Menora und Schamajim: Unterschied zwischen den Seiten

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[[Datei:YarmulkeAndMenorah.jpg|mini|hochkant|[[Wikipedia:Kippa|Kippa]] und Menora]]
'''Schamajim''' ({{HeS|שמים|„Himmlische Wasser“}}, mit Artikel: {{HeS|השמים|'''ha-Schamajim'''}}, von {{HeS|מַיִם|Majim}} „[[Wasser]]“) ist nach dem [[Schöpfung]]sbericht der [[Wikipedia:Bibel|Bibel]] die himmlische Welt, die Welt der ''„himmlischen Gewässer“'', die zu Beginn des ersten [[Schöpfungstag]]s von der Erdenwelt getrennt wird. Der hebräische Buchstabe [[Sin (Hebräisch)|Schin]] ({{HeS|ש}}), der hier dem „Wasser“ vorangestellt ist, ist nach [[Kabbala|kabbalistischer]] Deutung eine der drei [[Mütter (Kabbala)|Mütter]] des [[Hebräisches Alphabet|Hebräischen Alphabets]] und repräsentiert den schöpferischen [[Geist]], das [[Feuer]]element und aus geisteswissenschaftlicher Sicht auch die uranfängliche Welt des [[Alter Saturn|alten Saturn]]. [[Mem (Hebräisch)|Mem]] ({{HeS|מ}}) im Wort „Majim“ ist ebenfalls eine der drei Mütter und steht für das [[Wasser]]element und aus [[Anthroposophie|anthroposophischer]] Anschauung für die Welt des [[Alter Mond|alten Mondes]], die unserer [[Erdentwicklung]] unmittelbar vorangegangen ist. Die von wässerigen Substanzen durchzogene [[Feuerluft]] ({{HeS|רוח|[[Ruach]]}}) bildete als [[Feuernebel]] die Atmosphäre des alten Mondes und ist zugleich die grundlegende [[Substanz]], mit der die Erdenschöpfung beginnt.
[[Datei:Menora vor der Knesset.jpg|mini|hochkant|[[Wikipedia:Knesset-Menora|Menora vor der Knesset]] in [[Wikipedia:Jerusalem|Jerusalem]] (2006)]]


Die '''Menora''' (mənoːˈɾaː, auch: Menorah, {{HeS|מנורה}}, Plural ''Menorot'', {{He|מנורות}}; hebräische Bezeichnung für Leuchter, Lampe) ist ein '''siebenarmiger Leuchter''', eines der wichtigsten [[Wikipedia:Symbole des Judentums|religiösen Symbole des Judentum]]s und wurde bei der Staatsgründung [[Wikipedia:Israel|Israel]]s in das [[Wikipedia:Wappen Israels|Staatswappen]] aufgenommen. Die Menora hat ihre Ursprünge vermutlich in [[Wikipedia:Babylonien|Babylonien]] und soll die [[Erleuchtung]] symbolisieren. Menora wird auch allgemein als Bezeichnung für einen Leuchter in Baumform ({{HeS|עץ החיים}}) benutzt.
{{Zitat|Im Urbeginn schufen die [[Elohim]] den Himmel und die Erde. {{HeS|בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃|Bereschit bara Älohim et ha-Schamajim we'et ha-Áräz}}|Genesis|{{B|1 Mos|1|1|LUT}}}}


Die Menora des Tempels ist nicht mit der acht- bzw. neunarmigen [[Wikipedia:Chanukkia|Chanukkia]] zu verwechseln.
Nach [[Rudolf Steiner]] wird damit primär auf die Trennung der [[Erde (Planet)|Erde]] ({{HeS|‏הָאָרֶץ|ha-Aretz}} „Erde, Land“) von der [[Sonne]] hingewiesen.
 
== In der Bibel ==
[[Datei:Goldener Leuchter.jpg|mini|hochkant|Menora-Rekonstruktion nach Darstellung auf dem [[Wikipedia:Titusbogen|Titusbogen]]]]
[[Datei:Rom, Titusbogen, Triumphzug 3.jpg|mini|hochkant|Die Menora als Teil der Beute im [[Wikipedia:Römischer Triumph|Triumphzug]] des [[Wikipedia:Titus|Titus]] am [[Wikipedia:Titusbogen|Titusbogen]] in [[Wikipedia:Rom|Rom]].]]
[[Mose]] erhielt auf dem Berg [[Wikipedia:Sinai (Berg)|Sinai]] (als er auch die Tafeln mit den zehn Geboten bekam) den Auftrag, ein Heiligtum zu errichten, das [[Stiftszelt]]. Zu diesem gehörte auch ein Leuchter ({{B|Ex|25|31-40|LUT}}; {{BB|Ex|37|17-24|LUT}}).
 
