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Simon von Cyrene

Aus AnthroWiki
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Valentin Kraus: „Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen“, 1926 (Kreuzwegstation an der Altöttinger Kapelle bei St. Nikolai am Gasteig, München).

Simon von Cyrene (oft auch: Kyrene oder Zyrene) ist eine in den synoptischen Evangelien erwähnte Gestalt der Passionsgeschichte. Das Markusevangelium beschreibt ihn als „den Vater des Alexander und des Rufus“ (Mk 15,21 EU). Nach dem Lukasevangelium dürfte er ein einfacher Feldarbeiter gewesen sein (Lk 23,26 EU). Simon befand sich auf dem Weg nach Hause, als ihn ein Trupp römischer Soldaten zwang, das Kreuz des verurteilten Jesus von Nazareth zu tragen (Mt 27,32 EU).

Diese Szene findet sich in den traditionellen 14 christlichen Kreuzwegstationen in der Regel als fünfte oder siebte Szene wieder. Die Frage, wie weit Simon das Kreuz zu tragen hatte, bleibt in den Evangelien unbeantwortet. Das Johannes-Evangelium erwähnt ihn nicht.

Der christlichen Tradition zufolge ist er wegen seiner überlieferungsgemäß libyschen Abstammung der erste Heilige schwarzer Hautfarbe.

Laut Irenäus von Lyon vertrat der gnostische Häretiker Basilides von Alexandria die Lehre, dass tatsächlich Simon von Cyrene gekreuzigt wurde und nicht Jesus, weil Jesus die Gestalt des Simon angenommen habe und umgekehrt (Doketismus).

„Wie aber der ungezeugte und unnennbare Vater ihre Verderbtheit sah, sandte er seinen eingeborenen Nous, der Christus genannt wird, um die, welche an ihn glauben würden, von der Herrschaft jener zu befreien, die die Welt gemacht haben. Er erschien auch ihren Völkern auf Erden als Mensch und vollendete die Kräfte. Aber er hat nicht gelitten, sondern ein gewisser Simon von Cyrene, den man zwang, für ihn das Kreuz zu tragen. Dieser wurde irrtümlich und unwissentlich gekreuzigt, nachdem er von ihm verwandelt war, so daß er für Jesus gehalten wurde. Jesus aber nahm die Gestalt des Simon an und lachte sie aus, indem er dabeistand. Er war ja die unkörperliche Kraft und der Nous des ungezeugten Vaters, deswegen konnte er sich nach Belieben verwandeln und stieg so wieder zu dem hinauf, der ihn gesandt hatte, indem er derer spottete, die ihn nicht halten konnten, und unsichtbar für alle war. Befreit also sind, die dies wissen, von den Schöpferfürsten der Welt. Nicht den Gekreuzigten darf man bekennen, sondern den, der anscheinend gekreuzigt wurde, Jesus hieß und vom Vater gesandt wurde, um durch diese Veranstaltung die Werke derer zu zerstören, die die Welt gemacht haben. Wer also noch den Gekreuzigten bekennt, der ist ein Sklave und unter der Gewalt jener, welche die Körperwelt gemacht haben; die andern aber sind ihrer Macht ledig, sie wissen, wie es der ungezeugte Vater geordnet hat.“

– Irenäus von Lyon: Contra Haereses I 24,4 [1]

Dass nicht Jesus hingerichtet wurde, sondern ein anderer, der ihm ähnlich sah, steht auch im Koran in Sure 4,157.

Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Simon von Cyrene aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.