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Brimborium

Aus AnthroWiki

Als Brimborium (von franz. brimborion „(wertlose) Kleinigkeit, Tand“, aus mittelfranz. breborion bzw. briborion „Zauberspruch, Zaubergebet, Kleinigkeit ohne Wert“) bezeichnete man im 16. Jahrhundert ein Gebet, das sich durch Murmeln und schnelles, undeutliches Sprechen auszeichnete. Es handelte sich dabei oft um ein langes Gebet in lateinischer Sprache. Später wurde jegliches Murmeln von Sätzen, die man zur Begleitung von Ritualen vortrug, als Brimborium bezeichnet, also auch Zauberformeln und das unverständliche Abschweifen vom Gegenstand einer Rede, eines Vortrags.[1][2] Der Allgemeinheit bekannt wurde es durch Goethes Faust.[3]

Mephistopheles:
Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos;
Doch bitt ich, laßt’s Euch nicht verdrießen:
Was hilft’s, nur grade zu genießen?
Die Freud ist lange nicht so groß,
Als wenn Ihr erst herauf, herum
Durch allerlei Brimborium,
Das Püppchen geknetet und zugericht't
Wie’s lehret manche welsche Geschicht.
(Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil)

Heute wird der Begriff Brimborium umgangssprachlich allgemein für Nebenumstände, Überflüssiges, unnützen Aufwand, Getue verwendet[4], während er im 18. und 19. Jahrhundert durchaus als Teil der gehobenen Sprache angesehen wurde. Mitte des 20. Jahrhunderts existierte außerdem die Ableitung brimborisieren, die sich jedoch nicht durchsetzte.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Brimborium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Knaur: Das deutsche Wörterbuch, Seite 230, Lexigraphisches Institut München 1985
  2. ↑ Duden
  3. ↑ Google-Buch-Suche
  4. ↑ http://www.zeno.org/Meyers-1905/A/Brimbor%C4%ADum?hl=brimborium
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Brimborium aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.