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Ignoratio elenchi

Aus AnthroWiki

Ignoratio elenchi (von lat. ignoratio ‚Unkenntnis‘ bzw. ‚Unwissenheit‘ sowie dem latinisierten Genetiv des altgriechischen Substantivs ἔλεγχος élengchos ‚Widerlegung‘; wörtlich also „die Unkenntnis der Widerlegung“)[1][2] bezeichnet in der Philosophie einen Argumentationsfehler. Dabei wird eine andere Behauptung bewiesen als die zur Debatte stehende. In einer ignoratio wird also ein gültiger Beweis für eine Behauptung geliefert und dabei unterschlagen, dass es sich um eine andere als die ursprünglich zu beweisende handelt („Fallacy of Irrelevant Conclusion“[3]).

Der Ausdruck wurde von Aristoteles in seinem Organon geprägt und wird u. a. in den Sophistischen Widerlegungen, dem letzten Band des Organon, behandelt. Aristoteles fasst den Begriff jedoch weiter: Jegliches Argument, das sprachliche oder formale Korrektheit vermissen lässt und dennoch als gültig ausgegeben wird, wird dort als ignoratio elenchi bezeichnet, insofern es nämlich die Gründe missachtet oder unterschlägt, die seine Gültigkeit widerlegen.[4]

Einzelbelege

  1. ↑  Erich Pertsch: Langenscheidts Großes Schulwörterbuch Lateinisch-Deutsch. Langenscheidt, Berlin 1978, ISBN 3-468-07201-5.
  2. ↑  Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch. G. Freytag Verlag/Hölder-Pichler-Tempsky, München/Wien 1965.
  3. ↑ nach Whately, zitiert von John Stuart Mill: A System of Logic. London Colchester 1959 (zuerst: 1843), S. 542 ff.
  4. ↑ vgl. E. Börger: Irrtum (Schlussfehler), in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, S. 13202 (= HWPh Bd. 4, S. 610)
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Ignoratio elenchi aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.