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Phrygische Mütze

Aus AnthroWiki
Phrygische Mütze

Die phrygische Mütze, seltener auch skythische Mütze genannt, war eine Art von Zipfelmütze, die ursprünglich von den antiken Phrygern getragen wurde, die spätestens im 8. Jahrhundert v. Chr. in Anatolien ein großes Reich mit der Hauptstadt Gordion am Sangarios errichtet hatten. Auch der persisch-römische Gott Mithras wird stets mit einer solchen Mütze abgebildet. Als Tiara war sie später charakteristisch für die Iranischen Völker und für die Thraker. Während der Französischen Revolution wurde die phrygische Mütze (franz. bonnet rouge) von den Jakobinern getragen, weshalb sie später auch als Jakobinermütze bezeichnet wurde.

Die phrygische Mütze bestand ursprünglich aus einem gegerbten Stier-Hodensack mitsamt der umliegenden Fellpartie. Homer beschrieb eine derartige, kataityx genannte mützenartige Kopfbedeckung. Nach Ansicht der Griechen, denen sie genau wie Hosen als typisch barbarische Kleidung galt, sollten dadurch die Kräfte des Stiers auf den Mützenträger übergehen. Vermutlich entwickelte sich die phrygische Mütze parallel zum phrygischen Helm aus dem „homerischen Lederhelm“, der wahrscheinlich aus derselben Fellpartie des Stiers rund um den Hodensack hergestellt, aber nicht weich gegerbt, sondern hart getrocknet wurde.

Später wurde die Mütze aus Wolle oder Leder gefertigt und hatte einen charakteristischen längeren runden Zipfel, der meist nach vorn Richtung Stirn fiel. Zuweilen bedeckte der Nackenteil die Schläfen und reichte manchmal auch bis auf die Schultern. Mit seitlich angebrachten Bänder konnte die Mütze unter dem Kinn festgebunden werden. Sie erinnert dann an die aus vielen Abbildungen bekannte Mütze des italienischen Dichters Dante Alighieri (1265-1321), der allerdings den runden Zipfel stets nach hinten geschlagen trug. Als Corno Ducale war sie die Kopfbedeckung und das Macht- und Würdezeichen der Dogen von Venedig und wurde auch Bestandteil der Tracht der neapolitanischen Seeleute.