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Die Erbauung des Neuen Jerusalem in uns
Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter

Jeden Dienstag live ab 19h. Die Vorträge sind frei zugänglich und können wenig später auch als Video, Audio und als transkripierter Text abgerufen werden.

Neuer Link: https://sichere-videokonferenz.de/Ahuameo6JnF5h (läuft ohne Zeitlimit auf einem deutschen Server mit der gewohnten Jitsi-Software). Wenn du "neu" bist, bitte kontaktiere Wolfgang oder François im Voraus über die dir bekannten Kontaktmöglichkeiten oder übers Kontaktformular. Um Störungen zu vermeiden: Bitte schalte das Mikrofon vor Eintreten stumm. Unser Miteinander ist persönlich- bitte mit Kamera und Vornamen einloggen.

Alternativ kannst du hier live im youtube schauen:
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Mehr Infos dazu auf auf anthro.world anthro.world
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Bibliothek:Goethe/Gespräche/1829/1186

Aus AnthroWiki

1186.

1829, 18. Februar

Mit Johann Peter Eckermann

Wir sprachen über die Farbenlehre, unter anderm über Trinkgläser, deren trübe Figuren gegen das Licht gelb und gegen das Dunkel blau erscheinen, und die also die Betrachtung eines Urphänomens gewähren.
»Das Höchste, wozu der Mensch gelangen kann,« sagte Goethe bei dieser Gelegenheit, »ist das Erstaunen, und wenn ihn das Urphänomen in Erstaunen setzt, so sei er zufrieden; ein Höheres kann es ihm nicht gewähren, und ein Weiteres soll er nicht dahinter suchen; hier ist die Grenze. Aber den Menschen ist der Anblick eines Urphänomens gewöhnlich noch nicht genug; sie denken, es müsse noch weiter gehen, und sie sind den Kindern ähnlich, die wenn sie in einen Spiegel geguckt, ihn sogleich umwenden, um zu sehen was auf der andern Seite ist.«
Das Gespräch lenkte sich auf Merck, und ich fragte, ob Merck sich auch mit Naturstudien befaßt. »O ja,« sagte Goethe, »er besaß sogar bedeutende naturhistorische Sammlungen. Merck war überall ein höchst vielseitiger Mensch. Er liebte auch die Kunst, und zwar ging dieses so weit, daß wenn er ein gutes Werk in den Händen eines Philisters sah, von dem er glaubte, daß er es nicht zu schätzen wisse, er alles anwendete, um es in seine eigen Sammlung zu bringen. Er hatte in solchen Dingen gar kein Gewissen, jedes Mittel war ihm recht, und selbst eine Art von grandiosem Betrug wurde nicht verschmäht, wenn es nicht anders gehen wollte.« Goethe erzählte dieser Art einige sehr interessante Beispiele.
»Ein Mensch wie Merck,« fuhr er fort, »wird gar nicht mehr geboren, und wenn er geboren würde, so würde die Welt ihn anders ziehen. Es war überall eine gute Zeit, als ich mit Merck jung war: die deutsche Literatur war noch eine reine Tafel, auf die man mit Lust viel Gutes zu malen hoffte; jetzt ist sie so beschrieben und besudelt, daß man keine Freude hat sie anzublicken, und daß ein gescheidter Mensch nicht weiß wohin er noch etwas zeichnen soll.«