]'' (März 1776) wird davon ausgegangen, dass die privaten Wirtschaftssubjekte ihren eigenen individuellen [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] verfolgen.<ref>Adam Smith, ''An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations'', 1776, S. 825 ff.</ref> Smith erkannte den [[Wettbewerb (Wirtschaft)|Wettbewerb]] zwischen den am Markt teilnehmenden Wirtschaftssubjekten als den entscheidenden Selbststeuerungsmechanismus.  


== Benediktinische und weitere klassische Exerzitienformen ==
Das [[Wirtschaften]] beruht [[Werner Sombart]] zufolge auf dem „zweckmäßigen Handeln“ der Wirtschaftssubjekte. Unter diesen Wirtschaftssubjekten verstand er im Jahre 1902 „Persönlichkeiten, von deren Willen also die wirtschaftliche Tätigkeit der eigenen Person oder Fremder bestimmt wird, bei denen im Bilde gesprochen der Schwerpunkt des Wirtschaftslebens liegt“.<ref>Werner Sombart, ''Der moderne Kapitalismus'', Band 1, 1902, S. 4</ref> Er unterschied 1927 zwischen Konsumtions- und Produktionswirtschaftssubjekten, rechnete die [[Kapitalist]]en als Inhaber der [[Produktionsmittel]] zu den Wirtschaftssubjekten und fasste die [[Lohnarbeit]]er als Wirtschaftsobjekte auf.<ref>Werner Sombart, ''Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus'', 1927, S. 230</ref> Der Privathaushalt ist [[Heinrich von Stackelberg]] zufolge eine „Wirtschaftseinheit, deren Zwecke die Verwendung wirtschaftlicher Güter erfordern, selbst jedoch nicht die Erzeugung wirtschaftlicher Güter zum Inhalt haben“.<ref>[https://books.google.de/books?id=VWTx96Ne4xUC&pg=PA107&dq=deren+zwecke+die+verwendung+wirtschaftlicher+g%C3%BCter+er-&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=deren%20zwecke%20die%20verwendung%20wirtschaftlicher%20g%C3%BCter%20er-&f=false Heinrich von Stackelberg, ''Grundlagen der theoretischen Volkswirtschaftslehre'', 1951, S. 107]</ref> Erich Kosiol sah 1962 in der Wirtschaftseinheit ein „Aktionsgebilde zur Erreichung von (ökonomischen, d. Verf.) Zielen durch Willenshandlungen“.<ref>Erich Kosiol, ''Organisation der Unternehmung'', 1962, S. 22</ref> Für [[Erwin Grochla]] schien eine sinnvolle Definition der Wirtschaftseinheit 1964 noch ein ungelöstes Problem der Wirtschaftswissenschaft zu sein.<ref>Erwin Grochla, ''Unternehmung und Betrieb'', in: Handbuch der Sozialwissenschaften, Band 10, 1964, S. 583</ref>
Es gibt heute viele Formen von geistlichen Übungen, „Exerzitien“. Ein Beispiel sind benediktinische Exerzitien, in denen die [[lectio divina]], die [[geistliche Schriftlesung]], das „wiederkäuende Betrachten“ biblischer oder anderer geistlicher Texte geübt wird, das gemeinsame [[Stundengebet]] und die Pflege des Schweigens eingeübt werden. Andere Formen sind Exerzitien nach [[Teresa von Avila]] und [[Johannes vom Kreuz]], bei denen das Gebet der liebenden Aufmerksamkeit im Mittelpunkt steht, franziskanische Exerzitien, die Inspirationen des Heiligen [[Franz von Assisi]] aufnehmen, oder verschiedene Formen von kontemplativen Exerzitien, die Elemente der christlichen [[Mystik]] und fernöstlicher [[Spiritualität]] ([[Zen]], [[Yoga]]) verbinden.


