Glück

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Allegorie des Glücks (Gemälde von Agnolo Bronzino, 1546)

Glück als Erfüllung menschlichen Wünschens und Strebens ist ein sehr vielschichtiger Begriff, der Empfindungen vom momentanen bis zu anhaltendem, vom friedvollen bis zu ekstatischem Glücksgefühl einschließt, der uns aber auch in Bezug auf ein äußeres Geschehen begegnen kann, zum Beispiel in der Bedeutung eines glücklichen Zufalls oder einer das Lebensglück begünstigenden Schicksals­wendung. In den erstgenannten Bedeutungen bezeichnet der Begriff Glück einen innerlich empfundenen Zustand, in den letzteren hingegen ein äußeres günstiges Ereignis. Glück darf nicht mit Glückseligkeit verwechselt werden, die meist in Zusammenhang mit einem Zustand der (religiösen) Erlösung erklärt und verstanden wird.

Das Streben nach Glück hat als originäres individuelles Freiheitsrecht Eingang gefunden in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten, das Gründungsdokument der ersten neuzeitlichen Demokratie. Dort wird es nach Thomas Jefferson als Pursuit of Happiness bezeichnet.[1] Die Förderung individuellen menschlichen Glücksstrebens ist heute Gegenstand der Glücksforschung und Beratung unter neurobiologischen, medizinischen, soziologischen, philosophischen und psychotherapeutischen Gesichtspunkten.

Was ist Glück?

Das Wort „Glück“ kommt von mittelniederdeutsch gelucke/lucke (ab 12. Jahrhundert) bzw. mittelhochdeutsch gelücke/lücke. Es bedeutete „Art, wie etwas endet/gut ausgeht“. Glück war demnach der günstige Ausgang eines Ereignisses. Voraussetzung für den „Beglückten“ waren weder ein bestimmtes Talent noch auch nur eigenes Zutun.

„Von Glück spricht der Mensch im Grunde genommen dann, wenn er nicht will, daß das, was er an Erfolg, an Wirkung hat, nur von ihm abhänge, sondern wenn er gerade Wert darauf legt, daß es nicht von ihm, sondern von etwas anderem abhängt. Wir brauchen uns nur - zweifellos gehört hier das Kleinste und das Größte zusammen - das Glück des Spielers vor Augen malen. Wir können ganz gut das Glück des Spielers in einen Zusammenhang bringen, man möchte sagen, so paradox es erscheint, mit der Befriedigung, die jemand an einer gewonnenen Erkenntnis hat. Denn was wir erkannt haben, ruft in uns das Gefühl hervor, daß wir in unserem Denken, in unserem Seelenleben in Einklang stehen mit der Welt, daß wir dasjenige, was draußen ist, in der Auffassung auch in unserem Inneren haben, daß wir nicht einsam hier stehen und die Welt uns anstarrt wie ein Rätsel, sondern daß das Innere auf das Äußere antwortet. Daß ein lebendiger inniger Kontakt mit dem Äußeren da ist, daß das Äußere im Inneren wieder aufleuchtet und sich spiegelt, daß das Äußere etwas zu tun habe mit dem Inneren, wofür ein Zusammenstimmen der Beweis ist, das ist doch im Grunde genommen die Befriedigung, die wir an der Erkenntnis haben. Beim Spieler, der gewinnt, können wir nicht anders, wenn wir uns seine Befriedigung analysieren wollen, als uns sagen - selbst wenn ihm der Gedanke, worauf seine Befriedigung beruht, nicht aufsteigt, sie könnte nicht da sein, wenn er selbst das tun könnte, was eintritt. Und die Befriedigung beruht darauf, daß etwas ohne sein Zutun außer ihm herbeigeführt wird, daß die Welt gleichsam auf ihn Rücksicht nimmt —, daß sie etwas heranträgt, was ihm zugute kommt, daß die Welt im einzelnen Falle zeigt, daß er nicht außer ihr steht, sondern daß er einen bestimmten Kontakt, einen bestimmten Zusammenhang mit ihr hat. Und das Unglück, das der Spieler empfindet, wenn er verliert, beruht im Grunde genommen darauf, daß es für ihn eine solche Empfindung nicht gibt, sondern das Unglück löst in ihm eine Empfindung aus, als wenn er von der Welt ausgeschlossen wäre, als ob sie keine Rücksicht auf ihn nähme, als wenn der Kontakt mit ihr durchbrochen wäre.

