Pille danach

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Die Pille danach ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein hormonell wirksames Präparat zur postkoitalen Empfängnisverhütung, das nach einem Geschlechtsverkehr eingenommen eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann. Die wirksamen Substanzen sind das Gestagenderivat Levonorgestrel oder der Progesteron-Rezeptor-Modulator Ulipristalacetat. „Die Pille“ ohne Zusätze ist hingegen der verbreitetste umgangssprachliche Begriff für die Antibabypille.

Die Arzneimittel müssen so früh wie möglich, innerhalb einer vom Arzneistoff abhängenden Frist nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Sie sind nicht zur regelmäßigen Empfängnisverhütung geeignet und stören den natürlichen Menstruationszyklus.[1] Die Wirkungsweise der Pille danach ist dominiert von ihrer ovulationshemmenden Wirkung. Zusätzlich werden andere Mechanismen wie die Behinderung der Spermien diskutiert. Auch eine Hemmung der Nidation (Einnistung) einer bereits befruchteten Eizelle wird insbesondere bei Ulipristalacetat diskutiert.[2] Die Wirkung gegen unbefruchtete oder bereits befruchtete Eizellen ist für die ethische Einstellung vieler Menschen gegenüber den Präparaten wesentlich.[3] Eine Spirale danach ist bis spätestens fünf Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr möglich.[4]

Am 8. Januar 2015 teilte das deutsche Bundesministerium für Gesundheit mit, die Bundesregierung werde der Entscheidung der EU-Kommission (Freigabe von Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat) folgen „und das deutsche Recht für beide Präparate, die derzeit auf dem Markt sind, schnellstmöglich anpassen“.[5] Die Arzneimittelverschreibungsverordnung wurde mit Wirkung vom 14. März 2015 entsprechend geändert. Rezeptfreie Notfallkontrazeptiva können von Jugendlichen ab 14 Jahren auch ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten erworben und angewendet werden.[6]

Die Pille danach ist nicht zu verwechseln mit der „Abtreibungspille“, die als Wirkstoff Mifepriston enthält.

Die "Pille danach" aus römisch katholischer Sicht

Nach kath. Auffassung geschieht die Empfängnis ohne Zeitverzug im Augenblick des Geschlechtsaktes, sofern eine Spermie des Mannes und ein befruchtungsfähiges Ei der Frau aufeinandertreffen. Eine Abtreibung (egal in welchem späteren Stadium) ist mithin ab der Befruchtung als Mord am Ungeborenen zu werten.[7]

Die "Pille danach" aus anthroposophischer Sicht

"Die Seele des Kindes inkarniert sich am 17. Tage nach der Empfängnis." (Rudolf Steiner, zitiert nach Ludwig Polzer-Hoditz: Erinnerungen an Rudolf Steiner (1985), Seite 300). Da sich die Seele des Kindes demzufolge erst 17 Tage nach der Empfängnis mit dem Embryo verbindet, ist eine "Pille danach" ethisch eher unbedenklich, wenngleich sich der Lebenskeim des Kindes schon auf die jeweilige potentielle Mutter orientiert haben wird.[8]

Siehe auch:



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  1. Trutz Fries: Die Pille danach. Abgerufen am 8. Juni 2010.
  2. J. A. Keenan: Ulipristal acetate: contraceptive or contragestive? In: The Annals of Pharmacotherapy. Band 45, Nummer 6, Juni 2011, S. 813–815, doi:10.1345/aph.1Q248. PMID 21666088.
  3. K. Gemzell-Danielsson: Mechanism of action of emergency contraception. In: Contraception. Band 82, Nummer 5, November 2010, S. 404–409, doi:10.1016/j.contraception.2010.05.004. PMID 20933113. (Review).
  4. Gerhard I. Geburtshilfe integrativ. Kap. 18.1.2 Intrauterinpessar (IUP), 349-50 in der Google Buchsuche, Elsevier, Urban und Fischer Verlag, 2005, ISBN 3-437-56510-9.
  5. FAZ.net 8. Januar 2015
  6. Bundesapothekerkammer: Rezeptfreie Abgabe von Notfallkontrazeptiva („Pille danach“), S. 10. Stand vom 28. Januar 2015, Abruf am 27. Februar 2015.
  7. Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Oldenbourg Vlg./Benno/Paulusvlg., 1993, S. 577ff, RDNR. 2270 - 2274
  8. Vgl. Max Hoffmeister: Die übersinnliche Vorbereitung der Inkarnation, Vlg. Die Pforte, Basel 1991, S. 74