Nyi und Nidi

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Nyi und Nidi sind die Namen zweier Zwerge der nordischen Mythologie, die mit den Mondphasen in Verbindung gebracht werden. Sie werden im Zwergenkatalog der Völuspá, dem Dvergatal, als erste in der Zwergenreihe genannt.[1] Als Erdzwerge gehören sie zur Zwergenschar von Modsognir. Ihre Namen werden auch in den Þulur als Zwergennamen genannt.[2]

Eine Verbindung zu den Mondphasen ergibt sich, wenn man ihre Namen als sprechende Namen versteht. Nyi und Nidi, altnordisch Nýi ok Niði, werden abgeleitet von altnordisch Neumond[3] und altnordisch nið ‚Neumond, abnehmender Mond.‘[4]. Genau genommen bezeichnet aber die Phase des sich erneuernden, zunehmenden Monds bis zum Vollmond, während nið die Phase des abnehmenden Monds bis Neumond meint.[5] Somit könnte man die Zwergnamen auch als ‚das neue Licht‘ und ‚das schwindende Licht‘ übersetzen.[6]

Die Mondphasen schenkten die Götter den Menschen zur Berechnung des Jahres.[7] Mani, der Mondgott, lenkt den Lauf des Mondes und bestimmt Vollmond und Neumond.[8] Welche Aufgabe den Zwergen dabei zukam, ist nicht bekannt. Möglicherweise waren sie Personifikationen der Mondphasen.[9] Vielleicht steht hinter den Namen die Vorstellung, dass die beiden Zwerge in den entsprechenden Mondphasen geboren wurden.[10]

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. 3. Auflage. Kröner Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-520-36803-X.

Einzelnachweise

  1. Lieder-Edda: Völuspá 11 – Prosa-Edda: Gylfaginning 14. – Zitation der Lieder-Edda nach Arnulf Krause: Die Götter- und Heldenlieder der Älteren Edda. Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-050047-8. Zitation der Prosa-Edda nach Arnulf Krause: Die Edda des Snorri Sturluson. Philipp Reclam jun. Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-15-000782-8.
  2. Þulur III 40 Dverga heiti, Strophe 1 und 2
  3. Jan de Vries: Altnordisches Etymologisches Worterbuch. 2. Auflage. Brill Archive, S. 412 = Gerhard Köbler: Altnordisches Wörterbuch. 2. Auflage. 2003, S. 62. Online.
  4. Jan de Vries: Altnordisches Etymologisches Worterbuch. 2. Auflage. Brill Archive, S. 409 = Gerhard Köbler: Altnordisches Wörterbuch. 2. Auflage. 2003, S. 59. Online.
  5. Walter Baetke: Wörterbuch der altnordischen Prosaliteratur. 1. & 2. Auflage. In digitaler Fassung, Greifswald 2006, S. 444, 448: nið ‚Neumond‘ bedeute eigentlich ‚abnehmender Mond‘ und ‚Vollmond‘ (!) eigentlich ‚der sich erneuernde, zunehmende Mond‘.
  6. Jacob Grimm: Deutsche Mythologie. 3 Bände. Marix Verlag, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-86539-143-8, S. 534 (Neudruck der 4. Auflage. Berlin 1875-78) (S. 592 im Altdruck).
  7. Lieder-Edda: Vafþrúðnismál 25.
  8. Prosa-Edda: Gylfaginning 11.
  9. Edgar C. Polomé: Notes on the dwarfs in Germanic tradition. In: Einar Ingvald Haugen, Einar Haugen, Stig Eliasson, Ernst Håkon Jahr: Language and Its Ecology: Essays in Memory of Einar Haugen. Verlag Walter de Gruyter, Berlin – New York 1997, ISBN 3-11-014688-6, S. 443. Online-Auszug.
  10. Edgar C. Polomé: Notes on the dwarfs in Germanic tradition. In: Einar Ingvald Haugen, Einar Haugen, Stig Eliasson, Ernst Håkon Jahr: Language and Its Ecology: Essays in Memory of Einar Haugen. Verlag Walter de Gruyter, Berlin – New York 1997, ISBN 3-11-014688-6, S. 443 unter Verweis auf Gottfried Lorenz: Snorri Sturluson – Gylfaginning – Texte, Übersetzung, Kommentar. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Wiesbaden 1984, S. 220.
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