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Konsumentenrente

Aus AnthroWiki
Ökonomische Wohlfahrt ohne Staatseingriff.
KR Konsumentenrente
PR Produzentenrente
S Angebot (engl. Supply)
D Nachfrage (engl. Demand)
pGG Gleichgewichtspreis
xGG Gleichgewichtsmenge

Die Konsumentenrente ist in der Wirtschaftswissenschaft zentraler Bestandteil der Wohlfahrtstheorie und erlaubt, zusammen mit der Produzentenrente, Aussagen über die Wohlfahrtswirkung von Preisen.

Die Konsumentenrente (engl.: consumer surplus) ist nach Jules Dupuit (1840) und Alfred Marshall (1890) die Differenz aus dem Preis, den der Konsument für ein Gut zu zahlen bereit ist (Reservationspreis) und dem Gleichgewichtspreis, den der Konsument aufgrund der Marktverhältnisse tatsächlich zahlen muss (Marktpreis). Der Konsumentenrente steht die Produzentenrente gegenüber. Gemeinsam bilden diese die wesentlichen Bausteine zur Bestimmung der Ökonomischen Wohlfahrt.

Alternative Definitionen

Anders ausgedrückt ist sie die Differenz zwischen der individuellen Wertschätzung eines Gutes und dem Marktpreis bzw. misst sie, um wie viel einzelne Personen insgesamt besser gestellt werden, weil sie auf dem Markt Güter kaufen können.

Beim Preis von 2 € für ein Brot, für das der Kunde (Konsument) 3 € bereit ist zu zahlen, entsteht eine Konsumentenrente von 1 €.

Beispiele

Anna isst gern Brot. Auch wenn das Brot teurer wäre, als es tatsächlich der Fall ist, würde sie es dennoch essen. Wahrscheinlich weniger, aber sie würde nicht ganz darauf verzichten. Man könnte nun fragen: Was ist es Anna „wert“, dass sie Brot in der von ihr gewünschten Menge konsumieren kann? Lässt sich dies in Euro und Cent ausdrücken?

Um den Wert des Konsums von Brot bestimmen zu können, muss man die Situation mit Brot mit der Situation ohne Brot vergleichen. Nehmen wir an, der Preis für Brot wäre so hoch, dass Anna gerade auf den Konsum von Brot verzichtet. Dies wird als Situation ohne Brot definiert. Nun kann man fragen, wie Anna den Unterschied zwischen der hypothetischen Situation ohne Brot und der tatsächlichen Situation mit Brot in Euro und Cent bewerten würde. Dieser Betrag wird als Konsumentenrente bezeichnet.

Jeder einzelne Konsument bewertet den Konsum von Brot anders. Im folgenden Diagramm können wir die unterschiedlichen Zahlungsbereitschaften von einzelnen Konsumenten sehen.

Beispiel: Bei einer Online-Auktion entdeckt ein Besucher ein Objekt, für das er 100 Euro zu zahlen bereit wäre. Er ersteigert es jedoch schon für 75 Euro – die Rente für ihn als Konsument beträgt dann 25 Euro.

Der Maximierung der Konsumentenrente zu Lasten der Anbieter können diese mit Hilfe der Preis- oder Produktdifferenzierung entgegenwirken, um ihrerseits die Rente des Konsumenten möglichst weitgehend abzuschöpfen, etwa indem er zwei Produktvarianten anbietet, die sich jeweils an verschiedene Kundensegmente mit unterschiedlicher Zahlungsbereitschaft richten.

Beispiel: Ein Kino bietet Karten für Studenten, Schüler und Berufstätige zu unterschiedlichen Preisen an. Hier wird versucht, die in der Regel höhere Konsumentenrente Berufstätiger möglichst gut abzuschöpfen.

Deutlich wird bei diesen Überlegungen auch, dass der Wert eines Gutes aus Kundensicht an dessen Zahlungsbereitschaft gemessen werden muss, da diese seinen Nutzen aus diesem Gut widerspiegelt. Aus der Sicht des Anbieters bemisst sich der Wert des Gutes dagegen an dem erzielbaren Preis. Wertsteigerungsstrategien des Marketings und des Supply-Chain-Managements sind deshalb einerseits darauf gerichtet, dem Kunden einen möglichst hohen Nutzen zu bieten und andererseits das Angebot so auszugestalten, dass die Zahlungsbereitschaft des Kunden möglichst weitgehend ausgeschöpft wird (Nutzenorientierte Preisbildung).

Siehe auch

Literatur

  • Pindyck, Rubinfeld: Mikroökonomie. Pearson Studium, 6. Auflage, 2005, ISBN 978-3-8273-7164-5
  • Krugman, P. R., & Obstfeld, M. (2012). Internationale Wirtschaft – Theorie und Politik der Außenwirtschaft. München, Pearson, ISBN 3-8273-7199-6
  • Peter Bofinger: Grundzüge der Volkswirtschaftslehre: Eine Einführung in die Märkte. Pearson Studium, München, 2. Auflage, 2007, ISBN 3-8273-7222-4
  • David Friedmann: Der ökonomische Code. Eichborn 1999, aus dem Englischen von Sebastian Wohlfeil, ISBN 3821808101

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Konsumentenrente aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.