Kurz, wir sehen, wie es gar nicht richtig ist, daß der Mensch mit Glück oder Unglück nur etwas meint, was in seinem Innern abgeschlossen sein kann, sondern gerade das im tiefsten Sinne meint, wenn er von Glück oder Unglück spricht, was einen Zusammenhang herstellen kann zwischen ihm und der Welt. Deshalb wird der Mensch unserer aufgeklärten Zeit kaum irgendeiner Sache gegenüber so leicht abergläubisch, so grotesk abergläubisch, als gerade dem gegenüber, was man Glück, was man seine Erwartung von irgendwelchen Kräften oder Elementen nennt, die außerhalb seiner liegen und ihm zu Hilfe kommen sollen. Wenn beim Menschen so etwas vorliegt, kann er recht abergläubisch werden.“ (Lit.:GA 61, S. 173ff)

Dagegen behauptet der Volksmund eine mindestens teilweise Verantwortung des Einzelnen für die Erlangung von Lebensglück in dem Ausspruch: „Jeder ist seines Glückes Schmied“. Demnach hängt die Fähigkeit, in einer gegebenen Situation glücklich zu sein, außer von äußeren Umständen auch von eigenen Einstellungen und Bemühungen ab.

Der geistige Hintergrund des Glückserlebens

„Innerlich verstehen, was der Mensch erlebt im Glück, beim Erfolg, in heiteren Stunden des Lebens oder im Schmerz und in traurigen Stunden, die Mißerfolge ihm bringen -, richtig erkennen kann man das eigentlich gar nicht, wenn man nicht darauf Rücksicht nimmt, daß der Mensch aus dem physischen Außenteil und aus dem geistig-seelischen Innenteil besteht. Was ist das Glück, was ist das Leben im Erfolg?

Was im Menschen an seinen Wesensgliedern zusammengefügt ist, das bekommt in bezug auf die feineren Verhältnisse eine andere Zusammensetzung im Glück - und im Leid. Wenn wir Glück erleben, wenn die Seele in dieses Glück hineintaucht, oder auch wenn sie in ihre Erfolge untertaucht, was geschieht dann mit der Menschennatur? Dann reißt sich gleichsam das, was in der Menschennatur sonst ruht, aus dem Inneren heraus, verfolgt das, was von außen an Glück und Erfolg in uns eindringt; der Mensch entfremdet sich seinem Innern, er hört auf bloß in sich zu sein. Der Mensch geht in ein Fremdes ein. Dieses Sichfremdwerden, dieses Außersichkommen ist das, was gleichsam wie der eine Pendelausschlag des menschlichen inneren Erlebens im Glück sich uns darstellt. Wenn der Mensch Schmerz erlebt, wenn er Mißerfolge hat, dann zieht das Geistig-Seelische, gleichsam den Schmerz, die Mißerfolge fliehend, sich tiefer in das Innere zurück, als es im regulären Daseinsverhältnis mit diesem Inneren zusammenleben müßte; es ist dann so, als ob das Geistig-Seelische sich gleichsam zusammenkrampft, so daß der Mensch sich nicht, wie im Glück und Erfolg, an die äußere Welt verliert, sondern sich gerade in sich zurückzieht. Und da nun der Mensch so veranlagt ist, daß er nur im harmonischen Zusammenhange mit der Welt seine Ruhe und seine Befriedigung finden kann, so bringt ihn sein zusammengekrampftes Innere ebenso aus seiner Harmonie mit dem Leben heraus, wie er durch das Aufgehen in Glück und Erfolg seinem Wesen entfremdet wird. Das ist der andere Pendelausschlag des menschlichen Innenlebens zu dem Leben in Glück und Erfolg: dieses ganz in sich leben wollen, daß man die Welt flieht, weil sie Mißerfolg, Schmerz über uns ausgießen will. Allerdings ist es zum gesamten menschlichen Erleben notwendig, daß der Mensch diese zwei Pendelausschläge hat; es handelt sich nur darum, wie er sie erlebt. Wenn er sie nicht erlebt, dann sucht er sie sogar.“ (Lit.:GA 64, S. 192f)

„Wir können es nicht in jedem Augenblicke fühlen. Aber wir können es so gewahren, daß, wenn wir einem Glück entgegentreten, das uns sonst betäuben, uns gefangennehmen könnte, wir zwar dieses Glück erleben, es voll durchmachen, aber uns selbst dann mit der verstärkten inneren Seele, mit unserm durchkrafteten Innenwesen in dieses Glück hineintragen; daß wir einen Schmerz zwar ebenso traurig erleben, aber untertauchen können in diesen Schmerz, unser Ich in ihn hineintragen und uns nicht zu entfremden brauchen von der Welt, indem wir unser Ich in diesen Schmerz hineintragen.

