Tabula Smaragdina

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Die lateinische Fassung der Tabula Smaragdina, eingraviert auf einen Felsen, aus einer Ausgabe des Amphitheatrum Sapientiae Eternae des Alchimisten Heinrich Khunrath, Hannover 1609

Die Tabula Smaragdina geht ihrem geistigen Kern nach auf Hermes Trismegistos, den legendären Inaugurator der ägyptischen Kultur, zurück. Die in ihr darstellten Prinzipien hatten großen Einfluss auf die Alchemie und gelten als Schlüssel zur Bereitung des Steins der Weisen.

Der Legende nach wurde die Tabula Smaragdina von Sara, der Frau Abrahams, in einer Höhle bei Hebron im Grab des Hermes Trismegistos gefunden. (Lit.: Gebelein, S 113)

Da die Wege der äußeren Überlieferung der Tabula Smaragdina vielfach im Dunkel liegen, ist für die äußere historische Forschung nicht gesichert, ob sie tatsächlich sehr hohen Alters ist, oder erst im Mittelalter niedergeschrieben wurde. Überliefert ist folgende lateinische Fassung:

Verba Secretorum Hermetis, quae scripta erant in Tabula Smaragdi, inter manus eius inventa, in obscuro antro, in quo humatum corpus eius repertum est.

  1. Verum sine mendacio, certum et verissimum:
  2. Quod est inferius, est sicut quod est superius, et quod est superius, est sicut quod est inferius, ad perpetranda miracula rei unius.
  3. Et sicut omnes res fuerunt ab uno, meditatione unius, sic omnes res natae fuerunt ab hac una re, adaptatione.
  4. Pater eius est Sol, mater eius Luna. Portavit illud ventus in ventre suo. Nutrix eius terra est.
  5. Pater omnis telesmi totius mundi est hic.
  6. Vis eius integra est, si versa fuerit in terram.
  7. Separabis terram ab igne, subtile a spisso, suaviter cum magno ingenio.
  8. Ascendit a terra in coelum, iterumque descendit in terram, et recipit vim superiorum et inferiorum.
  9. Sic habebis gloriam totius mundi. Ideo fugiet a te omnis obscuritas. Hic est totius fortitudinis fortitudo fortis; quia vincet omnem rem subtilem, omnemque solidam penetrabit.
  10. Sic mundus creatus est.
  11. Hinc erunt adaptationes mirabiles, quarum modus hic est.
  12. Itaque vocatus sum Hermes Trismegistus, habens tres partes philosophiae totius mundi.
  13. Completum est, quod dixi de operatione Solis.

Deutsche Übersetzung von Lars Kronlob:

Die Worte der Geheimnisse des Hermes, die auf der Smaragdtafel niedergeschrieben sind, wurden zwischen seinen Händen gefunden, in einer verborgenen Höhle, in dem sein menschlicher Körper gefunden wurde.

  1. Wahr ist es ohne Lüge, unzweifelhaft und wahrhaftig:
  2. Das, was unten ist, ist so wie das, was oben ist, und das, was oben ist, ist wie das, was unten ist, um die Wunder des Einen zu vollziehen.
  3. Und so wie alle Dinge aus dem Einen stammen, durch einen Gedanken des Einen, so sind alle Dinge aus dieser einen Ursache durch Anpassung entstanden.
  4. Die Sonne ist sein Vater, der Mond seine Mutter. Der Wind hat es in seinem Bauche getragen. Die Erde ist seine Ernährerin.
  5. Dies ist der Vater alles Vollbrachten der ganzen Welt.
  6. Seine Kraft ist vollständig, wenn sie in der Erde umgekehrt worden ist.
  7. Du wirst die Erde vom Feuer trennen, das Feine vom Dichten, lieblich mit großer Entschlossenheit.
  8. Von der Erde steigt es zum Himmel, und steigt wiederum zur Erde hinab und nimmt die Kraft des Oberen und Unteren an.
  9. Auf diese Art wirst du den Ruhm der ganzen Welt erlangen. Dann wird alle Dunkelheit von dir weichen. Dies ist die starke Kraft aller Kräfte, die alle subtilen Kräfte verbindet und alle festen durchdringt.
  10. So ist die Welt erschaffen worden.
  11. Seitdem sind alle wunderbaren Anpassungen von der Art gewesen, wie auch diese.
  12. Daher werde ich Hermes Trismegistos genannt, da ich die drei Teile der Philosophie der ganzen Welt habe.
  13. Vollständig ist, was ich über die Wirkungsweise der Sonne gesagt habe.

Literatur

  1. Helmut Gebelein: Alchemie, Diederichs Gelbe Reihe 165, hg. v. Michael Günther. Sonderausgabe 2000 (orig. 1991, Hugendubel, München). 2000, Hugendubel, Kreuzlingen/München
  2. Julis Ruska: Tabula Smaragdina, Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, Heidelberg 1926 [1]