Philipp IV. (Frankreich): Unterschied zwischen den Versionen

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Die Seite wurde neu angelegt: „Grabbüste Philipps IV. des Schönen '''Philipp IV.''', genannt '''der Schöne''', ({{frS|''Philippe…“)
 
Zeile 3: Zeile 3:
  
 
Er etablierte [[Wikipedia:Frankreich|Frankreich]] als Großmacht in [[Europa]] und errichtete mit einer kompromisslosen Autorität ein modernes frühabsolutistisches Staatswesen, welches der mittelalterlichen französischen Monarchie eine bis dahin nie gekannte Machtentfaltung ermöglichte. Besondere Bedeutung besitzt seine Regentschaft wegen der Überführung des [[Wikipedia:Avignonesisches Papsttum|Papsttums]] nach [[Wikipedia:Avignon|Avignon]] und der Zerschlagung des [[Templerorden]]s. Sein Beiname ist zeitgenössisch und bezieht sich auf sein Aussehen, welches dem Ritterideal seiner Zeit entsprochen haben soll.
 
Er etablierte [[Wikipedia:Frankreich|Frankreich]] als Großmacht in [[Europa]] und errichtete mit einer kompromisslosen Autorität ein modernes frühabsolutistisches Staatswesen, welches der mittelalterlichen französischen Monarchie eine bis dahin nie gekannte Machtentfaltung ermöglichte. Besondere Bedeutung besitzt seine Regentschaft wegen der Überführung des [[Wikipedia:Avignonesisches Papsttum|Papsttums]] nach [[Wikipedia:Avignon|Avignon]] und der Zerschlagung des [[Templerorden]]s. Sein Beiname ist zeitgenössisch und bezieht sich auf sein Aussehen, welches dem Ritterideal seiner Zeit entsprochen haben soll.
 +
 +
== Die ahrimanische Macht des Goldes ==
 +
 +
{{GZ|in der Zeit, in welcher der
 +
Templerorden durch seine Tätigkeit zu großem Ansehen und auch zu
 +
großem Reichtum - als Orden, nicht als einzelner Templer - gekommen
 +
war und sich ausgebreitet hatte auch über den Westen Europas, in dieser
 +
Zeit des ausgehenden 13., des beginnenden 14. Jahrhunderts, da
 +
haben wir im Westen herrschend einen Mann, eine menschliche Persönlichkeit,
 +
welche, man kann geradezu sagen, in der Seele eine Art Begeisterung
 +
empfand durch die moralische Macht oder respektive unmoralische
 +
Macht des Goldes; eine Persönlichkeit, die geradezu in einseitiger
 +
Weise die Vermaterialisierung der Weisheit aus dem Golde
 +
heraus zu ihrer Inspiration bilden konnte. Erinnern Sie sich an das
 +
Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie, wo der goldene
 +
König zum Repräsentanten der Weisheit geworden ist! Es kann
 +
allerdings, weil in den einzelnen Stoffen auch geistige Kräfte stecken -
 +
denn der Stoff ist immer nur scheinbar, geistige Kräfte stecken dahinter,
 +
wenn sie auch der Materialist nicht wahrzunehmen vermag - , es kann
 +
geradezu das Gold zum Inspirator werden. Eine hochbegabte, mit
 +
außerordentlicher, mit höchster Klugheit ausgestattete Persönlichkeit
 +
ist zugänglich dieser Inspiration durch das Gold mit geradezu ärgster
 +
ahrimanischer Weisheit. Das ist der von 1285 bis 1314 in Frankreich
 +
regierende König ''Philipp der Schöne'', Philipp IV. Philipp IV. der
 +
Schöne kann geradezu ein genial-habsüchtiger Mensch genannt werden,
 +
ein Mensch, der den instinktiven Drang in sich verspürte, nichts anderes
 +
anzuerkennen in der Welt als das, was mit Gold aufgewogen
 +
werden kann, und niemandem wollte Philipp der Schöne eine Macht
 +
über das Gold zugestehen als nur allein sich selber. Geradezu alles, was
 +
an Macht durch das Gold bewirkt werden kann, wollte er in seinen
 +
Machtwillen hineinzwingen. Das wurde bei ihm zur großen, welthistorischen
 +
Marotte.|171|121f}}
 +
 +
{{GGZ|Solch eine Leidenschaft, die auf eine solch materielle Weise angeregt
 +
wird und die so intensiv ist, die erzeugt zugleich in der Seele starke
 +
Machtkräfte; sie erzeugt aber auch, wenn auch nach dem Ahrimanischen
 +
hin gehende, Erkenntnisse. Und so konnte es sein, daß in der
 +
Seele Philipps IV. des Schönen gewisse Erkenntnisse aufgingen, ich
 +
möchte sagen, von nachgeordneter Art, von derjenigen Weise des Erkennens,
 +
die wir aufflammen gesehen haben in herbster, abscheulicher
 +
Weise in den mexikanischen Mysterien. Was man bewirken kann, wenn
 +
man in der richtigen Weise Leben überwindet in der Welt, wenn auch
 +
in anderer Weise als die mexikanischen Eingeweihten, wenn auch nicht
 +
in so unmittelbarer, sondern mittelbarer Weise, das ging Philipp IV.
 +
dem Schönen auf. Und wie aus tief unterbewußten Impulsen heraus
 +
fand er die Mittel, aus dem Toten von Menschen heraus unterbewußte
 +
Impulse der Menschheitsentwickelung einzuverleiben. Dazu brauchte
 +
er seine Opfer. Und in einer ganz merkwürdigen Weise stimmte zusammen
 +
dieser teuflische Instinkt Philipps IV. des Schönen mit demjenigen,
 +
was sich auf der anderen Seite im Schöße der Templer notwendigerweise
 +
entwickelte durch ihr den gekennzeichneten Dingen
 +
geweihtes Leben.|171|124}}
  
 
== Siehe auch ==
 
== Siehe auch ==
  
 
* {{WikipediaDE|Philipp IV. (Frankreich)}}
 
* {{WikipediaDE|Philipp IV. (Frankreich)}}
 +
 +
== Literatur ==
 +
#Rudolf Steiner: ''Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts'', [[GA 171]] (1984), ISBN 3-7274-1710-2 {{Vorträge|171}}
 +
 +
{{GA}}
  
 
{{Normdaten|TYP=p|GND=118742175|LCCN=n/79/115483|VIAF=89086248}}
 
{{Normdaten|TYP=p|GND=118742175|LCCN=n/79/115483|VIAF=89086248}}

Version vom 30. März 2017, 12:17 Uhr

Grabbüste Philipps IV. des Schönen

Philipp IV., genannt der Schöne, (franz. Philippe IV le Bel, eng. Philip the Fair; * 1268 in Fontainebleau; † 29. November 1314 ebenda) aus der Dynastie der Kapetinger war von 1285 bis 1314 König von Frankreich und als Philipp I. König von Navarra.

Er etablierte Frankreich als Großmacht in Europa und errichtete mit einer kompromisslosen Autorität ein modernes frühabsolutistisches Staatswesen, welches der mittelalterlichen französischen Monarchie eine bis dahin nie gekannte Machtentfaltung ermöglichte. Besondere Bedeutung besitzt seine Regentschaft wegen der Überführung des Papsttums nach Avignon und der Zerschlagung des Templerordens. Sein Beiname ist zeitgenössisch und bezieht sich auf sein Aussehen, welches dem Ritterideal seiner Zeit entsprochen haben soll.

Die ahrimanische Macht des Goldes

„in der Zeit, in welcher der Templerorden durch seine Tätigkeit zu großem Ansehen und auch zu großem Reichtum - als Orden, nicht als einzelner Templer - gekommen war und sich ausgebreitet hatte auch über den Westen Europas, in dieser Zeit des ausgehenden 13., des beginnenden 14. Jahrhunderts, da haben wir im Westen herrschend einen Mann, eine menschliche Persönlichkeit, welche, man kann geradezu sagen, in der Seele eine Art Begeisterung empfand durch die moralische Macht oder respektive unmoralische Macht des Goldes; eine Persönlichkeit, die geradezu in einseitiger Weise die Vermaterialisierung der Weisheit aus dem Golde heraus zu ihrer Inspiration bilden konnte. Erinnern Sie sich an das Märchen von der grünen Schlange und der schönen Lilie, wo der goldene König zum Repräsentanten der Weisheit geworden ist! Es kann allerdings, weil in den einzelnen Stoffen auch geistige Kräfte stecken - denn der Stoff ist immer nur scheinbar, geistige Kräfte stecken dahinter, wenn sie auch der Materialist nicht wahrzunehmen vermag - , es kann geradezu das Gold zum Inspirator werden. Eine hochbegabte, mit außerordentlicher, mit höchster Klugheit ausgestattete Persönlichkeit ist zugänglich dieser Inspiration durch das Gold mit geradezu ärgster ahrimanischer Weisheit. Das ist der von 1285 bis 1314 in Frankreich regierende König Philipp der Schöne, Philipp IV. Philipp IV. der Schöne kann geradezu ein genial-habsüchtiger Mensch genannt werden, ein Mensch, der den instinktiven Drang in sich verspürte, nichts anderes anzuerkennen in der Welt als das, was mit Gold aufgewogen werden kann, und niemandem wollte Philipp der Schöne eine Macht über das Gold zugestehen als nur allein sich selber. Geradezu alles, was an Macht durch das Gold bewirkt werden kann, wollte er in seinen Machtwillen hineinzwingen. Das wurde bei ihm zur großen, welthistorischen Marotte.“ (Lit.:GA 171, S. 121f)

„Solch eine Leidenschaft, die auf eine solch materielle Weise angeregt wird und die so intensiv ist, die erzeugt zugleich in der Seele starke Machtkräfte; sie erzeugt aber auch, wenn auch nach dem Ahrimanischen hin gehende, Erkenntnisse. Und so konnte es sein, daß in der Seele Philipps IV. des Schönen gewisse Erkenntnisse aufgingen, ich möchte sagen, von nachgeordneter Art, von derjenigen Weise des Erkennens, die wir aufflammen gesehen haben in herbster, abscheulicher Weise in den mexikanischen Mysterien. Was man bewirken kann, wenn man in der richtigen Weise Leben überwindet in der Welt, wenn auch in anderer Weise als die mexikanischen Eingeweihten, wenn auch nicht in so unmittelbarer, sondern mittelbarer Weise, das ging Philipp IV. dem Schönen auf. Und wie aus tief unterbewußten Impulsen heraus fand er die Mittel, aus dem Toten von Menschen heraus unterbewußte Impulse der Menschheitsentwickelung einzuverleiben. Dazu brauchte er seine Opfer. Und in einer ganz merkwürdigen Weise stimmte zusammen dieser teuflische Instinkt Philipps IV. des Schönen mit demjenigen, was sich auf der anderen Seite im Schöße der Templer notwendigerweise entwickelte durch ihr den gekennzeichneten Dingen geweihtes Leben.“ (S. 124)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, GA 171 (1984), ISBN 3-7274-1710-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.


Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Philipp IV. (Frankreich) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.