Man muß etwas tiefer in die Geisteswissenschaft hineinschauen, wenn man den ganzen Umfang dessen erkennen will, was eine solche Veränderung gegenüber dem Glück oder dem Leid für das Leben eigentlich bedeutet. Denjenigen Zustand, der in der Menschenseele als das — wenn das Wort nicht mißverstanden wird - Hellsichtigwerden der Seele eintritt, kann man ansehen wie ein Aufwachen, indem man durch dieses Aufwachen in eine Welt tritt, von der man nichts gewußt hat, solange man nur die Anschauungen über die physische Welt und die Verstandesurteile über diese Welt hatte. Nehmen wir nun an, ein Mensch würde, während er in Glück und Erfolg drinnen steht, plötzlich so «aufwachen». Denken wir uns also einen Menschen, der bisher nur gewohnt war, die physische Welt anzuschauen und auf sich wirken zu lassen, also in diese physische Welt untertaucht ohne die Kraft, welche ihm die Geisteswissenschaft geben kann; und stellen wir uns vor, ein solcher Mensch würde mitten im Erfolge aufwachen, die geistige Welt würde da sein. Was würde er dann sehen?

Ein solches Aufwachen kann ein tief finsterer Augenblick werden in dem sonst gerade glückerfüllten Leben. In einem solchen Augenblick tritt das vor die Seele, was charakterisiert worden ist: das Entfremdetwerden der Seele vor sich selber. Und was der Mensch im Glück, im Erfolg genossen hat, was er eben noch durchgemacht hat, das sieht er gleichsam versinken, und so versinken, daß er es nicht halten kann, weil er die Kraft nicht hat, es zu halten. Daß wir im Leben uns verlieren, wenn wir, ohne Geist-Erkenntnis, ins Glück und in den Erfolg hineinsteuern, das kann durch ein solches Aufwachen ganz besonders vor unsere Seele treten. Denn diejenigen Momente - das erkennt man durch die Geisteswissenschaft —, die wir in Glück und Erfolg erringen, können nur dann zu wirklich stärkenden Kräften unseres ewigen, durch die Pforte des Todes in die Ewigkeit übergehenden Ich werden, wenn wir uns nicht verlieren, sondern uns im Erleben des Glückes erhalten. Geisteswissenschaft ist nicht dazu angetan, dem Menschen das Glück zu versauern oder zu verargen; kein Quentchen von Glück und Freude will die Geisteswissenschaft dem Menschen nehmen oder abschwächen. Worauf sie aber hindeuten will, ist, daß das Glück, welches ohne den charakterisierten Zusammenhang mit der "Welt durchlebt wird, sich nicht verbinden kann in seinen Wirkungen mit den tiefsten Kräften unseres Ich. Denn für den, welcher so durch die Welt geht, daß er — ohne Geist- Erkenntnis - ungestärkt ist in bezug auf sein Ich, kommt weiter nichts aus dem Glück heraus als nur die Sehnsucht nach neuem Glück, und aus diesem wiederum nur Sehnsucht nach weiterem Glück. Er nimmt nicht aus dem einen Glückserlebnis die stärkenden Kräfte mit für alles folgende Leben. Wer aber in das Glück diejenigen Kräfte hineinträgt, die sich ihm erschließen, wenn er geistige Erkenntnis sucht, der saugt aus dem Glück erhaltende, belebende Kraft, die er in sein Ich hineinträgt, weil er es durch die Geisteswissenschaft gestärkt hat; und er trägt, was ihm Glück und Erfolg geben können, für alle Ewigkeiten mit sich.

Und ähnlich ist es mit dem Schmerz, mit Leid und Mißerfolg.“ (S. 197ff)

Die Gefahren einseitigen Glücksstrebens

Wie problematisch das einseitige Streben nach Glück ist, wenn es zum Selbstzweck wird, hat Rudolf Steiner aufgezeigt. Das Glücksstreben ergibt sich aus dem Triebproblem, mit dem unser Zeitalter zu ringen hat.

