Krebstiere

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Krebstiere
Crustacea.jpg

Verschiedene Krebstiere

Überstamm: Häutungstiere (Ecdysozoa)
Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
Unterstamm: Krebstiere
Crustacea
Brünnich, 1772

Die Krebstiere (Crustacea) oder Krebse bilden mit weltweit mindestens 52.000 rezent bekannten Arten[1][2] einen Unterstamm innerhalb der Gliederfüßer (Arthropoda), die sich vor allem durch eine große Formenvielfalt auszeichnen als evolutionäre Anpassung an verschiedene Lebensräume und Lebensweisen.

Zu Lebensmittelzwecken verwendete Krebstiere werden in der Kochkunst als Krustentiere bezeichnet.

Merkmale

Gerade aufgrund der Formenvielfalt fällt es oft schwer, individuelle Merkmale zur Unterscheidung von Gruppen zu finden. Als offensichtliche Unterschiede zu den Sechsfüßern und Myriapoden, mit denen sie meist zu den Mandibeltieren oder Mandibulata vereinigt werden, fallen vor allem die Anzahl der Antennen (zwei Paar, weshalb sie manchmal auch als Diantennata bezeichnet werden) und die Kiemen auf. Bei diesen Merkmalen handelt es sich jedoch um Plesiomorphien, also Merkmale, die sie von ihrer Stammform ererbt haben und die erst bei den anderen Gruppen sekundär verlorengegangen sind. Ebenfalls als altes Merkmal muss der Besitz eines typischen Spaltbeines bei den Krebsen angesehen werden, da bereits die als Fossilien bekannten Trilobiten diese Extremitäten hatten. Übrig bleiben als Gemeinsamkeiten fast aller Krebse die besondere Form der Larve (Naupliuslarve) mit typischerweise drei extremitätentragenden Segmenten und dem typischen unpaaren Naupliusauge, die Übereinstimmung der Exkretionsorgane als spezielle, sackartige Strukturen an der Basis der Antennen und Maxillen sowie ein weitgehend übereinstimmendes Teilungsmuster der Zellen in der Keimbahn.

Wie bei allen Gliederfüßern besteht der Körper der Krebse aus einer Anzahl von Segmenten, die vorn durch einen, nicht segmentalen, Kopfabschnitt (Acron) und hinten durch einen Endabschnitt (Telson) begrenzt sind. Durch die verschiedenen Spezialisierungen und die damit verbundenen Veränderungen im Körperbau der Tiere kommt es zu sehr vielen Variationen dieses Grundplanes. Wesentliche Veränderungen betreffen die Extremitäten (Abwandlung des Spaltbeines zu Spezialstrukturen wie Mundwerkzeugen, Saugnäpfen, Genitalorganen etc.) und besonders die Verschmelzungen einzelner Segmente zu größeren Körperabschnitten, die als Tagmata bezeichnet werden. Im Grundbauplan folgen auf einen Kopfbereich (Cephalon), der wahrscheinlich aus dem Acron sowie sechs verschmolzenen Segmenten besteht, zwei Körperabschnitte mit einer wechselnden Anzahl von Segmenten, die als Rumpf (Thorax) und Hinterleib (Abdomen oder Pleon) bezeichnet werden. Dabei werden als Rumpf die Segmente zusammengefasst, die sich durch Extremitäten auszeichnen. Hinterleibssegmente tragen keine oder nur stark abgewandelte Extremitäten. Häufig kommt es darüber hinaus zu einer weiteren Verschmelzung des Kopfes mit mehreren Rumpfsegmenten, die als Cephalothorax bezeichnet wird, verbleibende Rumpfsegmente bilden in diesem Fall das Peraeon.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Ax: Das System der Metazoa. Band 2. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik. SAV Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 1999, ISBN 3-437-35528-7 (zuvor unter: Systematik in der Biologie. Darstellung der stammesgeschichtlichichen Ordnung in der lebenden Natur, UTB 1502 / G. Fischer, Stuttgart 1988, ISBN 3-437-20419-X erschienen).
  • Hans-Eckhard Gruner: Klasse Crustacea. in: H.E. Gruner (Hrsg.): Arthropoda (ohne Insecta). Lehrbuch der Speziellen Zoologie. Band 1, 4. Teil. Gustav Fischer, Stuttgart / Jena 1993, ISBN 3-334-60404-7.
  • K. E. Lauterbach: Zum Problem der Monophylie der Crustacea. In: Verhandlungen naturwiss. Verein Hamburg. Keltern-Weiler 26.1983, S. 293–320.
  • H. K. Schminke: Crustacea, Krebse. In: Westheide, Rieger (Hrsg.): Spezielle Zoologie. Teil 1. Einzeller und Wirbellose Tiere. Gustav Fischer, Stuttgart / Jena 1997, 2004, ISBN 3-8274-1482-2.
  • Donald Thomas Anderson (Hrsg.): Invertebrate Zoology, 2nd Edition, Oxford University Press, USA 2002, Kap. 13, S. 292, ISBN 0-19-551368-1.
  • Richard Stephen, Kent Barnes u. a.: The invertebrates – a synthesis. Kap. 8.6. Blackwell, Malden MA 2001, S. 191, ISBN 0-632-04761-5.
  • Richard C. Brusca, G. J. Brusca: Invertebrates. Kap. 16. Sinauer Associates, Sunderland Mass 2003, S. 511, ISBN 0-87893-097-3.
  • J. Moore: An Introduction to the Invertebrates. Kap. 13. Cambridge University Press, Cambridge, MA 2001, S. 193, ISBN 0-521-77914-6.
  • Edward E. Ruppert, R. S. Fox, R. P. Barnes: Invertebrate Zoology – A functional evolutionary approach. Kap. 19. Brooks/Cole, London 2004, S. 605, ISBN 0-03-025982-7.
  • Joel W. Martin, George E. Davis: An updated classification of the recent Crustacea (PDF; 775 kB). In: Science Series. Natural History Museum of Los Angeles County, Science Series 39, Los Angeles 2001, ISBN 1-891276-27-1.

Weblinks

Commons-logo.png Commons: Krebstiere - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Einzelnachweise

  1. M. F. Land: Les yeux: structure et fonctionnement des me’canismes optiques. In: J. Forest (Hrsg.): Traité de Zoologie. Anatomie, Systématique, Biologie. Crustacés. Band VII, Fascicule II. Généralités (suite) et Systématique, Paris Masson 1996, S. 1–42.
  2. Th. Monod, L. Laubier: Les Crustacés dans la Biosphère. In: J. Forest (Hrsg.): Traité de Zoologie. Anatomie, Systématique, Biologie. Crustacés. Band VII, Fascicule II. Généralités (suite) et Systématique, Paris Masson 1996, S. 91–166.


Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Krebstiere aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.