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Fracking

Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking (von eng. to fracture ‚aufbrechen‘, ‚aufreißen‘; auch „Hydrofracking“, „Fraccing“, Fracing oder Frac Jobs genannt, deutsch auch hydraulische Frakturierung, hydraulisches Aufbrechen, hydraulische Risserzeugung oder auch hydraulische Stimulation) ist eine Methode zur Erzeugung, Weitung und Stabilisierung von Rissen im Gestein einer Lagerstätte im tiefen Untergrund mit dem Ziel, die Permeabilität (Durchlässigkeit) der Lagerstättengesteine zu erhöhen. Dadurch können darin befindliche Gase oder Flüssigkeiten leichter und beständiger zur Bohrung fließen und gewonnen werden.
Allgemeines
Beim Fracking wird durch eine Bohrung, unter hohem Druck von typischerweise mehreren hundert Bar, eine Flüssigkeit („Fracfluid“) in den geologischen Horizont, aus dem gefördert werden soll, gepresst. Als Fracfluid dient Wasser, das zumeist mit Stützmitteln, wie z. B. Quarzsand, und Verdickungsmitteln versetzt ist. Üblicherweise werden zunächst im Zielhorizont mehrere abgelenkte Bohrungen (Laterale) mittels Richtbohren angelegt, wobei der Bohrmeißel schichtparallel geführt wird. Dadurch ist die zur Verfügung stehende Bohrlochlänge in der Lagerstätte wesentlich größer, was generell die Ausbeute der Förderung erhöht. Zum Einsatz kommen beim Hochvolumen-Hydrofracking große Flüssigkeitsmengen mit mehr als 1000 m³ pro Frackphase bzw. insgesamt mehr als 10.000 m³ pro Bohrloch.
Seit Ende der 1940er Jahre wird Fracking vor allem bei der Erdöl- und Erdgasförderung sowie bei der Erschließung tiefer Grundwasserleiter für die Wassergewinnung und der Verbesserung des Wärmetransportes bei der tiefen Geothermie eingesetzt. In den letztgenannten Anwendungsfällen werden keine Stützmittel oder chemischen Zusätze benötigt. Seit Anfang der 1990er Jahre und insbesondere in den USA ab etwa dem Jahr 2000 fokussiert sich die Förderung mittels Fracking auf sogenanntes unkonventionelles Erdöl und Erdgas (u. a. „Schiefergas“). Der dortige Fracking-Boom veränderte den US-Energiemarkt erheblich und sorgte für einen Preisverfall. Dies führte zu einer Debatte über die Rentabilität des Verfahrens. Die US-Regierung unterstützt daher seit etwa 2013 Bestrebungen zum verstärkten Export von Flüssigerdgas nach Europa und Japan, unter anderem mit beschleunigten Genehmigungsverfahren.
Während einige Stimmen diese geostrategische Komponente durch die Veränderung der internationalen Abhängigkeiten betonen, führen die Umweltrisiken und mögliche Gesundheitsgefahren des „Fracking-Booms“ vor allem in Europa zu einer kontrovers geführten und noch andauernden fachlichen, politischen und gesellschaftlichen Debatte. Einige Länder und Regionen haben Erdgas-Fracking auf ihrem Gebiet gesetzlich verboten.
Zu vielen weiteren Themen siehe auch
- Hydraulic Fracturing - Artikel in der deutschen Wikipedia
Literatur
- Charles G. Groat, Thomas W. Grimshaw: Fact-Based Regulation for Environmental Protection in Shale Gas Development (PDF; 3,1 MB). Energy Institute, University of Texas at Austin, Februar 2012.
- Anna Alexandra Seuser: Unkonventionelles Erdgas: Begehrte Ressource mit Unwägbarkeiten. In: Natur und Recht. Bd. 34, 2012, S. 8–18, doi:10.1007/s10357-011-2191-y.
- Christian Tenbrock, Fritz Vorholz: Amerika im Gasrausch. Fracking könnte die Welt verändern – doch Zweifel wachsen, wie groß die Vorräte wirklich sind. In: Die Zeit. 7. Februar 2013, S. 21.
- Christiane Habrich-Böcker, Beate Charlotte Kirchner, Peter Weißenberg: Fracking – Die neue Produktionsgeografie. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-02178-8.
- William Stringfellow, Jeremy K. Domen, Mary Kay Camarillo, Whitney L. Sandelin, Sharon E. Borglin: Physical, chemical, and biological characteristics of compounds used in hydraulic fracturing. In: Journal of Hazardous Materials. Bd. 275, 2014, S. 37–54, doi:10.1016/j.jhazmat.2014.04.040 (alternativer Volltextzugriff: ResearchGate).
Weblinks
Dokumente
- Radiologische Betrachtungen zu unkonventioneller Förderung von Erdgas (Hydraulic Fracturing – Fracking), Empfehlung der Strahlenschutzkommission)
- Stellungnahme zu den geowissenschaftlichen Aussagen des UBA-Gutachtens, der Studie NRW und der Risikostudie des ExxonMobil InfoDialogprozesses zum Thema Fracking (März 2013) (PDF; 542 kB), Website der Staatlichen Geologischen Dienste Deutschlands
- Gutachten zum Gesetzentwurf der Bundesregierung
- Eine Technik im Fokus: Fracking – Potenziale, Chancen und Risiken (Publikation der Akademien der Wissenschaften Schweiz)
- GEORG KÜFFNER: Fracking. Die Angst vor den tiefen Löchern. In: FAZ. 10. Mai 2014
- Pressemitteilung des europäischen Parlaments: MEPs back beefed-up environmental impact assessment directive (2014)
Hintergrundberichte
- Nafeez Mosaddeq Ahmed: Die nächste Blase: Fracking löst das Energieproblem nicht. In: Le Monde Diplomatique. 12. April 2013
Videos und Reportagen
- Gasland, US-amerikanischer Dokumentarfilm über Schiefergas-Fracking in den USA von 2010 (Offizielle Website)
- Angst vor Fracking, 30-minütige Reportage aus der Reihe Panorama – die Reporter vom 3. November 2015 bei ndr.de
- Barbara Schmidt-Mattern, Alexander Budde: Geplantes Fracking-Gesetz – Zukunftstechnologie oder Risiko? Deutschlandfunk-„Hintergrund“ vom 1. April 2015.
Artikel
| Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Fracking aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |









