Koevolution: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Koevolution''', auch '''Coevolution''', bezeichnet im Rahmen der [[Synthetische Evolutionstheorie|Evolutionstheorie]] einen [[evolution]]ären Prozess der wechselseitigen Anpassung zweier stark interagierender [[Art (Biologie)|Arten]] aufeinander, der sich über sehr lange Zeiträume in der Stammesgeschichte beider Arten erstreckt.<ref>Futuyma, D.J. & Slatkin, M. (eds.): ''Coevolution''. Sinauer Associates: Sunderland 1983; Guimarães Jr, P.R.; Jordano, P. & Thompson, J.N.: ''Evolution and coevolution in mutualistic networks''. Ecology Letters 14, 2011: 877–885.</ref> Folglich ist der Begriff auf Artenpaare beschränkt, bei denen beide Arten einen starken [[Selektion (Evolution)|Selektionsdruck]] aufeinander ausüben. Das Ergebnis der Koevolution sind [[Evolutionäre Anpassung|Koadaptationen]], die bei beiden beteiligten Arten auftreten.
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'''Koevolution''', auch '''Coevolution''', bezeichnet im Rahmen der [[Synthetische Evolutionstheorie|Evolutionstheorie]] einen [[evolution]]ären Prozess der wechselseitigen Anpassung zweier stark interagierender [[Art (Biologie)|Arten]] aufeinander, der sich über sehr lange Zeiträume in der Stammesgeschichte beider Arten erstreckt.<ref>Futuyma, D.J. & Slatkin, M. (eds.): ''Coevolution''. Sinauer Associates: Sunderland 1983; Guimarães Jr, P.R.; Jordano, P. & Thompson, J.N.: ''Evolution and coevolution in mutualistic networks''. Ecology Letters 14, 2011: 877–885.</ref> Folglich ist der Begriff auf Artenpaare beschränkt, bei denen beide Arten einen starken [[Selektion (Evolution)|Selektionsdruck]] aufeinander ausüben. Das Ergebnis der Koevolution sind [[Evolutionäre Anpassung|Koadaptationen]], die bei beiden beteiligten Arten auftreten. Die Begriff „Coevolution“ 1964 von [[w:Paul R. Ehrlich|Paul R. Ehrlich]] and [[w:Peter H. Raven|Peter H. Raven]] geprägt.
  
 
Der Begriff wurde später auch auf Bereiche außerhalb der eigentlichen Evolutionstheorie ausgedehnt, z.B. auf die Koevolution von [[Mem]]en und [[Gen]]en<ref>[[Susan Blackmore]]: ''Die Macht der Meme.'' Heidelberg, Berlin: Spektrum Akademischer Verlag, 2000, ISBN 3-8274-1601-9.</ref>. Für [[Erich Jantsch]] sah die Koevolution als allgemeinen Mechanismus des sich selbst organisierenden [[Universum]]s an.<ref>[[Erich Jantsch]]: ''Die Selbstorganisation des Universums: Vom Urknall zum menschlichen Geist'', Hanser-Verlag 1992 (Erstauflage 1979), ISBN 978-3446170377</ref>.
 
Der Begriff wurde später auch auf Bereiche außerhalb der eigentlichen Evolutionstheorie ausgedehnt, z.B. auf die Koevolution von [[Mem]]en und [[Gen]]en<ref>[[Susan Blackmore]]: ''Die Macht der Meme.'' Heidelberg, Berlin: Spektrum Akademischer Verlag, 2000, ISBN 3-8274-1601-9.</ref>. Für [[Erich Jantsch]] sah die Koevolution als allgemeinen Mechanismus des sich selbst organisierenden [[Universum]]s an.<ref>[[Erich Jantsch]]: ''Die Selbstorganisation des Universums: Vom Urknall zum menschlichen Geist'', Hanser-Verlag 1992 (Erstauflage 1979), ISBN 978-3446170377</ref>.

Version vom 8. April 2019, 22:41 Uhr

Koevolution, auch Coevolution, bezeichnet im Rahmen der Evolutionstheorie einen evolutionären Prozess der wechselseitigen Anpassung zweier stark interagierender Arten aufeinander, der sich über sehr lange Zeiträume in der Stammesgeschichte beider Arten erstreckt.[1] Folglich ist der Begriff auf Artenpaare beschränkt, bei denen beide Arten einen starken Selektionsdruck aufeinander ausüben. Das Ergebnis der Koevolution sind Koadaptationen, die bei beiden beteiligten Arten auftreten. Die Begriff „Coevolution“ 1964 von Paul R. Ehrlich and Peter H. Raven geprägt.

Der Begriff wurde später auch auf Bereiche außerhalb der eigentlichen Evolutionstheorie ausgedehnt, z.B. auf die Koevolution von Memen und Genen[2]. Für Erich Jantsch sah die Koevolution als allgemeinen Mechanismus des sich selbst organisierenden Universums an.[3].

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Futuyma, D.J. & Slatkin, M. (eds.): Coevolution. Sinauer Associates: Sunderland 1983; Guimarães Jr, P.R.; Jordano, P. & Thompson, J.N.: Evolution and coevolution in mutualistic networks. Ecology Letters 14, 2011: 877–885.
  2. Susan Blackmore: Die Macht der Meme. Heidelberg, Berlin: Spektrum Akademischer Verlag, 2000, ISBN 3-8274-1601-9.
  3. Erich Jantsch: Die Selbstorganisation des Universums: Vom Urknall zum menschlichen Geist, Hanser-Verlag 1992 (Erstauflage 1979), ISBN 978-3446170377