Metasprache

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Eine Metasprache (von griech. μετά meta „hinter, über“; eng. metalanguage) ist eine „Sprache über Sprache“[1], nicht über außersprachliche Objekte. Die Sprache, über die eine Metasprache spricht, ist die zugehörige Objektsprache[2] (eng. object language), die über nicht-sprachliche „Dinge“ (im weitesten Sinn) spricht, wobei die Trennung in Objektsprache und Metasprache ein Ideal darstellt, das nicht immer völlig rein erfüllbar ist und man es daher oft mit Mischformen zu tun hat. Zur Verdeutlichung ein einfaches Beispiel:

Objektsprache: „Sokrates ist ein Mensch.“
Metasprache:  „Sokrates ist ein griechischer Name mit 8 Buchstaben.“ und „Mensch ist ein deutsches Wort mit 6 Buchstaben.“

Durch die Einführung verschiedener, logisch von einander getrennter Sprachebenen können Antinomien wie etwa das bekannte Lügner-Paradoxon des Epimenides vermieden werden, indem in diesem Fall auf der metasprachlichen Ebene selbstbezügliche Aussagen für sinnlos erklärt werden; die Metasprache übt also in diesem Sinn eine übergeordnete Kontrollfunktion aus, wobei letztlich auch mehrere metasprachliche Ebenen hierarchische übereinander aufgebaut werden können. Bertrand Russell hat „die Möglichkeit einer unendlichen Hierarchie von Sprachebenen in Erwägung gezogen“.[3]

Objektsprache: Die Aussage „Der Kreter Epimenides sagte: ‚Alle Kreter sind Lügner‘“ führt auf der objektsprachlichen Ebene zu einem unauflösbaren Widerspruch.
Metasprache: „Jeder Ausdruck, in welchem von diesem Ausdruck selbst die Rede ist, ist sinnlos.“

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ulrich: Metasprache. In: Linguistische Grundbegriffe. 5. Auflage. 2002
  2. Wunderlich: Arbeitsbuch Semantik. 2. Auflage. 1991, S. 343
  3. Holm Bräuer: Objektsprache. In: Wulff D. Rehfus (Hrsg.): Handwörterbuch Philosophie. 2003, S. 506 (507)