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Bibliothek:Rudolf Steiner/Arbeitervorträge/GA 347 Die Erkenntnis des Menschenwesens/Siebenter Vortrag
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SIEBENTER VORTRAG
Dornach, 20. September 1922
Nun, meine Herren, damit wir den Menschen noch besser verstehen, als wir ihn bisher schon verstehen, wollen wir auch einmal die Erde betrachten. Wenn die Erdenmenschen zusammenkommen, so ist eigent lich das Leben des Menschen als physisch-menschliches Leben nicht für sich zu betrachten, sondern man muß eben auch die Erde betrachten.
Wenn man in das eine oder andere naturwissenschaftliche Museum kommt, da findet man manchmal Überreste von Tieren und auch von Pflanzen, die vor langer Zeit auf der Erde gelebt haben. Sie können sich natürlich vorstellen, daß da in der Erde alles mögliche vor sich geht, bis diese alten Tiere und Pflanzen zerstört sind in einer gewissen Beziehung. Sie können ja auch sich überlegen, daß zum Beispiel von gewissen Tieren in der Erde sich höchstens Knochen erhalten, dagegen die Muskeln, die Weichteile, Herz und andere Gefäße, verlorengehen, sehr bald zerstört werden, und daß man daher nur die versteinerten Knochen, das heißt die Knochen, die sich nach dem Tode der Tiere mit anderem Material ausfüllen, also wenn Schlamm in sie hineinkommt, daß man daher nur diese Verhärtungen, diese Versteinerungen finden kann, ausgraben kann, und daß man sich gewissermaßen aus dem, was man da hat, was zumeist ja nur Knochenreste sind, sich eine Vorstellung machen muß, wie es auf der Erde einmal ausgesehen hat. Denn Sie können sich ja auch denken, daß die heutigen Zustände auf der Erde in der Zeit nicht gewesen sein können, in der ganz andere Tiere und Pflanzen gelebt haben, denn sonst wären die heutigen nicht entstanden. Die Erde muß also einmal ganz anders ausgesehen haben. Das werden Sie gerade aus dem entnehmen können, was ich Ihnen heute erzählen werde.
Sehen Sie, man hat von einem Naturforscher, Cuvier, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gelebt hat, um 1810 herum, gesagt, daß wenn er einen Knochen bekommt, er sich eine Vorstellung macben kann, wie das ganze Tier dann ausgesehen hat. Wenn man wirklich die Form der Knochen studiert, wenn man zum Beispiel nur einen einzigen Unterarmknochen hat, kann man sich eine Vorstellung bilden, wie das
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Ganze ausgesehen haben muß, denn jede einzelne Knochenform ändert sich sofort, wenn sich der ganze Körper ändert. Also auch aus den ein zelnen Knochen kann man feststellen, wie der ganze Körper ausgesehen hat. Abgesehen davon, daß wir ja manchmal ganze Skelette haben von Tieren, die einmal auf Erden gelebt haben, haben wir solche einzelnen Knochen, und man kann sich daraus eine Vorstellung davon machen, wie es einmal auf der Erde ausgesehen haben muß.
Ich werde jetzt damit anfangen, Ihnen einen Zustand der Erde zu schildern, der in sehr früher Zeit, vor vielen Tausenden von Jahren ein mal auf der Erde war. Diesen Zustand will ich Ihnen einmal erzählend schildern. Wir werden dann später die Einzelheiten genauer kennen lernen, aber jetzt will ich einfach erzählen, wie es einmal ausgeschaut hat auf der Erde, auf der wir heute herumgehen. Im heutigen Zustand kennen Sie sie ja alle.
[Bild GA 347 117]
Das war so. Denken Sie sich einmal die Erde, ich will ein Stückchen von ihr hier zeichnen (siehe Zeichnung); aber diese Erde, die hat noch nicht solche festen Gebirge gehabt wie heute, sondern diese Erde war eigentlich so, wie es an der äußersten Oberfläche der Erde ist, wenn es heutzutage wochenlang geregnet hat, ja, noch viel schlammiger. Also
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es war auf der Oberfläche der Erde nicht so fest, wie es heute ist, sondern es war viel schlammiger. Hätte es dazumal schon Menschen gegeben von der heutigen Art, so hätten diese Menschen entweder schwimmen müssen - da wären sie aber fortwährend schlammig ge wesen, also schrecklich dreckig gewesen -, oder sie hätten fortwährend versinken müssen. Also Menschen in der heutigen Gestalt hat es dazu mal noch nicht gegeben. Es war eine schlammige, ganz schlammige Erde, und allerlei in der schlammigen Erde da drinnen.