:''<math>{}^{31}</math>Du sollst auch einen Leuchter aus feinem Golde machen, Fuß und Schaft in getriebener Arbeit, mit Kelchen, Knäufen und Blumen. <math>{}^{32}</math>Sechs Arme sollen von dem Leuchter nach beiden Seiten ausgehen, nach jeder Seite drei Arme. <math>{}^{33}</math>Jeder Arm soll drei Kelche wie Mandelblüten haben mit Knäufen und Blumen. So soll es sein bei den sechs Armen an dem Leuchter. <math>{}^{34}</math>Aber der Schaft am Leuchter soll vier Kelche wie Mandelblüten haben mit Knäufen und Blumen, <math>{}^{35}</math>und je einen Knauf unter zwei von den sechs Armen, die von dem Leuchter ausgehen. <math>{}^{36}</math>Beide, Knäufe und Arme, sollen aus einem Stück mit ihm sein, lauteres Gold in getriebener Arbeit. <math>{}^{37}</math>Und du sollst sieben Lampen machen und sie oben anbringen, so dass sie nach vorn leuchten, <math>{}^{38}</math>und Lichtscheren und Löschnäpfe aus feinem Golde. <math>{}^{39}</math>Aus einem Zentner feinen Goldes sollst du den Leuchter machen mit allen diesen Geräten. <math>{}^{40}</math>Und sieh zu, dass du alles machest nach dem Bilde, das dir auf dem Berge gezeigt ist.''
 
Während der vierzigjährigen Wanderung trugen die Israeliten das Stiftszelt inklusive Menora stets mit sich, bis es schließlich im Tempel in Jerusalem integriert wurde. Dort ließ König [[Salomo]] dann zehn goldene Menorot aufstellen, die aber später zerstört wurden.
 
== Zweiter Tempel und Rezeption ==
Im [[Jerusalemer Tempel|Zweiten Tempel]] stand dann wieder nur eine Menora, die bei der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 n.&nbsp;Chr. durch [[Wikipedia:Titus|Titus]] von den Römern geraubt und nach Rom gebracht wurde. Bei der [[Wikipedia:Plünderung Roms (455)|Plünderung Roms]] durch die [[Wikipedia:Vandalen|Vandalen]] 455 n.&nbsp;Chr. nahm deren König [[Wikipedia:Geiserich|Geiserich]] den Leuchter an sich und brachte ihn nach [[Wikipedia:Karthago|Karthago]]. Nach der [[Wikipedia:Schlacht bei Ad Decimum|Schlacht bei Ad Decimum]] im [[Wikipedia:Vandalenkrieg|Vandalenkrieg]] 533 n.&nbsp;Chr. zogen die [[Wikipedia:Byzantinisches Reich|Byzantiner]] unter ihrem [[Wikipedia:Feldherr|Feldherr]]n [[Wikipedia:Belisar|Belisar]] in Karthago ein, die Menora wurde als Kriegsbeute nach [[Wikipedia:Konstantinopel|Konstantinopel]] verschifft. Kaiser [[Wikipedia:Justinian I.|Justinian I.]] gab den Leuchter auf Anraten der damaligen jüdischen Gemeinde an Jerusalem zurück. Ob sie dort ankam, ist nicht belegt.
 
