Clara Rettich

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Erstes apokalyptisches Siegel, von Clara Rettich nach den Angaben von Rudolf Steiner gemalt (1907)

Clara Rettich zählte anfangs des 20. Jahrhunderts zu den bekannteren Malerinnen Süddeutschlands. 1913 waren ihre Werke gemeinsam mit denen von Lovis Corinth (1858-1925) ausgestellt. Für den Münchner Kongress der Föderation Europäischer Sektionen der Theosophischen Gesellschaft 1907 fertigte sie nach den Angaben Rudolf Steiners Bilder der sieben apokalyptischen Siegel an, deren unvollkommene künstlerische Gestaltung aber viel Kritik hervorrief, insbesondere von dem Maler und Bildhauer Dr. Ernst Wagner, dessen Werke ebenfalls auf dem Kongress ausgestellt waren.[1][2] Obwohl sich auch Steiner der Unzulänglichkeiten bewusst war, heißt es in einem Briefentwurf an Ernst Wagner vom 12. April 1909:

„Jenes Gespräch im Münchner Kongreßsaale, wo Sie die Siegel unkünstlerisch nannten und ich erwiderte <aber richtig>, haben Sie nämlich mißverstanden. Ich war mit Ihnen ganz einverstanden, und hätte sehr, sehr gerne diese Dinge künstlerisch gehabt. Doch muß der Okkultist realistisch, nicht chimärisch denken und so muß er dasjenige nehmen, was zu haben ist. <Aber richtig> sagt daher auch alles. Das ist es nämlich, worauf es ankommt, daß gegenwärtig kein Künstler das dem wirklichen Leben nachschaffende Vermögen hat. Und so hat man nur die Wahl: entweder die formell-abstrakte Andeutung inneren Lebens und Gehaltes bei äußerlich unkünstlerischer Formgebung; oder die in sich toten Formen und Schemen, die heute vielfach künstlerisch genannt werden, und die auf den Kenner wirklichen Lebens ungefähr wirken wie Leichname, die Leben vortäuschen sollen.“ (Lit.:GA 284, S. 14)

Die Originalbilder der Siegel sind nicht erhalten. Ab 1907 stellte Clara Rettich kleinformatige Repliken her, von denen zwei Serien erhalten sind. 1911 fertigte sie noch zwei weitere Serien mit einem Durchmesser von rund 70 cm für das Zweighaus in Stuttgart, Landstraße 70, an.[2]

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Einzelnachweise

  1. Rahel Uhlenhoff (Hrsg.): Anthroposophie in Geschichte und Gegenwart, Berliner Wissenschafts-Verlag 2011, ISBN 978-3830519300, eBook ASIN B01ANX38C0, S. 401f google
  2. 2,0 2,1 Anthroposophie wird Kunst. Der Münchner Kongress 1907 und die Gegenwart., 2007, S. 36f. pdf