Schriftsteller

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Als Schriftsteller werden üblicherweise Produzenten epischer, lyrischer, essayistischer und dramatischer literarischer Werke bezeichnet. Die Bezeichnung der übrigen Schriftschaffenden (z.B. der Verfasser wissenschaftlicher Fachartikel oder Journalisten) ist schlicht Autor. Zuweilen wird auch die Auffassung vertreten Schriftsteller seien nur solche Personen, welche in einem Schriftstellerverband organisiert seien. Doch hermeneutisch betrachtet scheint letztere Auffassung falsch zu sein, da sie eine rein soziologische (Gruppen-)Betrachtung unterstellt.

In einem weiteren Sinne wird als Schriftsteller - nach neuerer Auffassung -, derjenige bezeichnet, der - zumindest teilweise - von der Tätigkeit des Schreibens und Veröffentlichens auch leben kann. Der "Vanity-Press-Autor" (z.B. bei "Lulu"), und der Autor bei einem Druckkostenzuschußverlag (=unechter Verlag) fallen also nicht darunter. Auch der Autor im Selfpublishing (z.B. bei BoD - Books on Demand GmbH, Norderstedt) wird als Schriftsteller zu bezeichnen sein, wenn er insgesamt aus seiner Tätigkeit positive Erträge, also Überschüsse, erwirtschaften kann. Denn auch Goethe und andere Geistesheroen, waren zu ihrer Zeit (zumindest teilweise) auch Selfpublisher.

Der Begriff

Der Begriff Schriftsteller wurde im 17. Jahrhundert aus „(in) eine Schrift stellen“ im Sinne von „verfassen“ gebildet und ersetzt seitdem als Berufsbezeichnung die Fremdwörter Skribent und Autor. Nach den Brüdern Grimm leitet sich Schriftsteller noch 1616 von einem Concipienten ab, der für andere rechtliche Schreiben aufsetzt, und die Anwendung des Wortes Schriftsteller für einen, der berufsmäszig eine litterarische thätigkeit ausübt, wird erstmals 1723 belegt. Sie zitieren u. a. auch noch Immanuel Kant, für den einer, der zum Publikum im eigenen Namen spricht, Schriftsteller beziehungsweise Autor genannt wird, sowie Friedrich Schiller, für den der Begriff Schriftsteller den des Schöngeists ablöste, während Joachim Heinrich Campe Schriftstellerei und schriftstellern als „niedrige, aber deswegen noch nicht verwerfliche Wörter“ ansah.

Literatur

  • Wolfgang Bittner: Beruf: Schriftsteller. Was man wissen muss, wenn man vom Schreiben leben will, Allitera Vlg., München 2006
  • Sandra Uschtrin/Michael Joe Küspert (Hrsg.): Handbuch für Autorinnen und Autoren, 6. Auflage, Uschtrin Vlg., München 2005
  • Gerhild Tieger/Manfred Plinke (Hrsg.): Deutsches Jahrbuch für Autoren/Autorinnen 2007/2008, Autorenhaus Vlg., Berlin 2007