Stachelhäuter

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Stachelhäuter
Echinodermata.png

Verschiedene Stachelhäuter, oben links Seesterne, oben rechts Haarsterne, mitte rechts ein Seeigel, unten rechts Seegurken (Seewalzen) und unten links Schlangensterne.

ohne Rang: Holozoa
ohne Rang: Vielzellige Tiere (Metazoa)
Abteilung: Gewebetiere (Eumetazoa)
Unterabteilung: Bilateria
ohne Rang: Neumünder (Deuterostomia)
Stamm: Stachelhäuter
Echinodermata
Klein, 1734

Die Stachelhäuter (Echinodermata) (von griech. echinos „Igel“ und derma „Haut“) sind ein zu den Deuterostomiern gehörender Tierstamm. Weltweit sind etwa 6300 rezente Arten der Stachelhäuter bekannt, womit sie die zweitgrößte Tiergruppe innerhalb der Neumundtiere (Deuterostomia) nach den Chordatieren (Chordata) bilden.

Es handelt sich bei ihnen durchweg um Meeresbewohner, die bis auf wenige Tiefseearten reine Bodenbewohner sind – d. h. vorwiegend im Flachmeer leben. Neben ihrer weiten Verbreitung sind sie auch geologisch von Bedeutung, weil ihre abgestorbenen Schalen und Skelettteile wesentlich zur Bildung von Kalkgesteinen beitragen. Bei Vorherrschen einer Skelettart erhalten sie Namen wie Trochiten- oder Crinoidenkalk, die sich unter anderem in den Kalkalpen finden. Mengenmäßig überwiegen aber die Ablagerungen der winzigen, schwebenden Kalkalgen.

Die Echinodermata werden traditionell in die meist gestielten Pelmatozoa sowie die freilebenden Eleutherozoa unterteilt. Zu den Pelmatozoa zählen mehrere als Seelilien zusammengefasste Taxa sowie die sekundär freilebenden Haarsterne (Crinoidea). Die Eleutherozoa umfassen die bekannteren Gruppen der Stachelhäuter: die Seesterne (Asteroidea) und die Schlangensterne (Ophiuroidea), die Seeigel (Echinoidea) sowie die Seegurken (Seewalzen) (Holothuroidea). Die seit 1986 als eine weitere Klasse identifizierten Seegänseblümchen (Concentricycloidea) werden inzwischen zu den Seesternen gestellt.

Allgemeine Merkmale

Die meisten Stachelhäuter erreichen Körpergrößen von weniger als zehn Zentimetern in der Länge oder im Durchmesser. Dabei gibt es allerdings auch sehr große Arten. So können einige Seegurken (Seewalzen) Längen von bis zu zwei Metern erreichen und einige Seesterne haben einen Durchmesser von bis zu einem Meter. Die größten Stachelhäuter waren einige ausgestorbene Seelilienarten mit Stammlängen von bis zu 20 Metern. In der Körperform herrschen mit den See- und Schlangensternen sternförmige Tiere vor. Die Seeigel haben meistens eine kugelige Form, die wie bei den Sanddollars auch abgeflacht sein kann, hinzu kommen bei ihnen häufig sehr verschieden gestaltete Stacheln. Eine längliche, manchmal fast schon wurmförmige Gestalt haben die Seewalzen. Die Seelilien wiederum stellen sessile (am Boden angewachsene) Tiere dar, bei denen ein mit vielen Beinen ausgestatteter Körper auf einem langen Stiel sitzt und Nahrungspartikel aus dem Wasser filtert.

Die namensgebenden und so vielfältig ausgeprägten Stacheln sind aus dem Skelett hervorgewachsene, gelenkig bewegliche Hohlformen und sind mit einer Epidermis überzogen. Sie haben mehrere wichtige Funktionen: sie dienen vor allem zum Schutz der Tiere vor Fressfeinden, ferner zum Graben und zur Fixierung am Meeresboden, sowie zur Fortbewegung. Die Stacheln können Gifte enthalten (wie beim Seeigel) und auch Sinnesorgane - zum Beispiel Fotorezeptoren bei den Seesternen. Als Sonderform spezieller Pedicellarien können sie sogar zum Beseitigen von Parasiten oder für den Beutefang verwendet werden.

Siehe auch

Stachelhäuter - Artikel in der deutschen Wikipedia

Literatur

  • D. T. Anderson: Invertebrate Zoology. Oxford University Press, Oxford 2001. ISBN 0-19-551368-1
  • R. S. K. Barnes, P. Calow, P. J. W. Olive, D. W. Golding, J. I. Spicer: The invertebrates – a synthesis. Blackwell, Oxford 2001, S. 151. ISBN 0-632-04761-5
  • R. C. Brusca, G. J. Brusca: Invertebrates. Sinauer, Sunderland Mass 2003. ISBN 0-87893-097-3
  • H. Fechter, E. Thenius: Die Stachelhäuter. In: Grzimeks Tierleben. Kindler, Zürich 1962.
  • A. Goldschmid: Echinodermata, Stachelhäuter. In: W. Westheide, R. Rieger: Spezielle Zoologie. Teil 1. Einzeller und Wirbellose Tiere. Spektrum, Heidelberg 1996, 2003. ISBN 3-8274-0998-5
  • J. Moore: An Introduction to the Invertebrates. Cambridge University Press, Cambridge 2001. ISBN 0-521-77914-6
  • E. E. Ruppert, R. S. Fox, R. P. Barnes: Invertebrate Zoology. A functional evolutionary approach. Brooks/Cole, Belmont 2004. ISBN 0-03-025982-7
  • Raff RA, Byrne M. 2006. The active evolutionary lives of echinoderm larvae. Heredity 97: 244–252.
  • Brennand HS, Soars N, Dworjanyn SA, Davis AR, Byrne M. 2010. Impact of Ocean Warming and Ocean Acidification on Larval Development and Calcification in the Sea Urchin Tripneustes gratilla. PLoS ONE 5(6): e11372.

Weblinks

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