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Marihuana und Psilocybe: Unterschied zwischen den Seiten

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'''Marihuana''', '''Gras''' oder '''Weed''' bezeichnen in der deutschen Umgangssprache ein [[Krautige Pflanze|Kraut]]&shy;produkt der weiblichen [[Hanf]]pflanze (''Cannabis''). Gemeint ist damit meist eine getrocknete Mischung aus [[Blüte]]n mit den unbefruchteten weiblichen [[Blütenstand|Blütenständen]] (mit oder ohne anhängenden Blättern).<ref name="Medizinwörterbuch">Dudenredaktion: ''Duden - Wörterbuch medizinischer Fachbegriffe.'' Bibliographisches Institut, 2014, ISBN 978-3-411-90267-5, S.&nbsp;484 ({{Google Buch |BuchID=h2K9BQAAQBAJ |Seite=484}}).</ref><ref name=":0">{{Literatur |Hrsg=[[Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht]] |Titel=Stand der Drogenproblematik in Europa |Ort= |Datum=2006 |ISBN=92-9168-252-7 |Seiten=40 |Online=[http://ar2006.emcdda.europa.eu/download/ar2006-de.pdf PDF; 1,5&nbsp;MB]}}</ref>
<!-- Für Informationen zum Umgang mit dieser Tabelle siehe bitte [[Wikipedia:Taxoboxen]]. -->
{{Taxobox
| Taxon_WissName  = Psilocybe
| Taxon_Rang      = Gattung
| Taxon_Autor      = ([[Elias Magnus Fries|Fr.]]) [[Paul Kummer|P. Kumm.]]
| Taxon2_Name      = Träuschlingsverwandte
| Taxon2_WissName  = Strophariaceae
| Taxon2_Rang      = Familie
| Taxon3_Name      = Champignonartige
| Taxon3_WissName  = Agaricales
| Taxon3_Rang      = Ordnung
| Taxon4_WissName  = Agaricomycetidae
| Taxon4_Rang      = Unterklasse
| Taxon5_Name      =  
| Taxon5_WissName  = Agaricomycetes
| Taxon5_Rang      = Klasse
| Taxon6_WissName  = Agaricomycotina
| Taxon6_Rang      = Unterabteilung
| Bild            = Psilocybe semilanceata.jpg
| Bildbeschreibung = [[Spitzkegeliger Kahlkopf]] (''P. semilanceata'')
}}


Marihuana muss von [[Haschisch]] unterschieden werden. Haschisch ist zwar ebenfalls ein Cannabisprodukt, besteht jedoch meist aus dem gepressten [[Harz (Material)|Harz]] der weiterverarbeiteten Pflanzenteile.
'''''Psilocybe''''' ist eine [[Pilze|Pilz]][[Gattung (Biologie)|gattung]] aus der Familie der [[Träuschlingsverwandte]]n (Strophariaceae). Die Bezeichnung ''Kahlköpfe'' wird heute auch für die Gattung ''[[Deconica]]'' verwendet, deren Vertreter früher zu ''Psilocybe'' gestellt wurden. Einige Arten werden auch als Klebköpfe bezeichnet.


