Gesundheitswissenschaften

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Gesundheitswissenschaften (englisch: Health Sciences) ist eine Sammelbezeichnung für die wissenschaftlichen Fächer, welche sich mit Gesundheit im weiten Sinn befassen, also mit den physischen, psychischen und sozialen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit allgemein.

Hurrelmann und Razum sprechen sich im Handbuch der Gesundheitswissenschaften dafür aus, die deutsche Bezeichnung Gesundheitswissenschaften anstelle von Public Health zu verwenden.[1] Sie drücke durch den Plural die interdisziplinäre Ausrichtung und durch den zweiten Wortbestandteil den wissenschaftlichen Charakter dieses Gebietes aus.

Geschichte

Die Institutionalisierung in Deutschland begann 1994 an der Universität Bielefeld mit der Einrichtung der „Fakultät für Gesundheitswissenschaften / School of Public Health“.[2] Gründungsdekan war Klaus Hurrelmann.

Gegenstand

In Anlehnung an die Gesundheitsdefinition der Weltgesundheitsorganisation beschäftigen sich die Gesundheitswissenschaften mit den physischen, psychischen und sozialen Bedingungen von Gesundheit und Krankheit sowie ihrer systemischen Verknüpfung. Dahei sind sie theoretisch, empirisch und anwendungsbezogen ausgerichtet. Konzeptionelle Ansätze von Public Health beziehen sich auf die Mikro-, Meso- und Makroebene der Gesellschaft (vgl. Hurrelmann 2010, Mann, 1996). Bei dieser Mehrebenenbetrachtung steht nicht nur die Person im Vordergrund, sondern der Gesundheitsstatus von Personen- und Bevölkerungsgruppen beziehungsweise der Gesellschaft und entsprechende Rückwirkungen auf die Person.

Studium der Gesundheitswissenschaften

Die Gesundheitswissenschaften sind eine eigenständige Disziplin, trotzdem werden sie im Zuge der neuen Approbationsordnung auch an medizinischen Fakultäten gelehrt.

Seit 1994 wurden an der in Deutschland zunächst einzigen eigenständigen Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld drei Studiengänge (auf Bachelor-, Master- und Doctor-Ebene) entwickelt, die nach internationalem Vorbild konsekutiv aufgebaut sind. Weitere drei Studiengänge sind im Segment der Fort- und Weiterbildung angesiedelt, konkret in den Bereichen „Epidemiology“ (MSE), „Health Administration“ (MHA) und „Workplace Health Management“ (MWHM).

Die folgenden international anerkannten akademischen Grade können erworben werden:

Seit 25 Jahren besteht an der Universität Maastricht in den Niederlanden eine Fakultät für Gesundheitswissenschaften, die zusammen mit der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld im Rahmen des internationalen Studierendenaustauschs kooperiert. Neben einem Bachelorstudiengang mit mehreren Spezialisierungsrichtungen und einem Bachelorstudiengang European Public Health bietet die Universität neun Master Programme im Schwerpunkt Public Health an. Seit 2007 bietet die Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik Tirol Bachelor-, Master- und Doktoratsprogramme in Public Health an.

Siehe auch

Literatur

  • Cornelia Bormann: Gesundheitswissenschaften. 1. Auflage. UTB, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8252-3788-2.
  • Klaus Hurrelmann (Hrsg.): Gesundheitswissenschaften. Springer, Berlin 2009, ISBN 978-3-540-64989-2.
  • Klaus Hurrelmann, Oliver Razum (Hrsg.): Handbuch Gesundheitswissenschaften. 5. völlig überarbeitete Auflage. Beltz Juventa, Weinheim 2012, ISBN 978-3-7799-0790-9.
  • Wilfried Heinzelmann: Sozialhygiene als Gesundheitswissenschaft. Die deutsch/deutsch-jüdische Avantgarde 1897 - 1933. Eine Geschichte in sieben Profilen. 1, Auflage. Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1144-1.
  • Heiko Waller: Gesundheitswissenschaft. Kohlhammer, Stuttgart 2002, ISBN 3-17-017014-7.

Einzelnachweise

  1. Klaus Hurrelmann, Oliver Razum (Hrsg.): Handbuch Gesundheitswissenschaften. 5. völlig überarbeitete Auflage. Beltz Juventa, Weinheim 2012, ISBN 978-3-7799-0790-9
  2. http://www.uni-bielefeld.de/profil/geschichte-und-ehrungen/zeittafel.html

Weblinks

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