Bekenntnis von Chalcedon

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Das Bekenntnis von Chalcedon wurde 451 auf dem Konzil von Chalcedon beschlossen und schrieb die Zwei-Naturen-Lehre Christi fest. Der Monophysitismus der altorientalischen Kirche, der Arianismus und der Nestorianismus wurden damit verworfen. Das Bekenntnis von Chalcedon blieb allerdings lange umstritten, da verschiedene römische Kaiser die ägyptischen Monophysiten dem Reich erhalten wollten. Erst 681 auf dem Dritten Konzil von Konstantinopel wurde das Chalcedonense endgültig angenommen.

Das Bekenntnis von Chalcedon 451 n.Chr.

„Wir folgen also den heiligen Vätern und lehren alle einmütig, einen und denselben Sohn zu bekennen, unseren Herrn Jesus Christus. Derselbe ist vollkommen in der Gottheit und derselbe vollkommen in der Menschheit, derselbe wirklich Gott und wirklich Mensch aus einer vernünftigen Seele und einem Körper. Er ist dem Vater wesensgleich nach der Gottheit und derselbe uns wesensgleich nach der Menschheit, in jeder Hinsicht uns ähnlich, ausgenommen die Sünde. Vor aller Zeit wurde er aus dem Vater der Gottheit nach gezeugt, in den letzten Tagen aber wurde derselbe um unsert- und unseres Heiles willen aus der Jungfrau und Gottesgebärerin Maria der Menschheit nach geboren.

[Wir bekennen] einen und denselben Christus, den Sohn, den Herrn, den Einziggeborenen, der in zwei Naturen, unvermischt, ungewandelt, ungetrennt, ungesondert geoffenbart ist. Keineswegs wird der Unterschied der Naturen durch die Einigung aufgehoben, vielmehr wird die Eigenart jeder Natur [gerade] bewahrt, und beide vereinigen sich zu einer Person und einer Hypostase.

[Wir bekennen] nicht einen in zwei Personen gespaltenen oder getrennten, sondern einen und denselben einziggeborenen Sohn, den göttlichen Logos (= Wort), den Herrn Jesus Christus, wie vorzeiten die Propheten über ihn und [dann] Jesus Christus selbst uns unterwiesen haben und wie es das Glaubensbekenntnis der Väter uns überliefert hat.“

Literatur

  • H. Denzinger, Enchiridion, 1967, 34. Auflage, Nr. 301f; Hrsg. Hans Steubing, Bekenntnisse der Kirche, 2. Taschenbuchauflage, Wuppertal: R. Brockhaus, 1997, S. 27

Weblinks