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Birkengewächse (Betulaceae)

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Birkengewächse)
Birkengewächse

Sandbirke (Betula pendula), Illustration

Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse
Betulaceae
Gray

Die Birkengewächse (Betulaceae) sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Buchenartigen (Fagales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die 110 bis 200 Arten sind in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel und in den Bergregionen der Tropen verbreitet.

Beschreibung

Erscheinungsbild und Blätter

Die Arten der Birkengewächse sind laubabwerfende, verholzende Pflanzen und wachsen als Bäume oder Sträucher. Die wechselständig und spiralig, zwei- oder dreireihig an den Zweigen angeordneten, gestielten Laubblätter besitzen eine einfache Blattspreite. Die Blattränder sind (meistens doppelt) gesägt, gezähnt bis selten fast glatt. Die Nebenblätter fallen meist früh ab.

Blütenstände und Blüten

Gemeinsam ist allen Arten der Betulaceae, dass sie einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch) sind. Auf einem Pflanzenexemplar kommen also weibliche und männliche Blütenstände vor – bei dieser Familie werden sie Kätzchen genannt. In den Blütenständen sitzen immer viele, sehr einfach gebaute Blüten, jeweils nur mit Staubblättern oder nur mit Fruchtknoten und Narben. Die männlichen Blütenstände sind hängende Kätzchen. Die weiblichen Blütenstände sind je nach Gattung unterschiedlich aufgebaut. Die weiblichen Blütenstände der Coryloideae haben laubblattähnliche Tragblätter (Brakteen), dagegen haben die Betuloideae holzige Blütenstände. In den weiblichen Blüte sind zwei Fruchtblätter zu einem unterständigen, zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen und es sind zwei freie Griffel vorhanden. In jeder Fruchtknotenkammer hängen von fast der Spitze aus jeweils zwei, oder selten nur eine, Samenanlagen. Wie bei vielen windbestäubten Taxa sind die einzelnen Blütenteile reduziert.

Früchte und Samen

Sie haben ungeflügelte Nüsse oder kleine, geflügelte Nussfrüchte mit jeweils nur einem Samen. Die Samen enthalten einen geraden Embryo mit zwei flachen oder verdickten Keimblättern (Kotyledone) und kein Endosperm.

Systematik und Verbreitung

Die Familie Betulaceae wurde 1822 durch Asa Gray in A Natural Arrangement of British Plants, 2, 222, 243 aufgestellt. Typusgattung ist Betula L.[1]

Die Familie der Betulaceae enthält heute zwei Unterfamilien[2] mit sechs Gattungen[3] und insgesamt 110 bis 200 Arten, die hauptsächlich auf der Nordhalbkugel verbreitet sind. Alleine in China sind 89 Arten heimisch, davon kommen 56 nur dort vor. Die Arten der Haselnussgewächse, die früher als eine eigene Familie Corylaceae angesehen wurden, werden heute als Unterfamilie Coryloideae den Betulaceae zugeordnet.

  • Birkengewächse im engeren Sinne (Betuloideae Gray): Die weiblichen Blütenstände sind holzig. Sie enthält zwei Gattungen und 60 bis 100 Arten:
  • Haselnussgewächse (Coryloideae Koehne): Hier haben die weiblichen Blütenstände laubblattähnliche Hochblätter (Brakteen). Sie enthält vier Gattungen mit 50 bis 80 Arten:
    • Hainbuchen (Carpinus L.): Die 25 bis 50 Arten sind in Eurasien verbreitet.
    • Haselnüsse (Corylus L.): Die 15 bis 20 Arten sind auf der Nordhalbkugel verbreitet.
    • Hopfenbuchen (Ostrya Scopoli): Die fünf bis acht Arten sind in den gemäßigten Gebieten auf der Nordhalbkugel verbreitet.
    • Scheinhopfenbuchen[4] (Ostryopsis Decne.): Es sind seit 2010 drei Arten, die in China beheimatet sind.

Nutzung

Von vielen Arten werden viele Pflanzenteile auf sehr vielfältige Weise genutzt, nachfolgend nur einige Beispiele.

Von vielen Corylus-Arten werden die Nussfrüchte roh oder gegart gegessen. Aus den Samen von einigen Corylus-Arten wird Öl für die Verwendung in der Küche gewonnen.[5]

Besonders von Betula-Arten wird die Rinde sehr vielseitig verwendet und verarbeitet.[5]

Das Holz einiger Arten wird genutzt.[5]

Bei einigen Arten wurden die medizinischen Wirkungen untersucht.[5]

Viele Arten und ihre Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Bilder

Männliche Blütenkätzchen:

Qzuellen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Birkengewächse (Betulaceae) – Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Einzelnachweise

  1. ↑ Vorlage:Tropicos
  2. ↑ J. J. Furlow: The genera of Betulaceae in the southeastern United States, In: Journal of the Arnold Arboretum, Volume 71, 1990, S. 1–67.
  3. ↑ Vorlage:GRIN
  4. ↑ Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  5. ↑ 5,0 5,1 5,2 5,3 Vorlage:PFAF
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Birkengewächse (Betulaceae) aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.