<gallery widths="160" heights="120">
== Merkmale ==
BCbud.jpg|mini|Marihuana.
=== Makroskopische Merkmale ===
6-grams-skunk.jpg|mini|6 Gramm Marihuana (Sorte Skunk).
''Psilocybe'' bildet kleine bis mittelgroße, gelbbraune bis braune in [[Hut (Mykologie)|Hut]] und [[Stiel (Mykologie)|Stiel]] gegliederte Fruchtkörper mit glockenförmigem oder halbkugeligem, oft charakteristisch zugespitztem Hut. Die Hüte weisen meist braune Farben mit manchmal blauen Einschlägen auf; sie sind meist [[Hygrophanität|hygrophan]]. Sie sind dünnfleischig und meist klebrig bis schmierig. Die Bezeichnung Kahlkopf ist von der glatten Hutoberfläche abgeleitet. Selten ist dieser auch schwach samtig. Die zunächst beigefarbenen [[Lamelle (Mykologie)|Lamellen]] sind breit am Stiel angewachsen, angeheftet oder laufen mit einem Zahn am Stiel herab. Sie sind meist breit und stehen entfernt bis eng. Später werden sie rot- bis matt braun oder fast schwarz. Manchmal besitzen sie auch purpurne Töne. Der zylindrische Stiel ist dünn und steht zentral. Der Stiel, teilweise auch der Hut, verfärbt sich beim Trocknen schwarz, schwarzblau, blau oder grünlich. Ein [[Velum (Mykologie)|Velum]] ist mitunter reichlich vorhanden. Es befindet sich an Hut und Stiel, umsäumt manchmal den Hutrand oder bildet eine Ringzone am Stiel. Das Velum kann sehr vergänglich sein. Der Geruch ist unbedeutend oder mehlartig, bei einigen Arten süßlich. Der Geschmack ist ebenfalls unbedeutend bis mehlartig, selten aber auch bitter. Das Sporenpulver ist blass braun bis schwarz-braun oder schwarz, manchmal mit violetten Tönen.
Drying Cannabis Buds.jpg|mini|In voller Blüte geerntete weibliche Hanfpflanzen (zum Trocknen aufgehängt).
Medical cannabis.jpg|mini|Marihuana als Arzneimittel.
</gallery>


== Verwendung ==
=== Mikroskopische Merkmale ===
{{Hauptartikel|Cannabis als Rauschmittel|Cannabis als Arzneimittel}}
Die Sporen sind ellipsoid bis mandelförmig oder hexagonal in der Frontansicht. Sie sind glatt und weisen meist einen deutlichen Keimporus auf. Ihre Wand ist oft dünn oder auch deutlich verdickt. Sie erscheinen honigfarben bis braun. Die Sporen sind [[Amyloidität|inamyloid]]. Die Cheilo[[zystide]]n sind meist mehr oder weniger flaschenförmig. Pleurozystiden fehlen. Die [[Huthaut]] wird aus einer Cutis oder einer Ixocutis gebildet. [[Schnalle (Mykologie)|Schnallen]] sind vorhanden oder fehlen.


Marihuana wird sowohl als Rauschmittel wie auch als Arzneimittel genutzt. Es wird meist nach unvollständiger Verbrennung geraucht oder nach [[Vaporizer|Verdampfung]] [[Inhalation|inhaliert]], seltener wird es auch [[Peroral|oral]] aufgenommen (z.&nbsp;B. durch Lebensmittel).<ref name="Klimm">Hans-Dieter Klimm: ''Allgemeinmedizin.'' Georg Thieme Verlag, 2004, ISBN 3-13-155424-X, S.&nbsp;86.</ref>
== Gattungsabgrenzung ==
Die Gattung ''Deconica'' besitzt nicht blauendes Fleisch. Im Gegensatz zu den verwandten [[Träuschlinge]]n und [[Schüpplinge]]n fehlen ''Psilocybe'' Schuppen an Hut und Stiel.


== THC-Gehalt ==
== Ökologie ==
Die berauschende Wirkung ist hauptsächlich auf den [[Psychotrope Substanz|psychoaktiven]] Wirkstoff [[Tetrahydrocannabinol]] (THC) zurückzuführen. Der THC-Gehalt kann stark variieren: Er liegt nach Zahlen von 2006 der [[Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht|Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht]] (EBDD) in Europa zwischen nahe Null und 17,7 %.<ref name=":02">{{Literatur |Hrsg=[[Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht]] |Titel=Stand der Drogenproblematik in Europa |Ort= |Datum=2006 |ISBN=92-9168-252-7 |Seiten=40 |Online=[http://ar2006.emcdda.europa.eu/download/ar2006-de.pdf PDF; 1,5&nbsp;MB]}}</ref> Für 2015 gibt die EBDD, basierend auf nationalen Durchschnittswerten, einen Wirkstoffgehalt von 3 % als Mindestwert, von 22 % als Höchstwert und einen [[Quartil]]abstand von 7 bis 11 % an.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.dbdd.de/fileadmin/user_upload_dbdd/05_Publikationen/PDFs/EDR-2017_DE.pdf |titel=Europäischer Drogenbericht 2017 |hrsg=Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht |zugriff=2017-11-12 |format=PDF |seiten=21}}</ref>
''Psilocybe'' lebt [[saprobiont]]isch auf Erde, Stroh, Holzhäcksel, Torf und [[Detritus (Bodenkunde)|Detritus]]. Selten kommen auf Moos parasitierende Arten vor.