== Exerzitien in Protestantismus und Orthodoxie ==
== Arten ==
Eine neue Entwicklung ist es, dass auch im Rahmen evangelischer und orthodoxer Kirchen Exerzitien angeboten werden; bisweilen führen sie in der [[Protestantismus|evangelischen Kirche]] die Bezeichnung „[[Rüstzeit (Kirche)|Rüstzeit]]. In der Vergangenheit wurden in evangelischen Kirchen Exerzitien eher abgelehnt, da der Übungscharakter mit der Gefahr der [[Werkgerechtigkeit]] verbunden und im Gegensatz zum reinen Gnadencharakter der Erlösung ([[sola gratia]]) gesehen wurde.<ref>Udo Hofmann: [http://www.exerzitien-herzensgebet.de/was_sind_exerzitien.pdf ''Was sind Exerzitien?''] (PDF; 64&nbsp;kB) S. 1</ref> Auf orthodoxer Seite ist es die Skepsis gegenüber einer zu großen Unabhängigkeit des Individuums von kirchlicher Autorität, die gegenüber ignatianischen Exerzitien, die die Unmittelbarkeit des Individuums in seiner Beziehung zu Gott fördern wollen, zurückhaltend bis ablehnend sein lässt.
''Privathaushalte'' weisen eine hauptsächlich dem Wohnzweck und der [[Haushaltsführung]] dienende Vermögensstruktur auf, ihr Zweck besteht in dem [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Angebot]] von [[Arbeit (Volkswirtschaftslehre)|Arbeit]], ihr Ziel ist die [[Nutzenmaximierung]]. Sie erzielen [[Arbeitseinkommen]], Einkommen aus [[Kapitalbeteiligung]], Unternehmertätigkeit oder [[Transferleistung]]en. Das [[Arbeitsangebot]] wird durch die [[Präferenz]]en der Privathaushalte festgelegt, die bestimmte Kombinationen von [[Realeinkommen]] und Freizeit zur Auswahl haben.<ref>[https://books.google.de/books?id=Q1R2WJW92Z0C&pg=PA9&dq=Wirtschaftssubjekte+adam+smith&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Wirtschaftssubjekte%20adam%20smith&f=false Dieter Pickelmann/Volker H. Peemöller/Carl Walter Meyer, ''Wechselkursänderungen, Importpreisschwankungen und Beschäftigung'', 1981, S. 9 f.]</ref>  