Wenn Sie heute da hinausgehen und einen Stein nehmen, so einen Stein, wie ihn Herr Erbsmehl einmal gebracht hat, oder wenn Sie noch tiefer in die Schweiz hineingehen und noch härtere Steine nehmen, so müssen Sie sich vorstellen: die waren damals alle in der schlammigen Erde drinnen aufgelöst, wie wenn Sie Salz in Wasser auflösen. Denn in dieser schlammigen Erde waren allerlei Säuren, die alles mögliche auf-lösten. Also kurz, es war ein ganz merkwürdiger Schlamm, aus dem dieser Erdboden bestand. Und über diesem Erdboden, da war nicht schon eine Luft, wie die heutige ist, nicht eine Luft, in der bloß Sauer stoff und Stickstoff enthalten war, sondern in der allerlei Säuren in gasförmigem Zustande waren. Sogar Schwefelsäure war darin, Schwe felsäuredünste und Salpetersäuredünste; das war alles in dieser Luft drinnen. Daraus können Sie auch schon entnehmen, daß der Mensch in seiner heutigen Gestalt da nicht hätte leben können. Natürlich waren diese Dünste schwach, aber sie waren in dieser Luft drinnen. Und diese Luft hat außerdem noch die Eigentümlichkeit gehabt, daß sie ungefähr so war, wie wenn Sie heute in einen alten Backofen hineinschlüpfen würden und da werde dann gerade die Wärme zum Brotbacken her gerichtet, die Sie um sich herum fühlen. Es wäre also etwas ungemut lich für den heutigen Menschen gewesen, wenn er in dieser Luft drinnen gewesen wäre, in der es außerdem nach Schwefelsäure gerochen hat und in der es recht wärmlich war.
Nun, da drüber aber war noch eine andere Luft. Die war noch etwas wärmer als diejenige, die da drunter war, und die hat Wolken gebildet. Diese Wolken, die da gebildet worden sind, die haben fortwährend, weil sie auch allerlei, Schwefelsäure und Salpetersäure und allerlei andere Stoffe in sich enthielten, Blitze erzeugt und riesigen Donner.
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So daß es da drinnen fortwährend von riesigen Blitzen gezuckt hat. Das war ungefähr einmal die Umgebung der Erde.
Ich möchte, damit wir Namen haben, das, was da oben war, weil es eine furchtbar warme Luft war, Feuerluft nennen. Sie war nicht etwa glühend - das ist nur eine falsche Vorstellung der heutigen Wissen schaft -, glühend war sie nicht, sie war nicht wärmer als ein solcher Backofen. Solche Feuertemperatur war da oben; die wurde dann etwas kühler, je weiter man herunterkam. Also diese Luft da oben möchte ich eben Feuerluft nennen, und das, was da unten war, Erdschlamm.
Da hat man ungefähr eine Vorstellung von dem, wie es einmal auf der Erde war. Unten war ein grünlich-bräunlicher Schlamm, der manchmal so dick geworden ist wie ein Pferdehuf, dann aber wiederum hat er sich aufgelöst. Was heute Winter ist, das war dazumal das, daß der Schlamm eben so dick geworden ist, fast wie ein Pferdehuf - er verfestigte sich. Und im Sommer, also wenn die Sonne von außen geschie nen hat, hat sich das wiederum aufgelöst und ist ein flüssiger Schlamm geworden. Und oben war eben diese warme Luft, die alles mögliche enthalten hat, was später herausgefallen ist. Erst später hat sich die Luft gereinigt.
Nun, aus dem Zustand ist ein anderer entstanden, in dem ganz merk würdige Tiere gelebt haben. Also sehen Sie, da oben in der Feuerluft, da haben allerlei Tiere gelebt. Die haben so ausgeschaut, daß man sagen kann: Sie haben so einen ganz beschuppten Schwanz gehabt, der aber flach war, so daß der Schwanz ihnen gut zum Fliegen in der Feuerluft diente. Und dann hatten sie solche Flügel wie die Fledermaus, hatten auch solch einen Kopf. Und da flogen sie, als die Feuerluft nicht mehr solche ganz schädliche Dünste in sich gehabt hat, da oben in der Luft herum. Gerade diese Tiere waren merkwürdig geeignet dazu - natürlich, wenn die Stürme ganz besonders groß geworden sind, wenn es furcht bar gedonnert und geblitzt hat, dann wurde es ihnen auch ungemütlich; aber wenn die Sache sanfter geworden ist, wenn nur so ein bißchen Knistern da oben war und so ein leises Wetterleuchten, da lebten sie gerne in diesem Wetterleuchten, in diesem leisen Blitzen drinnen. Da flogen sie herum, und sie waren sogar geeignet, so etwas wie eine elektrische Ausströmung um sich zu verbreiten und weiter auf die Erde
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herunterzuschicken. So daß dabei, hätte ein Mensch da unten sein kön nen, er sogar wahrgenommen hätte an diesen elektrischen Ausstrahlun gen: da ist wiederum so ein Vogelschwarm oben. Es waren kleine Drachenvögel, welche elektrische Ausstrahlungen um sich verbreiteten und eigentlich in der Feuerluft da drinnen ihr Dasein hatten.