Ein Wirkstoffgehalt von bis über 30 % ist mit bestimmten Cannabissorten unter Bestbedingungen möglich. Aktuell bietet [[Cannabis und Cannabinoide als Arzneimittel|medizinisches Cannabis]] in Deutschland je nach Sorte THC-Werte zwischen unter 1 und bis zu 22 %. Der [[Cannabidiol|CBD]]-Gehalt liegt bei offiziellem medizinischem Cannabis in Deutschland zwischen unter 0,05 und 10,2 %.<ref>{{Internetquelle |autor=Avoxa Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH |url=https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=67762 |titel=Cannabis als Medizin: Was kommt auf die Apotheken zu? |werk=Pharmazeutische Zeitung online |zugriff=2017-11-12}}</ref>
== Bedeutung ==
=== Speisewert und Inhaltsstoffe ===
Die Kahlköpfe kommen als Speisepilze nicht in Frage. Sie enthalten [[psychotrope Substanz]]en, wie zum Beispiel [[Psilocybin]] und werden deshalb auch als Rauschmittel genutzt. Für psychische Nebenwirkungen und Wirkungen und weitere Informationen zum Rauschmittel siehe auch [[psychoaktive Pilze]].


== Zum Begriff ==
=== Rechtliches ===
Im Gesetzestext des [[Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)|Betäubungsmittelgesetzes]] ist der Name ''Marihuana'' als [[Trivialname]] für die gesamte Pflanze verankert. Es heißt dort: ''Cannabis (Marihuana, Pflanzen und Pflanzenteile der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen)''.<ref>Anlage I BtMG - (zu § 1 Abs. 1) „nicht verkehrsfähige Betäubungsmittel“ und [https://www.bundesrat.de/SharedDocs/drucksachen/2017/0001-0100/21-17.pdf;jsessionid=937FFCF4431C6C4A5418C324E132DB3B.2_cid339?__blob=publicationFile&v=1 Gesetzesbeschluss des Deutschen Bundestages – Gesetz zur Änderung betäubungsmittelrechtlicher und anderer Vorschriften] Bundesrat Drucksache 21/17 20.&nbsp;Januar 2017, Abruf 17.&nbsp;Februar 2017.</ref> Der Name ''Marihuana'' kam ursprünglich aus den USA nach Deutschland und spielte dort bei dem Verbot der Cannabis-Pflanze eine wichtige Rolle.
Die Pilze enthalten teilweise relevante Mengen von [[Psilocin]] und [[Psilocybin]]. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe ist der Besitz und Handel mit den Pilzen nach dem [[Betäubungsmittelgesetz (Deutschland)|Betäubungsmittelgesetz]] in der BRD und den meisten anderen europäischen Ländern untersagt. Zum Zwecke von wissenschaftlichen Erkundungen ist es erlaubt, Pilze dieser Art zu sammeln; dies bedarf jedoch einer [[Erlaubnis|behördlichen Genehmigung]].
 
Das Wort ''marihuana'', teilweise auch ''mariguana'' geschrieben, stammt aus dem [[Mexiko|mexikanischen]] [[Spanische Sprache|Spanisch]]. Die weitere Herleitung ist ungewiss, möglicherweise stammt das Wort aus einer Indianersprache. Die häufig [[Kolportage|kolportierte]] Herleitung vom spanischen Vornamen María Juana („Mary Jane“) ist eine irrige [[Volksetymologie]], die nach der Entlehnung des Wortes ins [[Englische Sprache|Englische]] wohl in den [[Vereinigte Staaten|USA]] aufkam. So erklärt sich auch die Schreibvariante ''marijuana'', die erst im englischen Sprachraum entstand und im Spanischen nur selten anzutreffen ist.<ref>{{Literatur |Autor=Dudenredaktion |Titel=Das Herkunftswörterbuch: Etymologie der deutschen Sprache |Verlag=Bibliographisches Institut |Datum=2015 |ISBN=978-3-411-90539-3 |Online={{Google Buch |BuchID=KqvWCgAAQBAJ |Seite=543}}}}</ref> Oft wird Marihuana auch mit dem [[Anglizismus]] „Mary Jane“<ref>Vgl. auch den Refrain in ''Sugar Man'' von Sixto Rodríguez: „Silver magic ships you carry Jumpers, coke, sweet Mary Jane“.</ref> bezeichnet.
 
