Blutsturz

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Blutsturz ist die umgangssprachliche Bezeichnung für eine plötzlich auftretende, heftige Blutung aus einer oder mehreren Körperöffnungen, hauptsächlich aus Nase und Mund, oft hervorgerufen durch eine Arterienblutung, die sich durch Bluterbrechen (Hämatemesis) oder Bluthusten (Hämoptyse) äußert. Die Symptome des Blutsturzes können durch verschiedenste Ursachen bedingt sein; häufig treten sie im Endstadium einer akuten Lungentuberkulose ("Schwindsucht") auf. Der starke Blutverlust kann zum Tode führen.

Goethe (1749-1832) erlitt in seinem 19. Lebensjahr einen Blutsturz, der ihn an den Rand des Todes brachte und ihm eine lange Rekonvaleszenzzeit aufzwang, die sich aber als sehr fruchtbar für sein späteres Leben erwies. Novalis (1772-1801) starb an einem Blutsturz infolge der „Schwindsucht“ (Tuberkulose), mit der er sich vermutlich während der Pflege von Friedrich Schiller (1759-1805) angesteckt hatte. Wohl bereits ab August 1800 war er unheilbar an dem Lungenleiden erkrankt, das es ihm unmöglich machte, seinen Beruf auszuüben. Neuere Forschungen unterstellen allerdings die Erbkrankheit Mukoviszidose als eigentliche Todesursache; Novalis litt schon seit seiner Kindheit an Lungenentzündungen und allgemeiner Körperschwäche, was diese These stützt. Der Anthroposoph Michael Bauer (1871-1929) erlitt 1912 wegen einer verschleppten Lungenentzündung einen Blutsturz und kränkelte seitdem. Bei einem Kuraufenthalt an der Adria 1913 lernte er Christian Morgenstern kennen, der an der gleichen schweren Lungenkrankheit litt und auch an dieser starb.

Siehe auch

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