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D-Galaxie

Aus AnthroWiki
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Der Galaxienhaufen ACO S 740 (Abell S740) mit dominanter cD-Galaxie, aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop

Eine D-Galaxie („D“ für „diffus“) ist ein spezieller Typ einer elliptischen Riesengalaxie. Von einer gewöhnlichen elliptischen Galaxie unterscheidet sie sich durch ihren riesigen diffusen Halo.[1][2]

Die wichtigsten D-Galaxien findet man im Zentrum reicher Galaxienhaufen, wo sie oft einzeln oder paarweise auftreten und mit Radien bis zu 1 Million Lichtjahren enorme Größen erreichen. Solche D-Galaxien werden cD-Galaxien genannt („c“ bezeichnet dabei die Leuchtkraftklasse).[1]

Das bekannteste Beispiel eines Galaxienhaufens mit einem zentralen Paar von cD-Galaxien ist der relativ nahe Coma-Haufen mit den beiden Riesengalaxien NGC 4874 und NGC 4889.[3] Sie werden in Abständen von bis zu rund 20 Megaparsec von über 1000 einzelnen Sternsystemen normaler Größe umkreist, was aber enorme Zeit braucht.

Vermutlich entstehen cD-Galaxien durch Verschmelzung elliptischer Riesengalaxien mit anderen Galaxien im reich bevölkerten Zentralbereich der Haufen (galaktischer Kannibalismus). Darauf deuten auch die Tatsachen hin, dass viele Galaxien dieses Typs mehrere Kerne besitzen und dass fast alle von ihnen starke Radioquellen sind.[4][5][6]

Einzelnachweise

  1. ↑ 1,0 1,1 daviddarling.info: D galaxy, abgerufen am 18. August 2018
  2. ↑ W. W. Morgan, D. E. Osterbrock: On the Classification of the Forms and the Stellar Content of Galaxies. In: The Astronomical Journal. 74, S. 515, doi:10.1086/110828.
  3. ↑ C. J. Conselice, J. S. Gallagher: Galaxy aggregates in the Coma cluster. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 297, 1998, S. L34, doi:10.1046/j.1365-8711.1998.01717.x.
  4. ↑ Hrant M. Tovmassian, Heinz Andernach: On the formation of cD galaxies and their parent clusters. In: Monthly Notices of the Royal Astronomical Society. 427, 2012, S. 2047, doi:10.1111/j.1365-2966.2012.22044.x.
  5. ↑ L. Tonry, John. (1987). Properties of cD Galaxies. Proceedings of the International Astronomical Union. 127. 89-96. 10.1007/978-94-009-3971-4_7.
  6. ↑ S. Giacintucci, T. Venturi, M. Murgia, D. Dallacasa, R. Athreya, S. Bardelli, P. Mazzotta, D. J. Saikia: Radio morphology and spectral analysis of cD galaxies in rich and poor galaxy clusters. In: Astronomy & Astrophysics. 476, 2007, S. 99, doi:10.1051/0004-6361:20077918.