== Neuere Exerzitienformen ==
''Unternehmen'' weisen eine mehr oder weniger hohe [[Anlagenintensität]] auf, um [[Gut (Wirtschaftswissenschaft)|Güter]] und [[Dienstleistung]]en produzieren zu können; ihre hauptsächliche Einkunftsart ist der [[Gewinn]], ihr [[Betriebszweck]] besteht in der Kombination der [[Produktionsfaktor]]en zwecks [[Produktion]] und [[Vertrieb]] und ihr [[Unternehmensziel]] ist die [[Gewinnmaximierung]]. Sie beziehen Produktionsfaktoren, um sie im [[Produktionsprozess]] in [[Konsumgut|Konsum-]] oder [[Investitionsgut|Investitionsgüter]] und [[Dienstleistung]]en umzuwandeln. Die Unternehmen stellen bei beliebig teilbaren Produktionsfaktoren und einer [[Produktionsfunktion]] mit abnehmender [[Grenzproduktivität]] solange zusätzlich Personal ein, bis die Grenzproduktivität dem [[Reallohn]] entspricht. Der ''Staat'' (und insbesondere die öffentliche Verwaltung und [[öffentliches Unternehmen|öffentliche Unternehmen]]) dienen [[Öffentlicher Zweck|öffentlichen Zwecken]], erfüllen [[öffentliche Aufgaben]] und verfolgen das Ziel des [[Kostendeckungsprinzip]]s.  
* [[Exerzitien im Alltag]], regelmäßige Treffen mit Impulsen und Gesprächen, während das alltägliche Leben mit Arbeit und Familie ganz normal weitergeht. Die Teilnehmer sind eingeladen, Zeiten des Gebetes in ihren Alltag zu gestalten.
* Die [[Benediktiner]] Georg Eisenstein und Sebastian Debour bieten in der [[Abtei Gerleve]] seit Anfang der 1990er Jahre „Gestalt-Exerzitien“ als [[Pastoralpsychologie|pastoralpsychologisch]] orientierte Kleingruppen-Exerzitien auf der Basis der [[Gestalttherapie]] an.
* Der [[Jesuiten|Jesuit]] Christian Herwartz aus Berlin bot zunächst in Berlin „Exerzitien auf der Straße“ an.<ref>[http://www.con-spiration.de/exerzitien/index.htm#einladung ''Exerzitien auf der Straße - Respektvollen Sehen und Hören üben'']</ref>  Inzwischen gibt es diese Form der Exerzitien auch in anderen Städten.<ref>[http://www.con-spiration.de/ Termine für Straßen-Exerzitien in Berlin und Anderswo]</ref> Die Teilnehmenden lassen sich ungeplant von Orten der jeweiligen (Groß-)Stadt herausfordern, wie Mose, der mit seiner Herde über die Steppe hinaus in die Wüste zog und auf einen brennenden, aber nicht verbrennenden Dornbusch traf. Auf dem Weg spürte er, dass er sich auf heiligem Boden befand. Dort wollte Gott mit ihm sprechen. {{Bibel|Ex|3|}} Im respektvollen Sehen und Hören wollen die Übenden diese besonderen Orte in der Stadt wahrnehmen, wo sie „ihre Schuhe ausziehen können“, um ganz vor der Barmherzigkeit Gottes zu stehen, dem sie im Hungrigen, Gefangenen, Fremden, abseits Stehenden begegnen und dabei Heilung von  Ängsten und Sorgen finden.
* Bei „Online-Exerzitien“ leben die Teilnehmenden wie bei ''Exerzitien im Alltag'' zu Hause und gehen ihrer gewöhnlichen Betätigung nach. Vier Wochen lang bekommen sie täglich per E-Mail einen kurzen Impuls  zugeschickt, der kurz genug ist, um sich tagsüber im Kopf damit beschäftigen zu können. Abends sollte Zeit für einen kurzen Tagesrückblick sein, und einmal pro Woche korrespondiert der Teilnehmer mit seinem Begleiter der Exerzitien. Die Begleiter sind Jesuiten und andere Theologinnen und Theologen.<ref>[http://www.heribert-graab.de/online-exerzitien/index.html Jesuiten: Online-Exerzitien]</ref>
* Die katholischen Theologen Alexandra Pook und Thomas Harling halten seit 2009 u.&nbsp;a. in den Benediktinerabteien [[Abtei Münsterschwarzach|Münsterschwarzach]] und [[Gerleve]] „Exerzitien für Atheisten, Andersgläubige und Suchende“. Ihre Idee ist, die klassischen Formen und Rituale der Exerzitien Menschen als Erfahrungs- und Übungsweg anzubieten, ohne einen christlichen Glauben vorauszusetzen.
* Wanderexerzitien
* Wüstenexerzitien


== Literatur ==
Jede Wirtschaftseinheit kann eine [[Bilanz]] erstellen, bei der sich auf der [[Aktivseite]] das [[Sachvermögen]] (Privathaushalte: Wohnimmobilie, Hausrat; Unternehmen: Gewerbeimmobilien, [[Lagerbestand]]; Staat: [[öffentliches Vermögen (Deutschland)|öffentliches Vermögen]]) und die [[Forderung]]en ([[Kassenbestand]], [[Bankguthaben]], [[Wertpapier]]e, [[Devisen]]) sowie auf der [[Passivseite]] die [[Verbindlichkeit]]en (etwa [[Staatsschulden]]) und das [[Reinvermögen]] bzw. [[Eigenkapital]] befinden.<ref>[https://books.google.de/books?id=DhcQBgAAQBAJ&pg=PA310&dq=staat+als+Wirtschaftseinheit&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=staat%20als%20Wirtschaftseinheit&f=false Holger Lang, ''Mon(k)ey-Business'', 2016, S. 310]</ref>
'''Wanderexerzitien'''
* Knut Waldau/Helmut Betz: ''Berge sind stille Meister. Spirituelle Begleitung beim Weg durchs Gebirge''. München 2003


