Biomineralisation

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Stromatolithen des Unteren Buntsandsteins bei Wilhelmshall im Huy (Sachsen-Anhalt)
Schale einer Herzmuschel

Biomineralisation ist ein Prozess, bei dem Minerale als Produkte der Lebenstätigkeit gebildet werden. In der Geologie geht man davon aus, dass die Biomineralisation mit den ersten einzelligen Prokaryoten im Archaikum vor etwa 4 Milliarden Jahren begonnen hat. Folgt man Rudolf Steiner, so ist der Prozess der Biomineralisation noch früher anzusetzen, zu einer Zeit, als es noch keine Einzellebewesen auf Erden gab, dafür aber damals noch die Erde als Ganzes ein lebendiges Wesen war. So seien ursprünglich alle Minerale aus der gewaltigen Lebenstätigkeit der belebten Erde entstanden. Tote mineralische Prozesse gewannen erst die Überhand, als das Gesamtleben der Erde bereits weitgehend erstorben bzw. an die Einzellebewesen abgegeben worden war.

Bei der Biomineralisation handelt es sich im einfachsten Fall um Fällungs- und Redoxreaktionen. So wurden etwa die ältesten Stromatolithen vor etwa 3,5 Milliarden Jahren von Cyanobakterien durch Ausfällung von Kalk geformt.

Biomineralisation kann auch zur Bildung perfekt kristallisierter Minerale, insbesondere aber zum Aufbau komplexer mineralischer Verbundmaterialien führen, bei denen die mineralischen Kristalle in eine eiweißartige Matrix eingebettet sind, wie das etwa bei den Muschelschalen der Fall ist.

Tatsächlich habe sich laut Rudolf Steiner die Mineralwelt, nachdem sich die Erde bis zum flüssigen Zustand verdichtet hatte, aus einer lebendigen Ureiweißatmosphäre unter Einwirkung der kosmischen Klangätherkräfte herausgebildet. Was heute noch bei den Muschelschalen und Schneckenäusern oder beim Kieselskelett der Radiolarien im kleinsten Maßstab zu beobachten ist, war einstmals ein erdumspannender Vorgang.

"Ebenso wie mit der Entstehung der Luft das Licht entstanden ist, so entstand jetzt mit der Verdichtung der Luft zum Wasser ein Gegenbild. Wie sich nämlich die Luft zum Licht verhält, so verhält sich das Wasser zum Schall, zum Ton. Natürlich kann der Ton durch die Luft gehen und versetzt die Luft in Schwingungen; dadurch ist er hörbar. Aber entstanden, aufgetreten auf der Erde ist der Ton - als ein Ton für sich — neben der Wasserbildung. Und genau ebenso wie die Luft durchströmt worden ist von der Lichtwirkung, so wird jetzt das ganze Wasser, zu dem sich die Luft verdichtet hat - wir haben ja jetzt die Erde bestehend aus Wärme, Luft und Wasser - ganz und gar durchvibriert von Tonstrahlen. Es ist jetzt unsere Erde gerade am meisten durchsetzt in denjenigen Teilen, wo sie wäßrig geworden ist, von Sphärenharmonien, von Tönen, die so aus dem Weltenraum in allen möglichen Tonharmonien in unsere Erde hineinströmen; und das Ergebnis dieser Tonwirkungen im Wasser ist ein sehr, sehr wichtiges. Sie müssen sich da natürlich vorstellen, daß in diesem ursprünglichen Wasser, in diesem flüssigen Erdenwasser alle die Substanzen enthalten waren, die heute abgeschieden sind als Metalle, Mineralien und so weiter. Ganz besonders ist es interessant, den geistigen Blick hinzurichten auf diese alte Zeit, zu sehen, wie sich die verschiedensten Formen aus dem Wasser herausbilden, indem der Ton im Wasser Gestalten schafft. Der Ton schafft im Wasser Gestalten. Es ist eine ganz wunderbare Zeit unserer Erdentwickelung. Es ist damals im größten Maße in der Erdentwickelung so etwas geschehen, wie wenn Sie auf eine Metallplatte feinen Staub aufstreuen und mit einem Violinbogen die Platte streichen; da entstehen die Chladnischen Klangfiguren. Sie wissen ja, welche regelmäßigen Figuren da entstehen. So bildeten sich durch die aus dem Weltenraum hineinströmende Musik die mannigfaltigsten Gestalten und Figuren, und die Stoffe, die im Wasser gelöst waren, die selber wäßrig waren, sie gehorchten der Weltenmusik und ordneten sich nach der Weltenmusik. Und die wichtigste Bildung des Tanzes der Stoffe nach der Weltenmusik ist das Eiweiß, das Protoplasma, wie es die Grundlage ist aller lebendigen Bildung. Lassen Sie die Materialisten nachdenken, so viel sie wollen, über die mechanische Zusammenfügung von Eiweiß aus Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff und so weiter. Das ursprüngliche Protoplasma, Eiweiß, hat sich gebildet aus dem Weltenstoffe, der sich gebildet hat aus den Harmonien der Weltenmusik. Und so sind die Stoffe im Lebendigen angeordnet im Sinne der Weltenmusik. So gliedert sich jetzt um die feinen Gebilde herum und namentlich in sie ein jener eiweißförmige Stoff, jenes Protoplasma, das alles durchdringt. Längs jener Linien, die ich Ihnen beschrieben habe als Wärmelinien, läuft das nach dem Weltenton zu Eiweiß koagulierte Wasser und geht allmählich in Blutbildung über. In den Nervenlinien setzt sich das koagulierte Wasser als die Eiweißbildung ein. Und zuerst bildete sich das Eiweiß so wie eine Art Hülle, wie eine knorpelige Leimsubstanz möchte man sagen, damit ein Schutz da ist gegen außen. Das alles bildete sich wirklich nach dem Tanz der Stoffe in Gemäßheit der Sphärenmusik.

