Moral: Unterschied zwischen den Versionen

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Die '''Moral''' (von [[Wikipedia:Latein|lat.]] ''mores'' = Sitten, Gewohnheiten) umfasst im [[Wikipedia:Philosophie|philosophischen]] Sinn ein System von [[Wikipedia:Wertvorstellungen|Werten]] und [[Wikipedia:Soziale Norm|Normen]], an denen das rechte Handeln des [[Individuum|individuellen]] [[Mensch]]en, größerer Menschengemeinschaften oder ganzer [[Kultur]]en bemessen wird. Der Ausdruck wurde von [[Wikipedia:Cicero|Cicero]] in seiner ''philosophia moralis'' als Übersetzung des [[Wikipedia:Griechische Sprache|giech.]] [[Begriff]]s ἠθική (''êthikê'' = [[Ethik]]) neu geprägt.<ref>Cicero, ''De fato'' 1; [[Wikipedia:Historisches Wörterbuch der Philosophie|Historisches Wörterbuch der Philosophie]]: ''Moral, moralisch, Moralphilosophie'', Bd. 6, S. 149</ref> Dabei hat sich zugleich der Akzent von der [[Erkenntnis]] der geistigen Quelle des [[Das Gute|Guten]] auf die praktische Verwirklichung festgesetzter sittlicher Normen und Werte verschoben.
 
Die '''Moral''' (von [[Wikipedia:Latein|lat.]] ''mores'' = Sitten, Gewohnheiten) umfasst im [[Wikipedia:Philosophie|philosophischen]] Sinn ein System von [[Wikipedia:Wertvorstellungen|Werten]] und [[Wikipedia:Soziale Norm|Normen]], an denen das rechte Handeln des [[Individuum|individuellen]] [[Mensch]]en, größerer Menschengemeinschaften oder ganzer [[Kultur]]en bemessen wird. Der Ausdruck wurde von [[Wikipedia:Cicero|Cicero]] in seiner ''philosophia moralis'' als Übersetzung des [[Wikipedia:Griechische Sprache|giech.]] [[Begriff]]s ἠθική (''êthikê'' = [[Ethik]]) neu geprägt.<ref>Cicero, ''De fato'' 1; [[Wikipedia:Historisches Wörterbuch der Philosophie|Historisches Wörterbuch der Philosophie]]: ''Moral, moralisch, Moralphilosophie'', Bd. 6, S. 149</ref> Dabei hat sich zugleich der Akzent von der [[Erkenntnis]] der geistigen Quelle des [[Das Gute|Guten]] auf die praktische Verwirklichung festgesetzter sittlicher Normen und Werte verschoben.
  
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Version vom 23. April 2008, 21:26 Uhr

Die Moral (von lat. mores = Sitten, Gewohnheiten) umfasst im philosophischen Sinn ein System von Werten und Normen, an denen das rechte Handeln des individuellen Menschen, größerer Menschengemeinschaften oder ganzer Kulturen bemessen wird. Der Ausdruck wurde von Cicero in seiner philosophia moralis als Übersetzung des giech. Begriffs ἠθική (êthikê = Ethik) neu geprägt.[1] Dabei hat sich zugleich der Akzent von der Erkenntnis der geistigen Quelle des Guten auf die praktische Verwirklichung festgesetzter sittlicher Normen und Werte verschoben.

Nach Rudolf Steiner kann man von wirklicher Moral nur dort sprechen, wo sie unmittelbar aus dem Geistigen schöpft:

"Man wird niemals mit bloßer Philosophie eine Definition des Moralischen geben können, und es ist das Charakteristische gerade der Philosophie, sofern sie Moralphilosophie sein will, daß sie zu einer richtigen, befriedigenden Definition des Moralischen nicht kommt, wenn sie sich nicht auf den Boden stellt, daß es dem Menschen möglich ist, sein Geistig-Seelisches unabhängig vom Leibe in sich zu erleben. Denn eine andere wirkliche Definition des Moralischen ist nicht möglich, als nur diejenige: Moralisch ist das, was der Mensch beschließt, was der Mensch tut durch Kräfte, die unabhängig von seinem Leibe sind. Eine wirklich moralische Tat, ein wirklich moralischer Impuls geht aus denselben Fähigkeiten der Seele hervor, die durch entsprechende Ausbildung zu den hellsichtigen Fähigkeiten führen." (Lit.: GA 159, S 128f)

Anmerkungen

  1. Cicero, De fato 1; Historisches Wörterbuch der Philosophie: Moral, moralisch, Moralphilosophie, Bd. 6, S. 149

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Das Geheimnis des Todes. Wesen und Bedeutung Mitteleuropas und die europäischen Volksgeister, GA 159 (1980)