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Preisuntergrenze

Aus AnthroWiki

Die Preisuntergrenze (PUG) gibt den Verkaufspreis an, den ein Unternehmen für sein Produkt oder seine Dienstleistung verlangen muss, um kurz- oder langfristig bestehen zu können (Grenzanbieter).

Allgemeines

Preisuntergrenzen gehören zur taktischen Preispolitik eines Unternehmens.[1] Bei intensivem Wettbewerb (Preiswettbewerb etwa im Polypol oder Oligopol) können Situationen auftreten, die eine Preissenkung auf die Preisuntergrenze rechtfertigen. Beispielsweise in einer Rezession, die durch Absatzeinbußen gekennzeichnet ist, kann die Unternehmensleitung gezwungen sein, die Verkaufspreise zu senken, um den Absatzrückgang auszugleichen oder zu minimieren. Dann muss bekannt sein, in welchem Ausmaß die Preissenkung vorgenommen werden kann, ohne Verluste zu erleiden.

Arten

Kurzfristige Preisuntergrenze

Die kurzfristige Preisuntergrenze (auch: absolute Preisuntergrenze) legt den Preis fest, der genau die variablen Stückkosten deckt. In Höhe der gesamten fixen Kosten (= Kosten der Betriebsbereitschaft) ergibt sich dann ein Betriebsverlust.

Die kurzfristige oder absolute Preisuntergrenze ist erreicht, wenn der Nettoverkaufspreis gerade die variablen Stückkosten des Erzeugnisses deckt. Auf den Ersatz der ohnehin anfallenden Fixkosten wird vorübergehend verzichtet.

Langfristige Preisuntergrenze

Die langfristige Preisuntergrenze legt den Preis fest, der zu kostendeckenden Erlösen führt. Die Produktion kann in dieser Situation über längere Zeit fortgesetzt werden, wenn die Notwendigkeit von Erweiterungsinvestitionen bzw. Preissteigerungen bei Ersatzinvestitionen ausgeblendet werden. Zur Erhaltung der Arbeitsplätze und zur Stabilisierung des Absatzes wird die Unternehmensleitung diese Preisuntergrenze anstreben.

Früherer Nettoverkaufspreis
- Preissenkung
= Neuer Nettoverkaufspreis

Ergebnisrechnung:

  Umsatzerlöse
- variable Kosten
= Deckungsbeitrag 1
- erzeugnisfixe Kosten
= Deckungsbeitrag 2
- erzeugnisgruppenfixe Kosten
= Deckungsbeitrag 3
- unternehmensfixe Kosten
= Betriebsgewinn/Betriebsverlust

Reichen die Umsatzerlöse insgesamt aus, um alle anfallenden Kosten zu decken, so hat der Verkaufspreis die langfristige Preisuntergrenze erreicht.

Ein Beispiel aus der Volkswirtschaftslehre möge dies illustrieren: So hat der Sauerstoff, also die Luft, die wir als Menschen atmen, den Preis: 0 (denn es handelt sich um ein Gemeingut). Dieser stellt aber allenfalls eine langfristige Preisuntergrenze dar, denn Maßnahmen zur Luftreinhaltung sind notwendig. Dies ist daher möglich, da die Preise für die Luftreinhaltung idealerweise vom Schadstoffemittenden, also dem Luftverschmutzungsverursacher getragen werden. Dass dies aber in der Praxis nicht vollends funktioniert, zeigt der Konflikt um die CO 2-Belastung (usw.) durch Automobile sowie durch Kohlekraftwerke.

Liquiditätsorientierte Preisuntergrenze

Erfolgt die Ausrichtung der Verkaufspreise nach der kurzfristigen Preisuntergrenze, kann ein Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten kommen. Da in der kurzfristigen Preisuntergrenze nur die variablen Kosten erfasst werden, bleiben die fixen Kosten, die kurzfristig zu Ausgaben führen, unberücksichtigt. Das sind insbesondere Mietaufwendungen, betriebliche Steuern, Personalkosten, Sozialabgaben und Versicherungsbeiträge. Die liquiditätsorientierte Preisuntergrenze wird nach folgender Rechnung festgelegt:

Folgen

Die Wahl einer bestimmten Preisuntergrenze führt zu einer Preiskalkulation, die auf einen Teil der entstandenen Kosten verzichtet. Dadurch werden weniger Erlöse erzielt als Kosten entstanden waren. Hierdurch entstehen langfristig Verluste, die das Eigenkapital aufzehren und somit das Unternehmen in eine Unternehmenskrise bringen können.

Siehe auch

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Preisuntergrenze aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.