'''Karmelitanische Exerzitien'''
== Interaktion der Wirtschaftseinheiten ==
* Sr. Veronika Elisabeth Schmitt OCD: ''Kontemplative Exerzitien mit Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz''. Pneuma, München 2009, ISBN 978-3-942013-02-4.
Das Wirtschaften in einer Volkswirtschaft erfolgt durch die Wirtschaftseinheiten. Um das [[Ökonomisches Prinzip|ökonomische Prinzip]] zu verwirklichen, müssen sie einen [[Wirtschaftsplan]] aufstellen.<ref>Klaus Schrüfer, ''Allgemeine Volkswirtschaftslehre'', 2010, S. 36</ref> Dabei sind sie gezwungen, ihren Wirtschaftsplan bestmöglich mit den Plänen anderer Wirtschaftseinheiten zu koordinieren.<ref>[https://books.google.de/books?id=PCPMBgAAQBAJ&pg=PA14&dq=Wirtschaftseinheit+staat&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Wirtschaftseinheit%20staat&f=false Walter Grosse, ''Allgemeine Versicherungslehre'', 1991, S. 20]</ref> In einer [[Marktwirtschaft]] entscheiden sie aufgrund ihres Wirtschaftsplans dezentral; ihre Entscheidungen werden über Märkte koordiniert.


'''Exerzitien im Alltag'''
Heute ist der ''Privathaushalt'' eine aus einer oder mehreren [[natürliche Person|natürlichen Personen]] zusammengesetzte Wirtschaftseinheit, die eine [[private Finanzplanung]] aufstellen, durch [[Verbrauch]]sentscheidungen Konsumgüter/Dienstleistungen nachfragen, [[Arbeitsangebot]] zur Verfügung stellen und nur für den eigenen [[Konsum]] produzieren ([[Haus- und Familienarbeit|Hausarbeit]], [[Gartenarbeit]], [[Erziehung]]).<ref>Alfred Endres/Jörn Martiensen, ''Umweltökonomik'', 2007, S. 41</ref> [[Günter Wöhe]] definiert den [[Betrieb]] als „planvoll organisierte Wirtschaftseinheit, in der Produktionsfaktoren kombiniert werden, um Güter und Dienstleistungen herzustellen und abzusetzen“,<ref>Günter Wöhe, ''Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre'', 2003, S. 27</ref> sie treffen Produktionsentscheidungen.  
* Anselm Grün: ''Exerzitien für den Alltag.'' Münsterschwarzach 2009, ISBN 978-3-89680-424-2.
* Michael Hettich: ''Den Glauben im Alltag einüben. Genese und Kriterien der ignatianischen Exerzitien im Alltag.'' Würzburg 2007, ISBN 978-3-429-03109-1.


'''Exerzitien auf der Straße'''
Der ''Staat'' und seine Haushalte sind eine Wirtschaftseinheit, die überwiegend [[öffentliche Güter]] herstellt und der [[Öffentlichkeit]] bereitstellt. Entscheidungsträger im Staat ist das [[Organ (Recht)|Organ]] ([[Parlament]], [[Kabinett (Politik)|Kabinett]], [[Finanzminister]], [[Kämmerer]]), das die Abstimmung der Mittel für die verschiedenen Kollektivzwecke vornimmt. Wirtschaftseinheit ist der Staat nur als der Bewirtschafter von Mitteln für kollektive Zwecke.<ref>Walter Grosse, ''Allgemeine Versicherungslehre'', 1991, S. 14</ref>
* Christian Herwartz: ''Auf nackten Sohlen – Exerzitien auf der Straße.'' Würzburg 2006, ISBN 3-429-02839-6.
* Christian Herwartz: ''Brennende Gegenwart – Exerzitien auf der Straße.'' Würzburg 2011, ISBN 978-3-429-03428-3.