Sehen Sie, diese Vögel, diese Drachenvögel, die da waren, die waren wirklich ganz ausgezeichnet fein organisiert. Ganz ausgezeichnet feine Sinne hatten sie. Die Adler, die Geier, die aus ihnen später entstanden sind, nachdem sich diese Kerle da umgewandelt haben, die Adler und die Geier, die haben sich von dem, was diese alten Kerle da hatten, nur die starken Augen bewahrt. Aber diese Kerle spürten alles, namentlich mit ihren fledermausartigen Flügeln, die furchtbar empfindlich waren, fast so empfindlich wie unsere Augen. Mit diesen Flügeln konnten sie wahrnehmen; da verspürten sie alles, was da vorging. Wenn also zum Beispiel der Mond schien, da hatten sie ein solches Wohlgefühl in ihren Flügeln, bewegten sie die Flügel; so wie der Hund, wenn er Freude hat, mit dem Schwanz wedelt, so bewegten diese Kerle da die Flügel. Wohlig war es ihnen im Mondschein. Da zogen sie so herum, und da gefiel es ihnen ganz besonders, so kleine Feuerwolken um sich zu machen, wie es sich heute nur die Leuchtkäferchen im Grase bewahrt haben. Wenn der Mond schien, so waren die da oben wie leuchtende Wolken. Und wenn es dazumal Menschen gegeben hätte, hätte man solche Schwärme von leuchtenden Kugeln und leuchtenden Wölkchen da oben gesehen.
Und wenn die Sonne schien - ja, damals war es so, daß ihnen dann die Lust vergangen ist, um sich Leuchtkörper zu verbreiten! Da haben sie sich mehr in sich zusammengezogen, und da haben sie dann eigent lich dasjenige, was sie so aus der Luft aufgenommen haben - es waren in der Luft noch alle die Stoffe aufgelöst, die sie aufsogen -, verarbeitet. Sie ernährten sich durch Aufsaugen. Das haben sie dann verdaut in der Sonne. Das waren eben merkwürdige Kerle. Und die waren einmal wirklich in der Feuerluft der Erde vorhanden.
Wenn man nun noch weiter herunterkommt, da wo die Erde mit ihrem Erdschlamm schon begann, da finden sich nun schon Tiere, wel che sich dadurch auszeichnen, daß sie eine riesenhafte Größe haben, riesenhaft waren... (Lücke im Text), wenn man diese Tiere betrachtet,
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die da einmal unmittelbar auf der Erde so ein Leben geführt haben, das halb schwimmend und halb watend im Schlamm war. Von diesen Tie ren sind nun schon Überreste vorhanden, die auch in naturwissenschaft lichen Museen zu sehen sind. Man nennt diese Riesenkerle, die da ein mal vorhanden waren, Ichthyosaurier, Fischsaurier. Diese Ichthyo saurier, das waren nun Tiere, von denen man sagen kann, daß sie schon auf der Erde gelebt haben. Diese Ichthyosaurier schauten ganz beson ders merkwürdig aus. Sie hatten so eine Art Kopf (es wird gezeichnet) wie ein Delphin, aber die Schnauze war nicht so hart - also einen Del phinkopf. Dann hatten sie einen Körper wie eine riesengroße, aber sehr feine Eidechse, mit furchtbar dicken Schuppen. Und im Kopf drinnen, da hatten sie riesige Zähne wie ein Krokodil. Krokodilszähne hatten sie, wie überhaupt diese merkwürdigen Kerle alle diese merkwürdigen drei-eckigen Krokodilszähne gehabt haben. Dann hatten sie so etwas wie Walfischflossen - sie bewegten sich ja halb schwimmend -; die waren sehr weich, mit denen konnten sie auch im Schlamm so dahinwatscheln, dahinwaten.
Also sie hatten so etwas wie Walfischflossen, einen Riesenkörper, dann einen Kopf wie ein Delphin, mit einer spitzen Schnauze nach vorne, Krokodilszähne. Und das Merkwürdigste war, daß sie riesige Augen hatten, die nun leuchteten. Elektrische Punkte da in den Wolken hätte man gesehen. Die leuchtenden Vögel flogen namentlich in der Mondnacht. Und wenn die Dämmerung kam, so hätte man, wenn man es hätte sehen können, die ja für den heutigen Menschen höchst un angenehme Begegnung machen können mit einem Riesenlicht, das einem entgegengekommen wäre, mit einem Körper, größer als die heu tigen Walfische, mit Flossen, die in diesem Schlammwasser weiterschwammen und manchmal sich auch aufstellten, wenn es härter war. So hart wie die Hufe von Pferden wurde manchmal dieses Schlamm-wasser. Da konnte man sich daraufstellen. Da bewegten sie sich so wei ter: da bildeten sie sich diese Flossen zu Händen um; die waren so inner lich beweglich. Da überpatschten sie diese hornartigen Schichten, die wie Wüsten waren, schwammen da wieder drüber, wo es weicher war. Dann tappten sie wieder darüber, und nachher, wenn wieder ein Wei cheres kam, bewegten sie sich schwimmend fort. Und wenn damals
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irgendein Mensch mit irgendeinem Boot gefahren wäre - gehen hätte er nicht können, das wäre nicht möglich gewesen -, da hätte er einem solchen Riesentier begegnen können, auf das er mit einer Leiter hätte hinaufsteigen können. Es war, wie wenn man heute auf einen Berg hinaufsteigt. Ein ganzer Berg von Vieh hätte einem begegnen können! Es war eben da einmal etwas ganz anderes.
Das kann man alles erkennen; so wie der Cuvier aus einem Knochen ein ganzes Tier erkannt hat, so kann man heute erkennen, wie diese Ichthyosaurier, von denen ja Überreste noch vorhanden sind, selber dazumal gelebt haben, und was sie dazumal mit ihren Riesenflossen machen konnten, daß sie solch ein riesiges Auge hatten, das wie eine Riesenlaterne schon von weitern geglänzt hat, so daß man hätte aus weichen können. Also die bewegten sich so auf und über der Schlamm erde drüber und in der Schlammerde.