Auf dem [[Wikipedia:Titusbogen|Titusbogen]], einem [[Wikipedia:Triumphbogen|Triumphbogen]] zur Erinnerung an den Triumphzug, ist eine Abbildung der Menora als Beutestück zu finden. Das ist das letzte historische Dokument von ihr; sie gilt heute als verschollen, und um den Verbleib gibt es wilde Spekulationen. Die Menora galt als eines der Symbole für den Tempel und ist daher häufig auf antiken Münzen, auf Mosaiken oder in Stein eingraviert zu finden. Die bislang früheste Darstellung der Menora stammt nach der umstrittenen Ansicht der Ausgräberin D. Avschalom-Gorni aus einer im Jahr 2009 in der Nähe des antiken [[Wikipedia:Migdal|Magdala]] aufgefundenen Synagoge.<ref>[http://www.haaretz.com/print-edition/news/earliest-known-depiction-of-second-temple-lamp-uncovered-1.8091 Earliest known depiction of Second Temple lamp uncovered - Haaretz Daily Newspaper | Israel News<!-- Bot generated title -->]</ref>


== Literatur ==
== Literatur ==
* Ludwig Berger: ''Der Menora-Ring von Kaiseraugst''. Römermuseum, Augst 2005, ISBN 3-7151-0036-2
#Rudolf Steiner: ''Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte'', [[GA 122]] (1984), ISBN 3-7274-1220-8 {{Vorträge|122}}
* Jens Voß: ''Die Menora. Gestalt und Funktion des Leuchters im Tempel zu Jerusalem''. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993, ISBN 3-525-53763-8
* [[Joachim Stiller]]: [http://joachimstiller.de/download/zahlenmystik3.pdf Einführung in die Zahlenmystik III] PDF
* [[Joachim Stiller]]: [http://joachimstiller.de/download/zahlenmystik_planetenanalogien.pdf Planetenanalogien] PDF
 
== Weblinks ==
{{Commonscat|Menorah|{{PAGENAME}}}}
* [http://www.menora.de/menorademo/001meno/essay.htm Die Menora in der jüdischen Tradition]
* [http://www.menora.de/menorademo/index.htm Zur ''Menora''] von [[Wikipedia:Benno Elkan|Benno Elkan]] vor der [[Wikipedia:Knesset|Knesset]] in [[Wikipedia:Jerusalem|Jerusalem]]...
 
== Einzelnachweise ==
<references/>


[[Kategorie:Symbol]]
{{GA}}
[[Kategorie:Menora|!]]
[[Kategorie:Jüdische Kabbala]]
[[Kategorie:Jüdisch-christliche Kabbala]]
[[Kategorie:Christliche Kabbala]]
[[Kategorie:Zahlenmystik]]
[[Kategorie:Symbol (Judentum)|!]]


{{Wikipedia}}
[[Kategorie:Bibel]] [[Kategorie:Altes Testament]] [[Kategorie:Judentum]] [[Kategorie:Christentum]]

Version vom 3. August 2014, 13:05 Uhr

Schamajim (hebr. שמים „Himmlische Wasser“, mit Artikel: hebr. השמים ha-Schamajim, von hebr. מַיִם MajimWasser“) ist nach dem Schöpfungsbericht der Bibel die himmlische Welt, die Welt der „himmlischen Gewässer“, die zu Beginn des ersten Schöpfungstags von der Erdenwelt getrennt wird. Der hebräische Buchstabe Schin (hebr. ש), der hier dem „Wasser“ vorangestellt ist, ist nach kabbalistischer Deutung eine der drei Mütter des Hebräischen Alphabets und repräsentiert den schöpferischen Geist, das Feuerelement und aus geisteswissenschaftlicher Sicht auch die uranfängliche Welt des alten Saturn. Mem (hebr. מ) im Wort „Majim“ ist ebenfalls eine der drei Mütter und steht für das Wasserelement und aus anthroposophischer Anschauung für die Welt des alten Mondes, die unserer Erdentwicklung unmittelbar vorangegangen ist. Die von wässerigen Substanzen durchzogene Feuerluft (hebr. רוח Ruach) bildete als Feuernebel die Atmosphäre des alten Mondes und ist zugleich die grundlegende Substanz, mit der die Erdenschöpfung beginnt.

„Im Urbeginn schufen die Elohim den Himmel und die Erde. hebr. בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃ Bereschit bara Älohim et ha-Schamajim we'et ha-Áräz

Genesis: 1 Mos 1,1 LUT

Nach Rudolf Steiner wird damit primär auf die Trennung der Erde (hebr. ‏הָאָרֶץ ha-Aretz „Erde, Land“) von der Sonne hingewiesen.

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte, GA 122 (1984), ISBN 3-7274-1220-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org English: rsarchive.org
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com.
Freie Werkausgaben gibt es auf steiner.wiki, bdn-steiner.ru, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.