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Quadratur der Parabel

Aus AnthroWiki
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Quadratur der Parabel

Die Quadratur der Parabel wird beschrieben durch folgenden Satz:

Die Flächenmaßzahl eines Parabelsegments beträgt 43 der Flächenmaßzahl des einbeschriebenen Dreiecks mit der gleichen Höhe.

Der erste Beweis dieser Aussage stammt von dem berühmten griechischen Mathematiker Archimedes und erschien in seinem überlieferten Werk Die Quadratur der Parabel, das eine Sammlung von Briefen an den griechischen Mathematiker Dositheos darstellt, in denen er die Lösung des Problems beschreibt.

Archimedes bewies seine Behauptung für Parabelsegmente, die nicht notwendig symmetrisch zur y-Achse sind. Für y-achsensymmetrische Parabelsegmente lässt sich die Aussage des Satzes kürzer auch mittels Integration beweisen.

Beide Beweisvarianten werden aus Gründen der Vergleichbarkeit im Folgenden für symmetrische Parabelsegmente durchgeführt, wie es unter anderem auch bei Deiser[1] zu finden ist.

Folgende Vereinfachungen werden ohne Beschränkung der Allgemeinheit beiden Beweisvarianten zugrunde gelegt:

  • Die Parabel mit der Gleichung f(x)=kx2 mit k>0 und x ist eine gestreckte Normalparabel, wodurch das Verhältnis zwischen der Maßzahl des Parabelsegments und der Maßzahl des einbeschriebenen Dreiecks für alle k konstant ist. Aus diesem Grunde reicht es aus, die Normalparabel zu betrachten.
  • Aus Symmetriegründen genügt der Nachweis für das halbe Parabelsegment, das sich hier auf eine nach oben geöffnete Normalparabel bezieht.

Beweis nach Archimedes

Planfigur

Die Beweisidee von Archimedes basiert auf einer Exhaustion mit Dreiecksflächen.[2]

Die grün und blau gefärbten Flächen setzen sich aus Teildreiecken zusammen, in denen jeweils die kleinste Seite als Grundseite (Seiten CH, BG und DF) gewählt wird und bei denen der Fußpunkt der Höhe jeweils auf der Verlängerung der Grundseite erscheint.

Mit den Bezeichnungen in der Planfigur lassen sich dann die Flächenmaßzahlen folgendermaßen berechnen:

A1=12aa2=12a3
A2=212CH12a=12aCH
A3=A31+A32=212BG14a+212DF14a=14a(BG+DF)

Die Längen der jeweils kleinsten Grundseiten ergeben sich wie folgt:

CH=12f(a)f(12a)=14a2
BG=12f(12a)f(14a)=116a2

Die Grundseitenlänge DF erhält man durch Anwendung eines Strahlensatzes.

CKFK=CLELFK=CKELCL=14a(f(a)f(12a)12a=14a(a214a2)12a=38a2
DF=FKDK=38a2(f(34a)f(12a))=38a2(916a214a2)=116a2

Setzt man die Längen CH, BG und DF in A1, A2 und A3 ein, so folgt:

A1=12aa2=12a3=214a3
A2=21214a212a=18a3=2116a3
A3=A31+A32=212116a214a+212116a214a=132a3=2164a3
An=214na3(n)

Die Maßzahl des Parabelsegments ist somit der Grenzwert einer geometrischen Reihe.

2(A1+A2+A3+...+An)=2a3(141+142+143+...+14n)=2a3k=1n14k
22a3k=114k=4a314114=43a3

Da die Maßzahl des einbeschriebenen Dreiecks 122af(a)=122aa2=a3 beträgt, ist die Aussage von Archimedes über die Quadratur der Parabel bewiesen.

Beweis mittels Integration

Planfigur

Flächenmaßzahl des Parabelsegments:

2(aa20ax2dx)=43a3

Flächenmaßzahl des einbeschriebenen Dreiecks:

122aa2=a3

Damit ist die archimedische Aussage bestätigt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Quadratur der Parabel – Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Einzelnachweise

  1. Oliver Deiser: Ausblick: Die Quadratur der Parabel bei Archimedes, Analysis 2, 1. Abschnitt: Integration, München 2022, Seiten 36 und 37
  2. Mathematische Exkursionen aus: Lambacher Schweizer, Gesamtband Oberstufe mit CAS, Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-12-733120-2
Dieser Artikel basiert auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Quadratur der Parabel aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.