Und noch etwas tiefer, so daß sie mit einer wirklichen Lust in dem Schlamm drinnen wateten und badeten und immer furchtbar dreckig ausschauten, so grünlich-bräunlich dreckig, waren andere Tiere. Diese anderen Tiere, die streckten manchmal nur ihren Riesenkopf so heraus in die weichere Schlammerde, aber sonst watschelten sie drinnen und verließen sich namentlich darauf, daß der Schlamm etwas härter ge worden war; da lagen sie wie faule Schweine die größte Zeit. Nur manchmal kamen sie an die Oberfläche, streckten ihre Köpfe heraus. Und da war etwas ganz Merkwürdiges.
Diese anderen Tiere, diese da mit dem Riesenauge, die nennt man heute in den Überresten Ichthyosaurier. Aber dann waren diejenigen, die etwas mehr an die Erde gehalten waren, die Plesiosaurier. Die Ple siosaurier hatten auch ungefähr einen bauchartigen, walfischartigen Körper, hatten Köpfe wie Eidechsen, also eine Art Walfischkörper und Köpfe wie Eidechsen; die Augen aber, die hatten sie schon mehr an den Seiten, währenddem die Ichthyosaurier die Augen, die riesig leuchteten, ganz vorne hatten. Die Plesiosaurier hatten einen Walfischkörper, der aber auch ganz mit Schuppen bedeckt war. Und das Merkwürdige war, weil sie schon fauler waren, schon mehr auf das, was da wie etwas festere Riesenboote in der schlammigen Erde schwamm, eigentlich immer sich niederließen, so hatten sie schon vier Beine, so plumpe vier
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Beine, mit denen sie sogar schon ganz bequem gehen konnten. Sie hat ten nicht mehr Flossen wie die Ichthyosaurier, auf die sie sich aufstützten. Die Ichthyosaurier stützten sich auf die Flossen, wenn sie auf so eine harte Sache kamen, und wo sie sich aufstützten, wurden die Flossen breit; also sie machten sie selber zu Füßen. Aber diese Plesiosaurier, die hatten handartige Füße. Und aus den Überresten sieht man, daß sie furchtbar starke Rippen gehabt haben müssen.
Das war so der Zustand, wie es auf der Erde einmal ausgesehen hat, wie da unten die Plesiosaurier ein faules Leben führten, wie die Ichthyosaurier auf der Erde herumschwammen und flogen - denn die Tiere mit den Flossen konnten auch ganz niedrig fliegen - und darüber diese in der Dämmerung und im Mond immer aufglänzenden Leuchtewolken, die eigentlich Drachenvögelsterne waren. So also schaute es aus.
Nun, die Plesiosaurier waren faule Kerle. Aber wissen Sie, das hatte einen Grund. Die Erde war dazumal selber fauler als heute. Heute dreht sich die Erde in vierundzwanzig Stunden um ihre Achse herum. Dazu mal brauchte sie viel länger dazu; sie selber war fauler, die Erde. Sie bewegte sich langsamer um sich selber, und dadurch kam überhaupt alles andere. Denn daß heute die Luft so rein ist, das hängt ganz davon ab, daß unsere Erde in vierundzwanzig Stunden sich um sich selber dreht, daß sie also fleißiger geworden ist im Laufe der Zeit.
Am ungemütlichsten - wenn Sie das vom heutigen Menschenstand punkte aus beurteilen -, am ungemütlichsten müßte es eigentlich diesen Drachenvögeln geworden sein dazumal, denn denen ging es schlecht. Sie faßten das nicht auf als schlechtgehend, sondern sie hatten eine Riesenlust und Begierde zu dem, was Sie eigentlich, wenn Sie es heute erzählt hören, so auffassen könnten, als ob es diesen Drachenvögeln sehr schlecht gegangen wäre. Das war nämlich so. Denken Sie sich den Ichthyosaurus mit seinem Riesenauge durch die sehr warme Luft dahinkrabbelnd, fliegend, schwimmend, alles mögliche; aber das Auge, das leuchtete sehr stark. Dieses leuchtende Auge, das zog diese Vögel da oben an, wie eine Lampe eine Mücke anzieht. Sie haben da im kleinen dieselbe Erscheinung. Wenn Sie eine Lampe anzünden und eine Mücke im Zimmer ist, fliegt sie hin und verbrennt sich gleich. Nun, diese Vögel da oben, die wurden ganz hypnotisiert durch dieses Riesenauge der
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Ichthyosaurier, und sie sturzten sich herunter, und der Ichthyosaurus konnte sie fressen. So daß die Ichthyosaurier von dem lebten, was da über ihnen in der Luft herumschwirrte.
Wenn ein Mensch dazumal auf dieser kuriosen Erde hätte herum-gehen können, hätte er gesagt: Das sind Riesenviecher und die fressen Feuer. - Denn so hat es ausgeschaut, richtig so hat es ausgeschaut, wie wenn da Riesenviecher herumgesaust, herumgeflogen wären und Feuer gefressen hätten, das ihnen aus der Luft zugeflogen wäre.