''Gras'' ist eine der geläufigsten umgangssprachlichen Bezeichnungen für Marihuana. ''Weed'' ist ein auch in deutschsprachigen Ländern benutzter Begriff.
 
In Jamaika und der restlichen Karibik wird Marihuana nach der aus der Sprache [[Sanskrit]] stammenden Bezeichnung für Hanf auf [[Hindi]] und [[Urdu]]<ref>{{Internetquelle |url=http://www.merriam-webster.com/dictionary/ganja |titel=ganja |hrsg=Merriam-Webster |werk=merriam-webster.com |zugriff=2013-11-16 |sprache=en}}</ref> auch als ''Ganja'' bezeichnet.<ref>{{Internetquelle |url=http://www.cannabislegal.de/studien/ganja.htm |hrsg=Verein für Drogenpolitik |titel=Report of the National Commission on Ganja (Jamaika) |werk=cannabislegal.de |zugriff=2016-08-04 |sprache=en}}</ref> ''Sinsemilla ([[Spanische Sprache|span.]] sin semilla: ‚ohne Samen‘)'' – abgewandelt, vor allem im jamaikanischen Sprachraum, auch ''Sensimilla'' – besteht ausschließlich aus weiblichen, unbestäubten Blütenständen, die keine [[Same (Pflanze)|Samen]] enthalten. Sinsemilla gewinnt man, indem die männlichen Pflanzen entfernt werden, sobald das Geschlecht erkennbar ist, sodass die weiblichen Pflanzen nicht bestäubt werden. Man kann dafür aber auch [[Steckling]]e einer weiblichen Mutterpflanze heranziehen.
 
Hasch, [[Haschisch]], Marihuana und Cannabis werden auch fälschlicherweise [[synonym]] verwendet. ''Cannabis'' ist der lateinische Name der [[Gattung (Biologie)|Gattung]] Hanf.
 
== Rechtliche Situation ==
{{Hauptartikel|Rechtliche Aspekte von Hanf}}
Der Besitz, Handel und Konsum von Marihuana und anderen Cannabisprodukten wie [[Haschisch]] und [[Haschöl]] ist in den meisten Ländern verboten. Uruguay ist das erste Land der Welt, das bereits 2013 eine vollständige Legalisierung von Cannabis beschloss. Start des regulären Cannabishandels war jedoch erst der 1. Juli 2017.<ref>{{Internetquelle |url=http://highway-magazin.de/news/international/cannabis-in-uruguay-offizieller-verkauf-startet-endlich-am-1-juli |titel=Cannabis in Uruguay: offizieller Verkauf startet endlich am 1. Juli - Highway – Das Cannabismagazin |zugriff=2017-05-30}}</ref> Kanada wird im Jahr 2018 nachziehen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass auch die Niederlande Cannabis legalisiert hätten. Dort ist allerdings nur der Besitz von bis zu fünf Gramm Cannabis sowie der Verkauf nach engen Regeln an private Abnehmer durch [[Coffeeshop (Niederlande)|Coffeeshops]] toleriert.<ref>{{Literatur |Autor=Maximilian Plenert |Titel=Ist Cannabis in den Niederlanden legal? |Sammelwerk=Deutscher Hanfverband |Datum=2014-11-06 |Online=https://hanfverband.de/faq/ist-cannabis-in-den-niederlanden-legal |Abruf=2017-05-30}}</ref> In den Vereinigten Staaten von Amerika haben inzwischen neun Bundesstaaten Cannabis komplett legalisiert. Die Staaten [[Vermont]] sowie der Bundesdistrikt und Regierungssitz [[Washington, D.C.|Washington D.C.]] haben den privaten Gebrauch freigegeben, erlauben aber keine Verkaufsstellen. Außerdem haben über die Hälfte der US-Bundesstaaten Cannabis als Medikament erlaubt.<ref>{{Literatur |Autor=Matt Ferner |Titel=Legal Marijuana Is The Fastest-Growing Industry In The U.S.: Report |Sammelwerk=Huffington Post |Datum=2015-01-26 |Online=https://www.huffingtonpost.com/2015/01/26/marijuana-industry-fastest-growing_n_6540166.html |Abruf=2018-03-06}}</ref>
 
