Französische Revolution

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Die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in einer Darstellung von Jean-Jacques Le Barbier

Die Französische Revolution von 1789 bis 1799 mit ihrem im Volksmund verkürzten Motto Liberté, égalité, fraternité (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) gehört zu den folgenreichsten Ereignissen der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Die Abschaffung des feudal-absolutistischen Ständestaats sowie die Propagierung und Umsetzung grundlegender Werte und Ideen der Aufklärung als Ziele der Französischen Revolution – das betrifft insbesondere die Menschenrechte – waren mitursächlich für tiefgreifende macht- und gesellschaftspolitische Veränderungen in ganz Europa und haben das moderne Demokratieverständnis entscheidend beeinflusst. Die heutige Französische Republik als liberal-demokratischer Verfassungsstaat westlicher Prägung stützt ihr Selbstverständnis unmittelbar auf die Errungenschaften der Französischen Revolution.

Die revolutionäre Umgestaltung und die Entwicklung der französischen Gesellschaft zur Nation war ein Prozess, bei dem drei Phasen unterscheidbar sind:

Ausschlaggebender Ordnungs- und Machtfaktor wurde in dieser Lage zunehmend das in den Revolutionskriegen entstandene Bürgerheer, dem Napoleon Bonaparte seinen Aufstieg und den Rückhalt bei der Verwirklichung seiner sich über Frankreich hinaus erstreckenden politischen Ambitionen verdankte.

Ein wirkungsgeschichtliches Hauptereignis der europäischen Geschichte

Motto der Französischen Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

Als ein Gründungsereignis, das so tief wie kaum ein anderes die Geschichte der Moderne geprägt habe, wird die Französische Revolution in einer neueren Überblicksdarstellung bezeichnet. Nicht nur im Bewusstsein der Franzosen hat diese Revolution eine enorme Bedeutung. Mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte vom 26. August 1789 wurden auf dem europäischen Kontinent jene Prinzipien bekräftigt und gegen absolutistische Monarchien in Stellung gebracht, die in der Unabhängigkeitserklärung der nordamerikanischen Kolonisten angelegt waren und die heutzutage von den Vereinten Nationen weltweit propagiert und eingefordert werden.

Für Staaten mit schriftlich fixierter Verfassung und entsprechenden Bürgerrechtsgarantien hat die dreiphasige Revolution gleich mehrere Modelle hervorgebracht, die jeweils abweichende Akzente hinsichtlich Freiheit, Gleichheit und Vermögensdifferenzierung (etwa beim Wahlrecht) aufwiesen. Zeitgenossen des Revolutionsgeschehens meinten schon bald nach dem 14. Juli 1789 (Sturm auf die Bastille): „Wir haben in drei Tagen den Raum von drei Jahrhunderten durchquert.“

Als Erfahrungs- und Forschungsobjekt für die Wechselwirkungen von Innen- und Außenpolitik wie von Krieg und Bürgerkrieg, als ein Beispiel für Gefährdungen und Labilität einer demokratischen Ordnung wie für die Eigendynamik revolutionärer Prozesse bleibt die Französische Revolution auch künftig ein ergiebiges Studienfeld.

Siehe auch

Literatur

  • Hannah Arendt: Über die Revolution („On Revolution“), Piper, München 2000, ISBN 3-492-21746-X.
  • Peter R. Campbell (Hrsg.): The origins of the French revolution, Palgrave Macmillan, Basingstoke 2006, ISBN 0-333-94971-4.
  • Thomas Carlyle: Die Französische Revolution, Neue illustrierte Ausgabe. 3 Bde. Hrsg. von Theodor Rehtwisch. Verlag von Georg Wigand, Leipzig o. J.
  • Roger Chartier: Die kulturellen Ursprünge der Französischen Revolution. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 1995, ISBN 3-593-35358-X.
  • François Furet / Mona Ozouf: Kritisches Wörterbuch der Französischen Revolution. 2 Bände, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996. (Französische Originalausgabe: Dictionnaire critique de la Révolution française, Paris 1988.)
  • François Furet / Denis Richet: Die Französische Revolution. Lizenzausgabe im Beck-Verlag, München 1981. (Französische Originalausgabe: La Révolution. Zwei Bände, Paris 1965 und 1966.)
  • A. Goodwin: Die Französische Revolution. 1789–1795. Fischer, Frankfurt am Main 1964.
  • Karl Griewank: Die Französische Revolution. 8. Auflage, Böhlau, Köln 1984, ISBN 3-412-07684-8.
  • Daniel Guérin: Klassenkampf in Frankreich 1793–1795 («Bourgeois et bras nus»). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1979, ISBN 3-518-07528-4.
  • Axel Kuhn: Die Französische Revolution. Reclam, Ditzingen 1999, ISBN 3-15-017017-6.
  • Georges Lefèbvre: 1789. Das Jahr der Revolution. dtv, München 1989, ISBN 3-423-04491-8.
  • Peter McPhee: Liberty or Death. The French Revolution. Yale University Press, New Haven 2016, ISBN 978-0300189933.
  • Jules Michelet: Geschichte der französischen Revolution. Eichborn, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-8218-5019-1. (10 Teile in 5 Bänden)
  • Rolf Reichardt: Das Blut der Freiheit. Französische Revolution und demokratische Kultur. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-60135-5.
  • Rolf Reichardt/ Hubertus Kohle: Visualizing the Revolution: Politics and Pictorial Arts in Late Eighteenth-Century France, London 2008 [1]
  • Rolf Reichardt: Die Französische Revolution als europäisches Medienereignis, in: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2010 Zugriff am: 13. Juni 2012.
  • Shirley E. Roessler: Out of the Shadows. Women and Politics in the French Revolution, 1789–95. Lang, New York 1998, ISBN 0-8204-4012-4.
  • Simon Schama: Citizens: A Chronicle of the French Revolution. Vintage Books, New York 1990.
  • Eberhard Schmitt: Einführung in die Geschichte der Französischen Revolution, Beck 1980
  • Ernst Schulin: Die Französische Revolution. 4. Auflage, Beck, München 2004, ISBN 3-406-51262-3.
  • Albert Soboul: Die Große Französische Revolution. 2. Auflage, Frankfurt am Main 1977 (Französische Originalausgabe: Précis de l’histoire de la révolution française, Paris 1965 und 1966).
  • Albert Soboul: Kurze Geschichte der Französischen Revolution. Wagenbach, Berlin 1996, ISBN 3-8031-2365-8.
  • Anne Germaine de Staël: Considérations sur la révolution française. Tallandier, Paris 1988, ISBN 2-235-01482-8 (Repr. d. Ausg. Paris 1881) Considérations sur la Révolution française
  • [Hans-Ulrich Thamer, Michael Welply: Die Französische Revolution. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Gerstenberg, Hildesheim 2007, ISBN 978-3-8067-4868-0 (Kinderbuch).
  • Hans-Ulrich Thamer: Die Französische Revolution. 4. durchgesehene Auflage, Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-50847-9.
  • Ernst Wangermann, Johanna Borek, Michel Cullin, Karl Duffek, Edith Rosenstrauch, Birgit Wagner, Michael Weinzierl (Hrsg.): Die schwierige Geburt der Freiheit [Das Wiener Symposion zur Französischen Revolution]. Im Auftrag des Vereins zur Erforschung der Französischen Revolution, Sonderzahl, Wien 1991, ISBN 3-85449-031-3.
  • Johannes Willms: Tugend und Terror. Geschichte der Französischen Revolution. Beck, München 2014, ISBN 3-406-66936-0.

Weblinks

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