Dies alles war da, bevor es eine einzige Zelle gab. Die Zelle ist nicht das Ursprüngliche des Organismus, sondern das, was ich Ihnen jetzt beschrieben habe, das Geistige, ist das Ursprüngliche des Organismus, zuerst vorhanden als Wärmewesen, dann angedeutet mehr in Kraftlinien, dann sich einlagernd in diese Kraftlinien das, was aus der Sphärenharmonie entstanden ist durch Anordnung der Stoffe; und verhältnismäßig spät, als letzte der Bildungen, entstand erst die Zelle.

Die Zelle als letzte Absonderung mußte schon von einem Lebewesen geboren werden. Niemals ist es so gewesen, daß sich Organismen aus Zellen herausgebildet haben, sondern die Zelle hat sich erst aus Lebendigem gebildet. Das Anatomische ist immer erst eine Folge des Zusammengesetzten. Das alles haben wir im Anfange jenes Zustandes, wo noch der Mond in der Erde und die Sonne schon draußen war. Aber solange der Mond in der Erde drinnen blieb, geschah eine immer stärkere Verhärtung dieser Eiweißbildung, und es wäre endlich so weit gekommen, wie ich es Ihnen als Mumifizierung beschrieben habe, wenn nicht die gröbsten Substanzen und die gröbsten Wesen hinausgegangen wären aus der Erde. Das letzte, was sich noch herausgebildet hat aus der Menschen-Wesenheit in dieser Zeit, das waren diejenigen Nerven, die zu den Sinnesorganen hingehen. Aber die Sinnesorgane waren noch nicht geöffnet. Sie waren gebildet worden von innen heraus, aber sie waren noch nicht geöffnet. Und jetzt geht also der Mond mit den gröbsten Substanzen heraus. Die Folge dieser Entwickelungsstufe ist, daß der Mensch allmählich übergehen kann zu einem höheren Zustand dadurch, daß seine Sinne geöffnet werden, daß sozusagen die beiden Körper, die jetzt draußen sind, sich von außen gegenseitig die Waage halten. Während sie, solange sie mit der Erde verbunden waren, den Menschen aufgebaut haben, wirken sie jetzt von außen ein, öffnen sie ihm jetzt seine Sinne und machen ihn zu dem sehenden und hörenden Wesen, als das er uns heute erscheint." (Lit.: GA 102, S. 89ff)

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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