== Schadstoffe ==
Zur Bestimmung von Schadstoffen im Marihuana eignen sich chromatographische Verfahren, wie z.&nbsp;B. die Kopplung der [[Gaschromatographie]] mit der [[Massenspektrometrie]].<ref>N. Sullivan, S. Elzinga, J.&nbsp;C. Raber: ''Determination of pesticide residues in cannabis smoke.'' In: ''J Toxicol.'' 12. Mai 2013, S. 378168. PMID 23737769</ref>


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
* {{WikipediaDE|Marihuana}}
* {{WikipediaDE|Psilocybe}}


== Literatur ==
== Literatur ==
* Hainer Hai: ''Das Definitive Deutsche Hanf Handbuch''. (= ''Der Grüne Zweig.'' 73). Löhrbach 1982, ISBN 3-922708-73-0, S.&nbsp;143–144.
* {{Literatur
* ''Sinsemilla – Königin des Cannabis''. Raymond Martin Verlag, Markt Erlbach 1995, ISBN 3-88631-219-4.
| Autor          = Henning Knudsen, Jan Vesterholt
| Titel          = Funga Nordica. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera
| Auflage        = 2.
| Verlag          = Nordsvamp
| Ort            = Kopenhagen
| Jahr            = 2012
| ISBN            = 978-87-983961-3-0
| Kommentar      = 2&nbsp;Bände
}}
* Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: ''Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze.'' 4. Auflage, mit Gattungs-CD. Schwarzwälder Pilzlehrschau, Hornberg 2007
* Heinrich Dörfelt (Hrsg.): ''Wörterbuch der Mycologie.'' Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.
* German Josef Krieglsteiner, A. Gminder: ''Die Großpilze Baden-Württembergs.'' Band 4, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3281-8


== Weblinks ==
== Weblinks ==
{{Commonscat|Cannabis buds|Marihuana|3=Bilder und Mediendateien}}
{{Commons|Psilocybe|Kahlköpfe (''Psilocybe'')}}
{{Wiktionary}}
* [http://www.giftpflanzen.com/psilocybe_semilanceata.html Der Spitzkegelige Kahlkopf - ein einheimischer Rauschpilz]
 
* [http://www.entoloma.nl/html/duits.html Kahlköpfe und andere Pilzgruppen - von dem Mykologen Machiel Noordeloos]
== Einzelnachweise ==
<references />
 
{{Gesundheitshinweis}}
 
{{Normdaten|TYP=s|GND=4037558-4}}


[[Kategorie:Cannabis als Rauschmittel]]
[[Kategorie:Pilze]]
[[Kategorie:Cannabis als Arzneimittel]]
[[Kategorie:Giftpilze]]
[[Kategorie:Pflanzenprodukt mit psychotropem Wirkstoff]]
[[Kategorie:Pilz mit psychotropem Wirkstoff]]
[[Kategorie:Entheogen]]
[[Kategorie:Sedativum]]


{{Wikipedia}}
{{Wikipedia}}

Aktuelle Version vom 20. Mai 2018, 04:33 Uhr

Psilocybe
Psilocybe semilanceata.jpg

Spitzkegeliger Kahlkopf (P. semilanceata)

Unterabteilung: Agaricomycotina
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Träuschlingsverwandte (Strophariaceae)
Gattung: Psilocybe
Psilocybe
(Fr.) P. Kumm.

Psilocybe ist eine Pilzgattung aus der Familie der Träuschlingsverwandten (Strophariaceae). Die Bezeichnung Kahlköpfe wird heute auch für die Gattung Deconica verwendet, deren Vertreter früher zu Psilocybe gestellt wurden. Einige Arten werden auch als Klebköpfe bezeichnet.