„Man kann sagen: Es wandelt sich das Triebproblem um in das Glücksproblem, und das Glücksproblem bekommt eine ganz bestimmte Färbung. Daher sehen Sie gerade im fünften nachatlantischen Zeitraum an den verschiedenen Stellen, insbesondere in der westlichen Kultur, Sinnen und Trachten nach dem Glücksproblem gerichtet, nach dem Glück, nach dem Schaffen des Glückes im Leben. Das ist unter diesen Einflüssen, die ich geschildert habe. Da sehen wir zum Beispiel, wie nachgeforscht wird, was man tun kann, damit die Menschen auf der Erde ein möglichst glückliches Leben führen. Herstellung des Erdenglückes, das wird ein Ideal. Ich sage nicht: bloß unter ahrimanischen Kräften; es sind darinnen auch regulär fortschreitende Kräfte. Also es soll natürlich über das Glück nachgedacht werden. Aber eine bestimmte Färbung bekam es unter Ahrimans Einwirkung durch einen rein teuflischen Satz: «Das Gute ist das Glück der größtmöglichen Menschenanzahl auf der Erde.» Dieser Satz ist ein rein teuflischer Satz, denn er definiert das Gute so, daß er es durch das Glück ausdrückt, und noch dazu das Glück der größtmöglichen Anzahl, womit verknüpft sein würde das Elend der Minderzahl; so ungefähr, wie wenn man einen Organismus schildern wollte dadurch, daß man ihn bis zu den Knien nur ausbildet und dann von den Knien nach abwärts verkümmern läßt. Es ist aber überhaupt das Zusammenstellen von Glück und Güte, von Glück und Tugend etwas, was einen ahrimanischen Charakter hat. Glück und Tugend, Glück und das Gute: die Griechen waren in ihren besten Persönlichkeiten ganz unzugänglich für die Zusammenstellung der Begriffe Glück und das Gute. Aber gerade durch ahrimanische Einflüsse sollte in der fünften nachatlantischen Menschheit eine Gesinnung erzeugt werden, welche das Gute im Glücke sucht.“ (Lit.:GA 171, S. 108f)

Es ist Ahriman, der in unserer Zeit eine äußere Glückskultur etablieren will. Gelänge dies, könnte das Ich nicht mehr auf Erden leben und sich hier weiterentwickeln. Eine zunehmende Ichlosigkeit der irdisch verkörperten Menschen wäre die Folge. Ansätze dazu sind bereits sichtbar.

„Im Westen liegt die Gefahr vor des Verstricktwerdens in das Sinnenleben, wodurch das Sinnenleben ichlos werden würde. Denn wenn auf der Erde nur das Glück begründet werden soll, so könnte niemals das Ich auf der Erde leben. Wenn das Gute nur dadurch begründet werden sollte, daß Glück über die Erde ausgebreitet werden sollte, so würde folgendes nämlich eintreten, das zeigt schon die Erfahrung der alten Atlantis: Auch in der Mitte der Atlantischen Kultur waren große Impulse gegeben, die im weiteren Verlaufe zu einem Glücke geführt hätten. Die Menschen hatten, was sie zuerst als Antrieb des Guten empfunden haben, in seiner Form, in seinen Wirkungen gesehen als ein gewisses Glück. Da gibt sich der Mensch dem Glücke hin, da geht der Mensch in Glück auf. Und die Erde mußte in bezug auf die atlantische Kultur gewissermaßen hinweggefegt werden, weil die Menschen nur zurückbehalten hatten das Glück von dem Guten. In der nachatlantischen Zeit will nun Ahriman direkt eine Glückskultur begründen. Das würde heißen: auspressen die Zitrone, weg mit ihr! - Die Iche würden nicht mehr leben können, wenn nur eine Glückskultur begründet werden sollte. Glück und Gutes, Glück und Tugend sind keine Begriffe, die füreinander gesetzt werden können.

Hier sehen wir in tiefe Lebensgeheimnisse hinein. Das, was berechtigt ist: eine Kultur zu begründen, die selbstverständlich in ihren Folgen zu einem gewissen menschlichen Glück führen muß - , wird so verkehrt, daß man das Glück selber als das Wünschenswerte hinstellt. Und eine Kultur, die selbstverständlich dahin führen soll, daß die menschliche Seele in ihrem Leben vor allem den Tod und das Böse erkennt, wird so verkehrt, daß von vornherein die Berührung mit dem, was den Tod hervorbringen kann und das Böse hervorbringen kann, gewissermaßen gemieden wird, daß die Leiblichkeit gescheut wird. Und dadurch soll Luzifer entgegengekommen werden.“ (Lit.:GA 171, S. 112f)