== Weblinks ==
Die Möglichkeit bzw. die Notwendigkeit, Leistungen von anderen Wirtschaftseinheiten zu erwerben oder an diese abzugeben, erfordert [[Arbeitsteilung]]. Hierdurch sind die Wirtschaftseinheiten durch zwei Prinzipien miteinander verbunden:<ref>[https://books.google.de/books?id=2DiHBwAAQBAJ&pg=PA32&dq=Wirtschaftseinheit&hl=de&sa=X&redir_esc=y#v=onepage&q=Wirtschaftseinheit&f=false Matthias Lehmann, ''Marktorientierte Betriebswirtschaftslehre'', 1998, S. 32]</ref>
{{Wikisource|Catholic Encyclopedia (1913)/Retreats|lang=en}}
* ''Leistungen gegen Entgelt'': die Wirtschaftssubjekte vereinbaren übereinstimmend, was jeder gibt und was der andere dafür erhält („Entgeltwirtschaft“),
* Katholisch.de: [http://www.katholisch.de/2627.html ''Exerzitien- Geistliche Übungen'']; eingestellt am 25. September 2012
* ''einseitige Leistungs- und Zahlungsvorgänge'': die Leistungsabgabe an andere ist von Entgelt-Einnahmen abgetrennt und wird durch Steuereinnahmen ersetzt („Staatswirtschaft“).
* Udo Hofmann: [http://www.exerzitien-herzensgebet.de/was_sind_exerzitien.pdf ''Was sind Exerzitien?''] (evangelisch, PDF, 63&nbsp;KiB)
Die Wirtschaftssektoren bilden schließlich die einfachste Struktur der [[volkswirtschaftliche Gesamtrechnung|volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung]].
* Überdiözesane Konferenz der deutschen Diözesanbeauftragten für Exerzitienarbeit, Arbeitsgemeinschaft österreichischer diözesaner Referate für Exerzitien und Spiritualität: [http://www.exerzitien.info/ ''Exerzitien in Deutschland und Österreich'']
 
== Siehe auch ==
* {{WikipediaDE|Wirtschaftseineheit}}


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />


{{Normdaten|TYP=s|GND=4125303-6}}
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[[Kategorie:Christentum]]
[[Kategorie:Exerzitien|!]]


{{Wikipedia}}
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Version vom 11. September 2017, 03:45 Uhr

Betriebswirtschaftlich relevante Wirtschaftseinheiten

Wirtschaftseinheit oder Wirtschaftssubjekt (eng. economic unit) ist in der Wirtschaftswissenschaft ein wirtschaftlich selbständiger Entscheidungsträger, etwa ein Privathaushalt oder ein Unternehmen[1]

Allgemeines

Zu den Wirtschaftseinheiten gehören Privathaushalte, Unternehmen und der Staat mit allen ihm zuzuordnenden öffentlichen Haushalten (öffentliche Hand einschließlich Sozialversicherung). Manchmal werden als weitere Wirtschaftseinheiten noch die privaten Organisationen ohne Erwerbscharakter (wie Vereine, Kirchen, Gewerkschaften oder Verbände)[2] und das Ausland (etwa Touristen) hinzugerechnet. Jede Gruppe gleicher Wirtschaftseinheiten weist Eigenheiten auf, die sie von den anderen Gruppen von Wirtschaftseinheiten unterscheidet. Das betrifft ihren wirtschaftlichen Zweck, ihre Vermögens- und Kapitalstruktur, ihre hauptsächliche Einkommensart und ihre Ziele. Wirtschaftseinheiten sind so organisiert, dass sie aufgrund ihrer Ziele in der Lage sind, am Markt teilzunehmen. Sie sind Akteure, die als Entscheidungsträger ("Subjekte") auf den Märkten in Interaktion treten und innerhalb ihrer Gruppe jeweils ein charakteristisches Marktverhalten aufweisen. Wirtschaftssubjekte mit ähnlichen Verhaltensweisen werden zu Wirtschaftssektoren zusammengefasst.[3]

Geschichte

Der Physiokrat François Quesnay kannte in seinem 1758 entstandenen Tableau économique drei Wirtschaftseinheiten, nämlich Eigentümer, Unternehmer und Arbeiter, die er entweder zur „produktiven Klasse“ (Unternehmer und Arbeiter in der Landwirtschaft) oder zur „sterilen Klasse“ (Unternehmer und Arbeiter in Handel und Manufaktur) zusammenfasste. In seinem Buch Theorie der ethischen Gefühle beschrieb Adam Smith im Jahre 1759 psychologische Aspekte des Verhaltens (eng. conduct) von Wirtschaftssubjekten.[4] Spätestens seit seinem Buch Der Wohlstand der Nationen (März 1776) wird davon ausgegangen, dass die privaten Wirtschaftssubjekte ihren eigenen individuellen Nutzen verfolgen.[5] Smith erkannte den Wettbewerb zwischen den am Markt teilnehmenden Wirtschaftssubjekten als den entscheidenden Selbststeuerungsmechanismus.