Merkmale

Makroskopische Merkmale

Psilocybe bildet kleine bis mittelgroße, gelbbraune bis braune in Hut und Stiel gegliederte Fruchtkörper mit glockenförmigem oder halbkugeligem, oft charakteristisch zugespitztem Hut. Die Hüte weisen meist braune Farben mit manchmal blauen Einschlägen auf; sie sind meist hygrophan. Sie sind dünnfleischig und meist klebrig bis schmierig. Die Bezeichnung Kahlkopf ist von der glatten Hutoberfläche abgeleitet. Selten ist dieser auch schwach samtig. Die zunächst beigefarbenen Lamellen sind breit am Stiel angewachsen, angeheftet oder laufen mit einem Zahn am Stiel herab. Sie sind meist breit und stehen entfernt bis eng. Später werden sie rot- bis matt braun oder fast schwarz. Manchmal besitzen sie auch purpurne Töne. Der zylindrische Stiel ist dünn und steht zentral. Der Stiel, teilweise auch der Hut, verfärbt sich beim Trocknen schwarz, schwarzblau, blau oder grünlich. Ein Velum ist mitunter reichlich vorhanden. Es befindet sich an Hut und Stiel, umsäumt manchmal den Hutrand oder bildet eine Ringzone am Stiel. Das Velum kann sehr vergänglich sein. Der Geruch ist unbedeutend oder mehlartig, bei einigen Arten süßlich. Der Geschmack ist ebenfalls unbedeutend bis mehlartig, selten aber auch bitter. Das Sporenpulver ist blass braun bis schwarz-braun oder schwarz, manchmal mit violetten Tönen.

Mikroskopische Merkmale

Die Sporen sind ellipsoid bis mandelförmig oder hexagonal in der Frontansicht. Sie sind glatt und weisen meist einen deutlichen Keimporus auf. Ihre Wand ist oft dünn oder auch deutlich verdickt. Sie erscheinen honigfarben bis braun. Die Sporen sind inamyloid. Die Cheilozystiden sind meist mehr oder weniger flaschenförmig. Pleurozystiden fehlen. Die Huthaut wird aus einer Cutis oder einer Ixocutis gebildet. Schnallen sind vorhanden oder fehlen.

Gattungsabgrenzung

Die Gattung Deconica besitzt nicht blauendes Fleisch. Im Gegensatz zu den verwandten Träuschlingen und Schüpplingen fehlen Psilocybe Schuppen an Hut und Stiel.

Ökologie

Psilocybe lebt saprobiontisch auf Erde, Stroh, Holzhäcksel, Torf und Detritus. Selten kommen auf Moos parasitierende Arten vor.

Bedeutung

Speisewert und Inhaltsstoffe

Die Kahlköpfe kommen als Speisepilze nicht in Frage. Sie enthalten psychotrope Substanzen, wie zum Beispiel Psilocybin und werden deshalb auch als Rauschmittel genutzt. Für psychische Nebenwirkungen und Wirkungen und weitere Informationen zum Rauschmittel siehe auch psychoaktive Pilze.

Rechtliches

Die Pilze enthalten teilweise relevante Mengen von Psilocin und Psilocybin. Aufgrund dieser Inhaltsstoffe ist der Besitz und Handel mit den Pilzen nach dem Betäubungsmittelgesetz in der BRD und den meisten anderen europäischen Ländern untersagt. Zum Zwecke von wissenschaftlichen Erkundungen ist es erlaubt, Pilze dieser Art zu sammeln; dies bedarf jedoch einer behördlichen Genehmigung.

Siehe auch

Literatur

  •  Henning Knudsen, Jan Vesterholt: Funga Nordica. Agaricoid, boletoid, clavarioid, cyphelloid and gastroid genera. 2. Auflage. Nordsvamp, Kopenhagen 2012, ISBN 978-87-983961-3-0 (2 Bände).
  • Achim Bollmann, Andreas Gminder, Peter Reil: Abbildungsverzeichnis europäischer Großpilze. 4. Auflage, mit Gattungs-CD. Schwarzwälder Pilzlehrschau, Hornberg 2007
  • Heinrich Dörfelt (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg-Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.
  • German Josef Krieglsteiner, A. Gminder: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 4, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3281-8

Weblinks

Commons-logo.png Commons: Kahlköpfe (Psilocybe) - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema


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