Und diese Plesiosaurier - ich sagte Ihnen, die streckten den Kopf so hervor; da leuchteten die Augen auch noch, und wenn da ein Vogel im Heruntersausen war, so kriegten die auch noch etwas ab.
Also es stimmt alles zusammen, wenn man die Wirklichkeit nimmt. So ein Hund, den Sie recht schlecht füttern, der zeigt Ihnen auch die starken Rippen. Die Ichthyosaurier fraßen den Plesiosauriern schon alles Feuer weg; die Plesiosaurier kriegten nur noch die schlechtesten Feuervögel und hatten daher solche stark hervortretenden Rippen. Das kann man heute noch sehen, daß diese Plesiosaurier schlecht genährt worden sind in uralten Zeiten.
Aber ich sagte, Sie werden denken: Den Vögeln da oben, diesen schönen, leuchtenden Vögeln - denn sie waren schön -, diesen schönen leuchtenden Vögeln, denen erging es ungemütlich. Aber die hatten das gerade gern, und sie hatten ein Wohlgefühl, wenn sie sich in den Rachen eines Ichthyosaurus stürzen konnten. Das haben sie als ihre Seligkeit betrachtet. Geradeso wie die Türken ins Paradies wollten, so haben diese Vögel es als ihre Seligkeit betrachtet, sich in den Rachen eines Ichthyosaurus zu stürzen.
Aber wirklich, meine Herren, ich möchte sagen, fast wurde es un gemütlicher dem Feuerfresser selber - der mußte die fressen, weil er das zur Nahrung brauchte -, aber fast wurde es ungemütlicher dem Feuer fresser selber als den anderen, die da in seinen Bauch kamen. Die Feuervögel, die stürzten sich hinein wie in ihre Seligkeit; aber dem Ichthyo saurus, dem wurde es ganz ungemütlich da drinnen in seinem Bauch, weil sich da drinnen allerlei Elektrizität entwickelte. Und unter dem Einfluß dieser Feuerfresserei und dieser Elektrizität, die sich in dem Riesenmagen entwickelte, der fast den ganzen Ichthyosaurus ausfüllte
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- er hatte fast gar nichts anderes an der Oberfläche, hauptsächlich war er ausgefüllt von einem Riesenmagen -, wurden die Ichthyosaurier nach und nach schwach. Es dauerte ja recht lange - auch die Fischnatur kann viel aushalten; ich habe von der Menschennatur neulich gesagt, daß sie viel aushalten kann, aber auch die Fischnatur, namentlich ein Ichthyosaurus kann natürlich noch mehr aushalten -, aber nach und nach wurden die Ichthyosaurier immer mehr und mehr schwach. Sie kamen in allerlei Schwächezustände hinein. Ihre Augen leuchteten nicht mehr so stark. Die Vögel wurden nicht mehr so stark angezogen. Und das Fressen tat ihnen immer mehr und mehr weh. Immer mehr und mehr Bauchweh bekamen diese Ichthyosaurier. Was bedeutete denn das? In der Welt bedeutet alles etwas.
Sehen Sie, während da diese Ichthyosaurier auf der Erde sich ent wickelten und dieses Feuer fraßen und in ihrem Magen drinnen dieses Feuer verdaut wurde, da gestaltete sich dieser Magen um; er war schließlich kein richtiger Magen mehr. Und zum Schlusse kam es dahin, daß diese ganzen Ichthyosaurier selber eine andere Gestalt annahmen. Sie verwandelten sich.
Die heutige Naturwissenschaft sagt Ihnen nur: Es hat einmal andere Tiere gegeben, und die haben sich verwandelt. Das ist nicht besser, als wenn man dem Menschen sagt: Es ist einmal ein Herrgott herunter gekommen und hat ein Stück Erde genommen und hat den Adam daraus geformt. - Man kann das eine so gut verstehen wie das andere.
Aber das, was ich Ihnen jetzt vermittle, können Sie gut verstehen. Denn dadurch, daß die Ichthyosaurier und die Plesiosaurier die Dra chenvögel gefressen haben, dadurch hat sich ihr ganzes Innere um gestaltet und sie sind zu anderen Tieren geworden. Das war auch schon dadurch der Fall, daß die Erde immer schneller und schneller sich um gedreht hat - nicht so schnell wie heute, aber schneller als vorher, wo sie ganz faul war - und daß außerdem die Luft immer mehr und mehr die für die späteren Wesen schädlichen Stoffe herunter hat fallen las sen, die dann mit der Erde vereinigt wurden. Namentlich alles Schwef lige wurde mit der Erde vereinigt. Die Luft wurde immer reiner, nicht so wie die heutige, aber schon wesentlich reiner. Sie wurde nur in dem späteren Zustand eine Art von Wasserluft, immer von dichten Wasserdämpfen,
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von Nebeldämpfen durchzogen. Früher war die Luft eigent lich viel reiner, weil sie wärmer war. Später kühlte sie sich ab und war furchtbar nebelig. Es war eigentlich ein Nebel über der Erde, der gar niemals recht aufhörte, auch unter dem Einfluß der Sonne nicht ganz aufhörte; es war eine neblige Schichte über der Erde. Der Schlamm wurde allmählich auch etwas dicker, und es fingen schon die späteren Steine an, sich herauszukristallisieren. Der Schlamm wurde dicker, aber er war noch da. Unten war noch so dickliches Zeug, und dazwischen immer dünnliches Zeug, bräunlich-grünliches schlammiges Zeug, und darüber war eine Nebelluft.