Das Wirtschaften beruht Werner Sombart zufolge auf dem „zweckmäßigen Handeln“ der Wirtschaftssubjekte. Unter diesen Wirtschaftssubjekten verstand er im Jahre 1902 „Persönlichkeiten, von deren Willen also die wirtschaftliche Tätigkeit der eigenen Person oder Fremder bestimmt wird, bei denen im Bilde gesprochen der Schwerpunkt des Wirtschaftslebens liegt“.[6] Er unterschied 1927 zwischen Konsumtions- und Produktionswirtschaftssubjekten, rechnete die Kapitalisten als Inhaber der Produktionsmittel zu den Wirtschaftssubjekten und fasste die Lohnarbeiter als Wirtschaftsobjekte auf.[7] Der Privathaushalt ist Heinrich von Stackelberg zufolge eine „Wirtschaftseinheit, deren Zwecke die Verwendung wirtschaftlicher Güter erfordern, selbst jedoch nicht die Erzeugung wirtschaftlicher Güter zum Inhalt haben“.[8] Erich Kosiol sah 1962 in der Wirtschaftseinheit ein „Aktionsgebilde zur Erreichung von (ökonomischen, d. Verf.) Zielen durch Willenshandlungen“.[9] Für Erwin Grochla schien eine sinnvolle Definition der Wirtschaftseinheit 1964 noch ein ungelöstes Problem der Wirtschaftswissenschaft zu sein.[10]

Arten

Privathaushalte weisen eine hauptsächlich dem Wohnzweck und der Haushaltsführung dienende Vermögensstruktur auf, ihr Zweck besteht in dem Angebot von Arbeit, ihr Ziel ist die Nutzenmaximierung. Sie erzielen Arbeitseinkommen, Einkommen aus Kapitalbeteiligung, Unternehmertätigkeit oder Transferleistungen. Das Arbeitsangebot wird durch die Präferenzen der Privathaushalte festgelegt, die bestimmte Kombinationen von Realeinkommen und Freizeit zur Auswahl haben.[11]

Unternehmen weisen eine mehr oder weniger hohe Anlagenintensität auf, um Güter und Dienstleistungen produzieren zu können; ihre hauptsächliche Einkunftsart ist der Gewinn, ihr Betriebszweck besteht in der Kombination der Produktionsfaktoren zwecks Produktion und Vertrieb und ihr Unternehmensziel ist die Gewinnmaximierung. Sie beziehen Produktionsfaktoren, um sie im Produktionsprozess in Konsum- oder Investitionsgüter und Dienstleistungen umzuwandeln. Die Unternehmen stellen bei beliebig teilbaren Produktionsfaktoren und einer Produktionsfunktion mit abnehmender Grenzproduktivität solange zusätzlich Personal ein, bis die Grenzproduktivität dem Reallohn entspricht. Der Staat (und insbesondere die öffentliche Verwaltung und öffentliche Unternehmen) dienen öffentlichen Zwecken, erfüllen öffentliche Aufgaben und verfolgen das Ziel des Kostendeckungsprinzips.

Jede Wirtschaftseinheit kann eine Bilanz erstellen, bei der sich auf der Aktivseite das Sachvermögen (Privathaushalte: Wohnimmobilie, Hausrat; Unternehmen: Gewerbeimmobilien, Lagerbestand; Staat: öffentliches Vermögen) und die Forderungen (Kassenbestand, Bankguthaben, Wertpapiere, Devisen) sowie auf der Passivseite die Verbindlichkeiten (etwa Staatsschulden) und das Reinvermögen bzw. Eigenkapital befinden.[12]

Interaktion der Wirtschaftseinheiten

Das Wirtschaften in einer Volkswirtschaft erfolgt durch die Wirtschaftseinheiten. Um das ökonomische Prinzip zu verwirklichen, müssen sie einen Wirtschaftsplan aufstellen.[13] Dabei sind sie gezwungen, ihren Wirtschaftsplan bestmöglich mit den Plänen anderer Wirtschaftseinheiten zu koordinieren.[14] In einer Marktwirtschaft entscheiden sie aufgrund ihres Wirtschaftsplans dezentral; ihre Entscheidungen werden über Märkte koordiniert.

