Amulett

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Diese Frauenfigur aus Elfenbein ist ein Amulett mu po aus dem Kameruner Grasland, Bamunkung. Es sollte den Träger vor Hexerei schützen, die als Ursache von Krankheiten, Unglück und Tod angesehen wurde. Bei Maskentänzen trug der Tänzer das Amulett am Körper.

Ein Amulett ist ein tragbarer Gegenstand, dem magische Kräfte zugeschrieben werden, mit denen er Glück bringen (energetische, sakramentale Wirkung) und vor Schaden schützen soll. In seiner glückbringenden Eigenschaft und meist größerer Ausführung wird es auch als Talisman bezeichnet. Das Amulett hat mit seiner vermuteten magischen Wirkung Parallelen zur Votivgabe. Während die Votivgabe aber typischerweise an einem Ort mit vermuteter magischer Wirkung hinterlegt wird, dient das Amulett dazu am Körper getragen zu werden. Mit abnehmender Vermutung einer magischen Wirkung überwiegt immer mehr die Funktion als Schmuck oder als Zeichen der Zugehörigkeit zu einer meist religiösen Gemeinschaft.

Die genaue Etymologie des Wortes ist ungeklärt. Der lateinische Begriff amuletum, von dem das deutsche Wort ab Anfang des 18. Jahrhunderts entlehnt ist, findet sich mehrfach in der Naturalis historia Plinius’ des Älteren (1. Jahrhundert n. Chr.)[1] und wird von verschiedenen Autoren[2] auf amoliri ‚abwenden, entfernen‘ zurückgeführt. Von anderen Wissenschaftlern[3] wurde eine Herkunft aus der arabischen Wurzel ḥ-m-l (حمل ḥamala, „tragen“) vermutet, gegen die Johann Gildemeister in der Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft argumentierte.[4] Möglicherweise besteht als (gesundheitsfördernde bzw. schadenabwendende) ‚Speise aus Stärkemehl‘ eine Verwandtschaft mit griechisch-lateinisch amylum/amulum (Stärkemehl).[5]

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Friedrich Ludwig Karl Weigand: Deutsches Wörterbuch: Erster Band: A-L, 1878. S. 47
  2. z. B. Friedrich Ludwig Karl Weigand: Deutsches Wörterbuch: Erster Band: A-L, 1878. S. 47; Alois Walde, Johann Baptist Hofmann: Lateinisches etymologisches Wörterbuch, 1910. S. 38
  3. z. B. Johann Christian August Heyse: Fremdwörterbuch, 1870. S. 42; James Yates: Amuletum, in William Smith (Hg.): Dictionary of Greek and Roman Antiquities, 1870. S: 91
  4. siehe Johann Gildemeister: Amuletum, in ZDMG 38, 1884. S. 140–142
  5. Richard Wünsch: Amuletum. In: Glotta. Band 2, Heft 3, 1910, S. 219-230 (Digitalisat).
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