Prognose

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Die Prognose (altgriech. πρóγνωσις prognosis „Voraus-Wissen, Voraus-Kenntnis, Vorwissen“), seltener auch Prädiktion (von lat. praedicere „voraussagen“) ist - im Unterschied zu einer Prophezeiung - eine aus bekannten allgemeinen Gesetzmäßigkeiten und den vorliegenden speziellen Bedingungen abgeleitete wissenschaftliche, zumindest prinzipiell empirisch überprüfbare Voraussage bzw. Vorhersage über zukünftig stattfindende Ereignisse. Die der Prognostik entsprechende, zeitlich rückwärts gewandte Ableitung bzw. Erklärung vergangener Ereignisse wird als Retrodiktion bezeichnet.

Die Erklärung eines vorgestellten Handelns als zukünftige Tatsache stellt eine deterministische Prognose dar. Eine deterministische Prognose ist nichts weiter, als ein Glauben an die zukünftige Wirklichkeitsangemessenheit der jeweils vorangestellten Hypothese. Durch die streng deterministische Prognose wird aber jeder Freiheit für alle Zukunft der Boden entzogen, es wird ein Konstanzprinzip menschlichen Handelns aufgestellt, welches aber im Ergebnis bedeutete nicht mehr (neu) lernen zu können. Künftige Lernfähigkeit lässt sich aber für keinen Menschen ausschließen. „Damit ist auf dem Wege eines argumentum a contrario bewiesen, dass das Konstanzprinzip im Rahmen menschlichen Handelns nicht gelten kann: Würde es gelten, so bedeutete dies, das man nicht lernen kann – dass man lernen könne, dass man nicht lernen kann, kann man aber nicht behaupten, ohne sich selbst schon widersprochen zu haben.“ (H.-H. Hoppe: Kritik der kausalwissenschaftlichen Sozialforschung, Opladen 1983, S. 10 ff.).

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