Prozess

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Ein Prozess (auch Prozeß; lat. processus „Fortgang, Fortschreiten“) ist ganz allgemein ein zusammenhängender, zeitlich gesetzmäßig geordneter Vorgang bzw. der Ablauf eines Geschehens, einer Folge von Ereignissen, gegebenenfalls eine sukzessiv voranschreitende Entwicklung, ein Evolutionsprozess.

Reversible und irreversible Prozesse

Ein reversibler Prozess kann in einem abgeschlossenen System jederzeit auch wieder in umgekehrter Richtung ablaufen, ohne dass es dabei zu bleibenden Veränderungen des Systems kommt. Alle Veränderungen können wieder rückgängig gemacht werden, sind also reversibel (umkehrbar). Nach den Gesetzen der Thermodynamik ändert sich die Entropie in diesem Fall nicht, d.h. LaTeX: \Delta S = 0.

Bei einem irreversiblen Prozess hingegen nimmt die Entropie zu, d.h. LaTeX: \Delta S > 0. Dadurch kommt es zu bleibenden Veränderungen innerhalb des Systems, die nur durch Energiezufuhr von außen ausgeglichen werden könnten. Innerhalb eines abgeschlossenen Systems können die Veränderungen nicht mehr rückgängig gemacht werden, sind also irreversibel (unumkehrbar).

Thermodynamischer Kreisprozess

Als Kreisprozess wird in der Thermodynamik ein Prozess bezeichnet, bei welchem der durch Zustandsgrößen wie Druck, Temperatur und Dichte charakterisierte Ausgangszustand periodisch wiederholt durchlaufen wird. Ein ideales Gedankenmodell dazu ist der 1824 von Sadi Carnot beschriebene Carnot-Prozess.

Deterministische und indeterministische Prozesse

Bei einem deterministischen Prozess sind alle zeitlich aufeinanderfolgenden Zustände des Systems entweder von Anfang an vorherbestimmt oder jeder Zustand ist kausal durch den ihm zeitlich unmittelbar vorangehenden bedingt. Ein indeterministischer Prozess ist weder vorherbestimmt noch kausal bedingt, sondern unterliegt dem Zufall. Man spricht daher von einem Zufallsprozess bzw. von einem stochastischen Prozess.

Wenn man nicht nur die physische Ebene, sonder auch alle höheren Weltebenen ins Auge fasst, gibt es aus geisteswissenschaftlicher Perspektive keinen Zufall, denn alle Ereignisse sind letztlich durch den Willen geistiger Wesen - zu denen auch der Mensch zählt - bewirkt.

„In der physischen Welt von «Zufall» sprechen, ist gewiß nicht unberechtigt. Und so unbedingt der Satz gilt: «Es gibt keinen Zufall», wenn man alle Welten in Betracht zieht, so unberechtigt wäre es, das Wort «Zufall» auszumerzen, wenn bloß von der Verkettung der Dinge in der physischen Welt die Rede ist. Der Zufall in der physischen Welt wird nämlich dadurch herbeigeführt, daß sich in dieser Welt die Dinge im sinnlichen Raume abspielen. Sie müssen, insofern sie sich in diesem Raume abspielen, auch den Gesetzen dieses Raumes gehorchen. In diesem Raume aber können äußerlich Dinge zusammentreffen, die zunächst innerlich nichts miteinander zutun haben.“ (Lit.:GA 34, S. 362f)

Siehe auch

Literatur

Literatur

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