In dieser Nebelluft, da zeigten sich riesige Pflanzen, ganz riesige Pflanzen. Wenn Sie in den Wald gehen und heute die Farnkräuter an schauen, so sind sie kleinwinzig heute. Aber vor vielen, vielen tausend Jahren waren, ähnlich wie diese Farnkräuter, riesige Pflanzen da, so schwach wurzelnde, in der schwammig-schlammigen Erde drinnen, Pflanzen, die hoch herausragten und eine Art von Wäldern bildeten dort, wo der Erdschlamm schon etwas dicker geworden war. So daß dann später ein Zustand der Erde kam, der also schon etwas dicker war. Da waren schon allerlei Gesteine - die waren fest geworden, nicht sehr stark, etwas gröber, wie Wachs - und dazwischen war überall Schlamm, und da heraus wuchsen nun diese riesigen Farnbäume, diese Riesenbäume. Wo unten recht viel Gestein war, entstanden solche Riesenwälder mit Riesenbäumen. Dann war wieder frei - dann war es wieder anders. Mit diesen Riesenwäldern mit riesigen Bäumen, die da in der Natur entstanden waren für die Erde, da hätte der Ichthyosaurus und der Plesiosaurus nicht mehr viel anfangen können. Da war es schon für den Plesiosaurus da unten zu hart, und obwohl es noch ge nügend weich war, war es für den Ichthyosaurus zu hart und der Plesiosaurus wäre noch mehr dreckig geworden: es hätte sich eine Kruste gebildet um die Schuppen. Sie hätten nicht mehr leben können. Aber all diese Tiere hatten sich schon durch ihr Feuerfressen verdorben. Wenn Sie zu dieser späteren Erde gekommen wären - aber das Spätere bedeutet immer Tausende und Tausende von Jahren -, ja, da sah es schon ganz anders aus. Da waren im Schlamm drinnen (es wird gezeichnet) solche Tiere, die auch in Überresten erhalten sind, so daß wir uns eine
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Vorstellung machen können, wie diese Viecher ausgeschaut haben. Diese Viecher, die hatten vor allen Dingen erstens auch einen Riesenbauch und einen Riesenmagen, aber sie hatten einen Kopf, der so ausschaut ungefähr, aber noch viel plumper, wie der Kopf von einem heutigen Seehund. Die Augen waren schon schwärzlich geworden, während die Augen der früheren Tiere leuchteten. Sie hatten schon vier Füße, recht plumpe Füße. Aber außerdem waren diese Kerle mit ganz feinen Haaren ganz bedeckt, und die Füße, die waren eigentlich so wie plumpe Hände.
Und diese Viecher, die führten in dieser Erde ein merkwürdiges Leben. Sie waren zu gewissen Zeiten auf der festen Erde, aber tief drunten im Schlamm drinnen, und in diesem Schlamm, da bewegten sie sich. Und hauptsächlich bewegten sich ihre Brüste. Sie hatten näm lich Riesenbrüste, die halb Lungen und halb Brüste waren. Es war, wie wenn die Lungen noch ganz nach außen wären. Zu gewissen Zeiten kamen sie und watschelten und schwammen heran an diese Wälder und fraßen diese Farnbäume auf. Also vom Feuerfresser sind die Tiere zum Pflanzenfresser übergegangen. Es gab diese Tiere hier (es wird gezeich net), die so ganz bedeckt waren wie von Frauenhaaren, die Riesen-köpfe hatten, Köpfe wie plumpe Seehundköpfe. Wenn man damals spazieren gegangen wäre, hätte man diese Tiere sehen können, wie sie sonst immer da unten lebten, unter dem Wasser atmeten, immer hervor-kamen, sich an die Ufer setzten, an die Wälder gingen. Da fraßen sie mit ihrem Riesenmaul recht viel von dem, was man heute als Nahrung nicht eben zu einer Mahlzeit hätte auffressen können; sie fraßen haupt sächlich viel weg von diesen Riesenwäldern. Das sind die Tiere, die, wie gesagt, heute durchaus noch erhalten sind und die man heute Seekühe nennt... (Lücke im Text).
Und wodurch sind denn diese Tiere eigentlich entstanden? Ja, sehen Sie, dadurch, daß die früheren Tiere die Lufttiere gefressen haben. Und durch die elektrischen Kräfte hat sich ihr Körper umgestaltet. Nicht gerade aus den Ichthyosauriern, die ich beschrieben habe, aber aus ähn lichen Tieren sind die Seekühe entstanden. Dasjenige, was sie früher gefressen haben, ist zu ihrer äußeren Gestalt geworden. Das, was sie innerlich in sich aufgenommen haben, ist ihre äußere Gestalt geworden. Durchs Fressen haben sich diese Tiere verwandelt.
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Das muß man nämlich nun dazu sagen zu der heutigen Naturwissen schaft. Sehen Sie, früher war ja alles auch viel weicher auf der Erde, als es heute ist; diese Tiere haben die Formen angenommen, die sich in ihnen gebildet haben durch das, was sie von den Lufttieren gefressen haben.