Biologische Auslöser von Glücksempfindungen

Glücksempfindung in der Mimik eines wohlbehüteten Säuglings
Gorilla: Durch den Wohlgeschmack der Speise ausgelöste Glücksgefühle fördern als zusätzlicher Reiz das Verhalten der Nahrungsaufnahme

Forschungsergebnisse der Neurowissenschaften haben wichtige Einsichten in die biologischen Grundlagen von Glücksgefühlen erbracht. Im Zuge der anhaltend intensiv betriebenen Hirnforschung dürfte der diesbezügliche Kenntnisstand noch erweitert werden. Bedeutenden Einfluss auf Glücksempfindungen haben nachweislich Endorphine, Oxytocin sowie die Neurotransmitter Dopamin und Serotonin. Das Gehirn setzt diese Botenstoffe bei unterschiedlichen Aktivitäten frei, zum Beispiel bei der Nahrungsaufnahme, beim Geschlechtsverkehr oder beim Sport, aber auch im Zustand zufriedener Entspannung, an dem Serotonin und Endorphine beteiligt sind.

Dass chemische Substanzen große Wirkung auf unser Gefühlsleben ausüben, dass sie unsere Gemütslage kurzfristig verändern können und unser Verhalten mitbestimmen, stellt das herkömmliche Menschenbild zum Teil in Frage, meint der Autor Stefan Klein: „Wir verstehen uns als geistige Wesen, fühlen uns von Hoffnungen, Gedanken, Wünschen beseelt, nicht von Chemie. Wenn wir uns verlieben oder stolz unsere Kinder ansehen, können wir dann wirklich glauben, diese Freude am Dasein sei nichts anderes als der Strom einiger Chemikalien im Kopf?“ Aber ganz so simpel, betont Klein, seien die Zusammenhänge auch wieder nicht: „Die Formeln Dopamin gleich Lust, Oxytocin gleich Mutterliebe stimmen nur sehr bedingt – schon deswegen, weil diese Botenstoffe keine Einzeltäter sind.“ Bestimmte Neurotransmitter spielten zwar eine Hauptrolle im menschlichen Gefühlshaushalt, aber doch nur in einem vielgestaltigen Wirkungsgefüge.[2]

Von der pharmazeutischen Industrie zu medizinischen Zwecken hergestellt, werden solche Substanzen als Medikamente etwa bei Depressionen verwendet. Auch viele Drogen bewirken die Ausschüttung solcher Substanzen im Gehirn in unnatürlich hohen Dosen; aufgrund des Konsums kommt es während der Wirkungszeit zu einer ‚Überschwemmung‘ mit diesen endogenen Botenstoffen, was im Konsumenten ein intensives Glücksgefühl hervorrufen kann.

