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Gefüge (Geologie)

Aus AnthroWiki

Der Begriff Gefüge bezeichnet in der Geologie die räumliche Anordnung und gegenseitige Beziehung der Bestandteile eines Gesteins. Er beschreibt die Textur, Struktur und den Aufbau eines Gesteins auf verschiedenen Skalen. Zu unterscheiden ist dabei insbesondere das Korngefüge und das Großgefüge.

Korngefüge

Das Korngefüge umfasst Aspekte wie:

  • Korngröße: Die Größe der Mineral- oder Gesteinskörner, die ein Gestein bilden.
  • Korngestalt: Die Form der einzelnen Mineral- oder Gesteinskörner, z. B. rund, eckig, länglich.
  • Kornverteilung: Die Häufigkeit und Verteilung der verschiedenen Körner im Gestein.
  • Kornorientierung: Die Ausrichtung der Minerale, die eine Vorzugsrichtung haben können, beispielsweise durch tektonische Einflüsse.
  • Verbindungen zwischen Körnern: Die Art und Weise, wie die Körner miteinander verbunden sind, ob sie eng miteinander verzahnt oder lose zusammengefügt sind.

Gefüge kann auch unterschiedliche Arten der Verformung beschreiben, die ein Gestein im Verlauf seiner Geschichte durchlaufen hat, etwa durch Druck, Temperaturveränderungen oder tektonische Prozesse. Anhand des Gefüges können Geologen Rückschlüsse auf die Entstehung und die geologische Entwicklung eines Gesteins ziehen.

Großgefüge

Der Begriff Großgefüge bezieht sich im Gegensatz zum normalen „Gefüge“ auf Strukturen im Gestein, die im größeren Maßstab beobachtbar sind, also im Gelände oder an großen Gesteinsblöcken. Während das Korngefüge die mikroskopische bis mesoskopische Struktur eines Gesteins beschreibt (z. B. die Textur, Kornorientierung oder die Anordnung von Mineralen), konzentriert sich das Großgefüge auf Strukturen, die im Gelände sichtbar sind und die großräumige Anordnung und Form der Gesteinskörper betreffen.

Zu den Großgefügen gehören beispielsweise:

  • Falten: Großräumige Biegungen und Wellenstrukturen von Gesteinsschichten, die durch tektonische Bewegungen entstehen.
  • Störungen und Verwerfungen: Brüche im Gestein, bei denen sich Gesteinspakete gegeneinander bewegt haben.
  • Schichtungen: Die sichtbare Anordnung von Gesteinsschichten, wie sie in Sedimentgesteinen zu finden ist.
  • Klüfte: Spalten und Risse im Gestein, die ohne nennenswerte Bewegung entlang der Bruchflächen entstehen.
  • Schieferung: Eine parallele Anordnung von Mineralen, die bei der regionalen Metamorphose entsteht und oft in metamorphen Gesteinen sichtbar ist.

Das Großgefüge ist also besonders wichtig für die Analyse der tektonischen Geschichte einer Region und die großräumigen geologischen Prozesse, die die Erdkruste beeinflusst haben. Geologen untersuchen das Großgefüge, um die tektonische Entwicklung, Deformationsmechanismen und die Geodynamik von Gebirgsregionen zu verstehen.

Siehe auch

Literatur

  •  Hans Murawski, Wilhelm Meyer: Geologisches Wörterbuch. 11., überarb. und erw. Auflage. Elsevier, Spektrum, Akademischer Verlag, München 2004, ISBN 3-8274-1445-8.
  •  Die Entwicklungsgeschichte der Erde. 6. Auflage. Werner Dausien Verlag, Hanau 1985, ISBN 3-7684-6526-8, S. 97 f..

Weblinks