Heute ist der Privathaushalt eine aus einer oder mehreren natürlichen Personen zusammengesetzte Wirtschaftseinheit, die eine private Finanzplanung aufstellen, durch Verbrauchsentscheidungen Konsumgüter/Dienstleistungen nachfragen, Arbeitsangebot zur Verfügung stellen und nur für den eigenen Konsum produzieren (Hausarbeit, Gartenarbeit, Erziehung).[15] Günter Wöhe definiert den Betrieb als „planvoll organisierte Wirtschaftseinheit, in der Produktionsfaktoren kombiniert werden, um Güter und Dienstleistungen herzustellen und abzusetzen“,[16] sie treffen Produktionsentscheidungen.

Der Staat und seine Haushalte sind eine Wirtschaftseinheit, die überwiegend öffentliche Güter herstellt und der Öffentlichkeit bereitstellt. Entscheidungsträger im Staat ist das Organ (Parlament, Kabinett, Finanzminister, Kämmerer), das die Abstimmung der Mittel für die verschiedenen Kollektivzwecke vornimmt. Wirtschaftseinheit ist der Staat nur als der Bewirtschafter von Mitteln für kollektive Zwecke.[17]

Die Möglichkeit bzw. die Notwendigkeit, Leistungen von anderen Wirtschaftseinheiten zu erwerben oder an diese abzugeben, erfordert Arbeitsteilung. Hierdurch sind die Wirtschaftseinheiten durch zwei Prinzipien miteinander verbunden:[18]

  • Leistungen gegen Entgelt: die Wirtschaftssubjekte vereinbaren übereinstimmend, was jeder gibt und was der andere dafür erhält („Entgeltwirtschaft“),
  • einseitige Leistungs- und Zahlungsvorgänge: die Leistungsabgabe an andere ist von Entgelt-Einnahmen abgetrennt und wird durch Steuereinnahmen ersetzt („Staatswirtschaft“).

Die Wirtschaftssektoren bilden schließlich die einfachste Struktur der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Gablers Wirtschaftslexikon
  2. Alfred Endres/Jörn Martiensen, Umweltökonomik, 2007, S. 41
  3. Klaus Schrüfer, Allgemeine Volkswirtschaftslehre, 2010, S. 24
  4. Adam Smith, The Theory of Moral Sentiments, 1759 III, S. 239 ff.
  5. Adam Smith, An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations, 1776, S. 825 ff.
  6. Werner Sombart, Der moderne Kapitalismus, Band 1, 1902, S. 4
  7. Werner Sombart, Das Wirtschaftsleben im Zeitalter des Hochkapitalismus, 1927, S. 230
  8. Heinrich von Stackelberg, Grundlagen der theoretischen Volkswirtschaftslehre, 1951, S. 107
  9. Erich Kosiol, Organisation der Unternehmung, 1962, S. 22
  10. Erwin Grochla, Unternehmung und Betrieb, in: Handbuch der Sozialwissenschaften, Band 10, 1964, S. 583
  11. Dieter Pickelmann/Volker H. Peemöller/Carl Walter Meyer, Wechselkursänderungen, Importpreisschwankungen und Beschäftigung, 1981, S. 9 f.
  12. Holger Lang, Mon(k)ey-Business, 2016, S. 310
  13. Klaus Schrüfer, Allgemeine Volkswirtschaftslehre, 2010, S. 36
  14. Walter Grosse, Allgemeine Versicherungslehre, 1991, S. 20
  15. Alfred Endres/Jörn Martiensen, Umweltökonomik, 2007, S. 41
  16. Günter Wöhe, Einführung in die Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, 2003, S. 27
  17. Walter Grosse, Allgemeine Versicherungslehre, 1991, S. 14
  18. Matthias Lehmann, Marktorientierte Betriebswirtschaftslehre, 1998, S. 32


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