Blendungsbild

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Ein Blendungsbild, das auf der Netzhaut des Auges entsteht, wenn man in ein blendend helles Licht blickt, kann gut beobachtet werden, wenn man diesen Eindruck bei geschlossenen Augen abklingen lässt. Dabei zeigen sich typische Farberscheinungen, die Goethe in seiner Farbenlehre so beschreibt:

"In einem Zimmer, das möglichst verdunkelt worden, habe man im Laden eine runde Öffnung, etwa drei Zoll im Durchmesser, die man nach Belieben auf- und zudecken kann; durch selbige lasse man die Sonne auf ein weißes Papier scheinen und sehe in einiger Entfernung starr das erleuchtete Rund an; man schließe darauf die Öffnung und blicke nach dem dunkelsten Orte des Zimmers, so wird man eine runde Erscheinung vor sich schweben sehen. Die Mitte des Kreises wird man hell, farblos, einigermaßen gelb sehen, der Rand aber wird sogleich purpurfarben erscheinen.

Es dauert eine Zeitlang, bis diese Purpurfarbe von außen herein den ganzen Kreis zudeckt, und endlich den hellen Mittelpunkt völlig vertreibt. Kaum erscheint aber das ganze Rund purpurfarben, so fängt der Rand an blau zu werden, das Blaue verdrängt nach und nach hereinwärts den Purpur. Ist die Erscheinung vollkommen blau, so wird der Rand dunkel und unfärbig. Es währet lange, bis der unfärbige Rand völlig das Blaue vertreibt und der ganze Raum unfärbig wird. Das Bild nimmt sodann nach und nach ab, und zwar dergestalt, dass es zugleich schwächer und kleiner wird. Hier sehen wir abermals, wie sich die Netzhaut durch eine Sukzession von Schwingungen gegen den gewaltsamen äußeren Eindruck nach und nach wieder herstellt." (Farbenlehre, § 40)

Verswchiedene Phasen eines Blendungsbilds, das im Auge abklingt.

Vom Blendungsbild zu unterscheiden ist das Nachbild, das im Auge entsteht, wenn wir auf eine zwar mehr oder weniger helle, aber nicht blendende Lichtquelle blicken.