Und diese Drachenvögel, die haben ihrerseits wiederum ihre Form ändern müssen, weil ja in der Luft auch nicht mehr diejenigen Stoffe waren wie früher. Sie sind näher zur Erde heruntergefallen, und da sind allmählich die späteren Vögel entstanden.
Aber unten ist durch Fressen immer eine andere Gestalt herausge kommen. So zum Beispiel ist aus solch einem Tier, wie ja dieser Plesio saurus war, ein Tier entstanden, das hat vier Beine gehabt, so wie vier riesige Säulen (es wird gezeichnet), allerdings darauf auch einen Riesen-bauch, einen Kopf, der auch so ähnlich war wie ein Seehundskopf, plump, einen Schwanz hat es gehabt. Es war auch noch ein Riesentier. Es war wirklich sehr groß. Wenn Sie mit Ihren Füßen auf einen ganz kleinen Zaunkönig treten, so ist er natürlich unten drunter. Dieses Tier hat ruhig auf einen Strauß drauftreten können, so groß ist es gewesen, den hat es einfach tottreten können. Die größten Tiere von heute hätten sich zu diesen Tieren verhalten dazumal wie jetzt die Mäuse zu den größeren Tieren. Von diesem Tier sind auch Überreste da. Man nennt dieses Tier Megatherium.
Diese Tiere bewegten sich auch entsprechend ihrer Konstitution langsam, wie man eben auch auf vier Säulen weiterkommt, und sie nährten sich von dem, was ihnen eben jetzt, nachdem sich die Sache in der Luft geändert hatte, ins Maul flog, ins riesige Maul, wo auch noch Krokodilszähne, aber etwas schwächere, drinnen waren. Manche Tiere haben sich noch erhalten, so daß da noch so saurierähnliche Tiere her umkrabbelten wie Krokodile. Aber diese Megatherien, die haben ein fach diese totgetreten, wenn sie kamen. Ja, so ist es einmal zugegangen!
Und jetzt erst, nachdem dieses alles geschehen war, kam das, daß sich die Luft von diesen Wasserdämpfen - denn das hat alles in Wasser-dämpfen drinnen gelebt - allmählich befreite, und die Zeit kam, wo eigentlich erst die Sonne auf die Erde richtig wirken konnte, denn die Sonnenstrahlen wurden ja früher aufgehalten, weil die Luft wie ein
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Meer war, wenn auch wie ein dünnes, aber sie war wie ein Meer; da wurden die Sonnenstrahlen aufgehalten. So daß eigentlich erst in der späteren Zeit die Sonnenstrahlen auf die Erde herunterkamen.
Ja, meine Herren, Sie müssen sich diese Geschichte auch noch ein bißchen innerlich anschauen! Diese Tiere, die da unten waren, Ichthyosaurier, Plesiosaurier - Seekühe später, Megatherien - na, das waren ziemlich dumme Tiere. Der Ichthyosaurus war noch der gescheiteste, aber die anderen waren eigentlich wirklich schweinedumm. Aber das kann man nicht sagen von diesen Drachenvögeln, die da oben waren. Ich habe Ihnen schon gesagt: die hatten eine furchtbar feine Empfin dung. Sie können sagen: Wir Menschen sind gescheit, wir würden nicht wie diese Drachenvögel den Ichthyosauriern in den Rachen hinein-fliegen. - Aber ich glaube das nämlich nicht. Wenn Sie in der Zeit gelebt hätten als Drachenvögel, dann wären Sie auch einmal hinein-geflogen. Aber intelligent waren diese Vögel. Und diese Vögel, die hat ten namentlich erstens ein sehr feines Empfinden gegen Mond und Sonne, so wie unser Auge, und so empfanden diese Drachenvögel mit ihrem ganzen Körper, namentlich mit ihren Flügeln, die - nur im kleinen - heutzutage nachgeahmt sind in den Fledermausflügeln, die ja auch außerordentlich empfindlich sind.
Nun, diese Tiere empfanden Sonne und Mond; den Mond so, wie ich schon erzählt habe, daß sie um sich herum so etwas wie eine elektro-magnetische Hülle machten, die leuchtend war. Und wenn der Mond so auf diese Feuerluft drauf schien, dann fingen die auch an, mit ihrer eigenen Leuchtkraft so wie ein Johanniswürmchen in der Luft zu er-glänzen, zu schimmern, zu flimmern. Aber das spürten sie alles. Und man braucht gar nicht Phantasie anzuwenden, sondern kann ganz wissen schaftlich vorgehen und kann so auch wissen, daß diese Tiere den Ster nenhimmel als etwas anderes empfunden haben, als wenn keine Sterne dagewesen wären. Sie haben sich beim Sternenhimmel so empfunden, daß sie sich in ihren Flügeln sehr wohlgefühlt haben, wenn die Sterne drauf schienen, und dadurch sind diese Flügel gesprenkelt geworden.