Zu etlichen weiteren Themen siehe auch

Siehe auch

Literatur

  •  Alfred Bellebaum: Glücksvorstellungen. Ein Rückgriff in die Geschichte der Soziologie. Westdeutscher Verlag, Opladen 1997, ISBN 3-531-12985-6.
  •  Tal Ben-Shahar: Glücklicher. Lebensfreude, Vergnügen und Sinn finden mit dem populärsten Dozenten der Harvard University. München 2007 (Originaltitel: Happier, übersetzt von Burkhard Hickisch), ISBN 978-3-570-50083-5.
  •  Günther Bien: Glück. Was ist das?. Knecht, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-7820-0828-6.
  •  Maike van den Boom: Wo geht's denn hier zum Glück. Meine Reise durch die 13 glücklichsten Länder der Welt und was wir von ihnen lernen können. S. Fischer Krüger, Frankfurt am Main 2015, ISBN 978-3-8105-2297-9.
  •  Anton Bucher: Psychologie des Glücks. Ein Handbuch. Beltz, Weinheim, Basel 2009, ISBN 978-3-621-27653-5.
  •  Mihály Csíkszentmihályi: Dem Sinn des Lebens eine Zukunft geben. Eine Psychologie für das 3. Jahrtausend. Klett-Cotta, Stuttgart 2000 (Originaltitel: The evolving self, übersetzt von Maren Klostermann), ISBN 3-608-91633-4.
  •  Jörg Disse, Bernd Goebel (Hrsg.): Gott und die Frage nach dem Glück. Anthropologische und ethische Perspektiven. Josef Knecht, Frankfurt am Main 2010.
  •  Daniel Gilbert: Ins Glück stolpern. Suche dein Glück nicht, dann findet es dich von selbst. Goldmann Verlag, 2006, ISBN 3-442-15488-X.
  •  Reiner Gödtel: Wege zum Glück. Lebenskunst in einer veränderten Welt. Universitas, München 2002, ISBN 3-8004-1441-4.
  •  Carol Graham: Happiness Around the World. The Paradox of Happy Peasants and Miserable Millionaires. Oxford University Press, 2009, ISBN 978-0-19-954905-4.
  •  John Helliwell, Layard Richard, Jeffrey Sachs: World Happiness Report. The Earth Institute Columbia University, New York 2012.
  •  Eckart von Hirschhausen: Glück kommt selten allein…. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2011, ISBN 978-3-499-62484-1.
  •  Otfried Höffe: Lebenskunst und Moral. Oder macht Tugend glücklich?. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-55745-3.
  •  Christoph Horn: Antike Lebenskunst. Glück und Moral von Sokrates bis zu den Neuplatonikern. Beck, München 1998, ISBN 3-406-42071-0.
  •  Vom Glück und glücklichen Leben. Sozial- und geisteswissenschaftliche Zugänge. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-45180-9.
  •  Stefan Klein: Die Glücksformel oder wie die guten Gefühle entstehen. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002, ISBN 3-498-03509-6.
  •  Andreas Kumpf: Verabredet mit dem Glück. Anton Pustet, Salzburg 2015, ISBN 978-3-7025-0803-6.
  •  Glück. Ein Lesebuch zur Lebenskunst. dtv Taschenbuch 20521, München 2002, ISBN 3-423-20521-0.
  • Richard Wiseman: The Luck Factor. Random House, 2003, ISBN 0-7126-2388-4.
    • Deutsche Ausgabe: Richard Wiseman (Autor), Till R. Lohmeyer (Übersetzer), Christel Rost (Übersetzer): So machen Sie Ihr Glück: Wie Sie mit einfachen Strategien zum Glückspilz werden. Goldmann Verlag, 2004, ISBN 3-442-16650-0.
  •  Sonja Lyubomirsky: Glücklich sein. Warum Sie es in der Hand haben, zufrieden zu leben. Campus, Frankfurt am Main/ New York NY 2007, ISBN 978-3-593-38527-3.
  • Sylvia Müller, Ulrich Sander (Hrsg.): Glücksgedanken für die Seele. Herder, Freiburg im Breisgau 2011, ISBN 978-3-451-07119-5. (Anthologie mit Texten von Anselm Grün, Anthony de Mello, Phil Bosmans u. a.)
  •  Wilhelm Schmid: Mit sich selbst befreundet sein. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-41656-1.
  •  Wilhelm Schmid: Glück. Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist. Insel, Frankfurt am Main/ Leipzig 2007, ISBN 978-3-458-17373-1.
  •  Wolf Schneider: Glück. Eine etwas andere Gebrauchsanweisung. rororo Sachbuch 62231, Reinbek bei Hamburg 2007, ISBN 978-3-499-62231-1.
  •  Peter Strasser: Was ist Glück?. Über das Gefühl, lebendig zu sein. Wilhelm Fink, Paderborn 2011, ISBN 978-3-7705-5142-2.
  •  Władysław Tatarkiewicz: Über das Glück. Klett-Cotta, Stuttgart 1984 (Originaltitel: O szczęściu – polnische Erstausgabe 1947, übersetzt von Zbigniew Wilkiewicz), ISBN 3-608-91412-9.
  •  Verena Thielen: Klassische Texte zum Glück. Parodos, Berlin 2007, ISBN 978-3-938880-10-4.
  •  Dieter Thomä: Vom Glück in der Moderne. Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft 1648, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-29248-X.
  • Wanders Deutsches Sprichwörter-Lexikon. Band 1, Weltbild Verlag, Augsburg 1987, OCLC 63055121, S. 1731–1774 (ca. 1000 Sprichwörter zum Glück)
  • Rudolf Steiner: Menschengeschichte im Lichte der Geistesforschung, GA 61 (1983), ISBN 3-7274-0610-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Aus schicksaltragender Zeit, GA 64 (1959), ISBN 3-7274-0640-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  • Rudolf Steiner: Innere Entwicklungsimpulse der Menschheit. Goethe und die Krisis des neunzehnten Jahrhunderts, GA 171 (1984), ISBN 3-7274-1710-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
Steiner big.jpg
Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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 Wikiquote: Glück – Zitate
 Wiktionary: Glück – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Jan Lewis: The Pursuit of Happiness. Family an Values in Jefferson’s Virginia. Cambridge University Press, 1983, ISBN 0-521-25306-3, S. XIII (books.google.de)
  2. Klein, S. 98f.
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