Man kann diese Geschichte heute sogar bis zu einem gewissen Grade nachweisen, wenn man sehr achtgibt. Natürlich, von diesen Vögeln, die ja ganz weiche Leiber hatten, hat sich sehr wenig erhalten, und in den
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Versteinerungen kann man sie fast gar nicht finden; aber Flügelabdrücke kann man finden. Derjenige, der wirklich Versteinerungen, namentlich Kalkversteinerungen, weichere Versteinerungen gut studieren kann, der findet schon solche Flügelabdrücke. Aber man muß natürlich aufgeknöpft sein im Kopfe, nicht so zugeknöpft wie ein Pro fessor. Also wenn das so ein Drachenvogelflügel ist, der sich abgedrückt hat - vom Flügel ist natürlich nichts mehr vorhanden, aber der Ab druck im Kalk -, bei dem findet man schon, wenn man genauer zu schaut, daß da so allerlei Sterne sind, die sich mitabgedrückt haben. Es sind eben die Spuren davon, welchen Eindruck die Sterne in der Nacht auf diese Fledermausflügel gemacht haben. Die haben das ge spürt, ob es Tag war oder Nacht.
Jetzt brauche ich Ihnen nicht mehr viel zu beschreiben, so werden Sie sich selber sagen: Ja, die ganze Geschichte hier, die sieht verteufelt ähnlich dem, was ich Ihnen neulich beschrieben habe von der Leber und den Nieren! - Der Mensch trägt in seinem heutigen Bauch noch immer eine Art von Nachbildung in sich, wie es auf der ganzen Erde zu gegangen ist. Und diese Drachenvögel, die waren so wie die Augen, die die Erde selber gehabt hat. Das heißt - ich kann Ihnen das heute nur noch zum Schluß sagen -, die ganze Erde war ein Fisch, ein Tier, und diese ganzen Riesentiere, die haben in der Erde gelebt und sind herumgegangen und herumgewatschelt, wie in uns die weißen Blutkörperchen. Wir sind noch eine solche Erde. Die weißen Blutkörperchen, die übrigens, wenn sie auch klein sind, in ihrer Gestalt denen nicht einmal unähnlich sind, sie schauen in ihrer Kleinheit manchmal fast so aus wie diese Tiere dazumal ausgeschaut haben. So daß also die ganze Erde ein Riesenfisch, ein Riesentier war, und diese Drachenvögel, die waren die beweglichen Augen, mit denen die Erde in den Sternenraum, in den Sonnenraum, in den Weltenraum hinausgeguckt und ihn wahrgenom men hat.
Daß die Erde heute tot ist, das ist ja nur später entstanden. Ur sprünglich war die Erde lebendig, wie wir lebendig sind. Und was ich Ihnen da als Megatherien, Seekühe, Plesiosaurier, Ichthyosaurier und so weiter beschrieben habe, ja, das sah aber verteufelt ähnlich, nur in Riesengrößen dem ähnlich, was heute als weiße Blutkörperchen in
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unserem Körper herumgeht. Und das, was ich als Drachenvögel be schrieben habe, sieht wieder verteufelt ähnlich demjenigen, was in un serem Auge vorgeht, nur ist es unbeweglich.
Und so kann man also sagen: Die Erde war einmal ein Riesentier, das seiner Größe gemäß ziemlich faul war, sich langsam nur um die Achse gedreht hat im Weltenraum, das aber hinausgeguckt hat in den Weltenraum durch diese Drachenvögel, die nur bewegliche Augen waren, und sich das alles angeschaut hat. Und das, was ich Ihnen da beschrieben habe, dieses Feuerfressen und so weiter, das sieht nämlich auch ganz verteufelt ähnlich demjenigen, was ja noch im Magen und in den Gedärmen vor sich geht. Und die Drachenvögel, die sehen wieder verteufelt ähnlich dem Gegensatze von den weißen Blutkörperchen, den Gehirnzellen, wie ich sie beschrieben habe, die sich ja in die Augen hinein erstrecken.
Kurz, Sie können die Erde verstehen, wenn Sie sie auffassen als ein gestorbenes Tier. Die Erde ist ein gestorbenes Tier. Und erst als die Erde ihr eigenes Leben verloren hatte, da konnten die anderen Wesen, zu denen, wie ich Ihnen beschreiben werde, auch der Mensch kam, auf der Erde wohnen.
Es ist gerade so, wie wenn wir als Mensch sterben würden und sich die weißen Blutkörperchen verändern würden in selbständige Wesen heiten. So ist es mit diesem Riesenvieh, mit der Erde, einmal ergangen. Und wir stehen heute vor diesem Riesenleichnam. Sie brauchen sich gar nicht zu verwundern, wenn die heutigen Geologen, die nur das Tote studieren können, bloß den Leichnam studieren. Die heutigen Geologen studieren nur den Erdenleichnam. Die Wissenschaft macht es überall so, daß sie nur das Tote studiert. Sie legt den Leichnam auf den Seziertisch. Aber man muß, wenn man etwas erkennen will, wirklich zurück gehen zu dem Lebendigen. Die Erde war einmal lebendig, flog durch den Weltenraum, allerdings sehr träge sich bewegend, als ein Riesentier, und konnte hinaussehen durch die Augen, die sie überall hatte, die die beweglichen kleinen Drachenvögel waren. Mit denen schaute sie hinaus in den Weltenraum.
Das wollen wir dann das nächste Mal weiterbetrachten. Es ist ja eine ganz interessante Sache.














