Ganglion (Nervensystem)

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Schnitt durch ein Ganglion

Ein Ganglion (griech. γάγγλιον gágglion „knotenartig, Geschwulst“) oder Nervenknoten ist eine als knotige Verdickung erscheinende, von einer Kapsel umschlossene Anhäufung von Nervenzellkörpern (Perikaryen). Im Gegensatz dazu besteht ein Pseudoganglion nur aus einer Ansammlung von Nervenfasern.

Ganglien sind wichtige Schaltstellen des peripheren Nervensystem. Die im Zentralnervensystem befindlichen Basalganglien werden nicht zu den Ganglien gezählt. Besonders auffällige, differenzierte Ganglien finden sich am vorderen Ende des Strickleiternervensystems einfacher wirbelloser Tiere wie beispielsweise den Gliederfüßern, womit bereits die Bildung eines Zentralnervensystems angedeutet wird.

In einer erst von Rudolf Steiner aufgefundenen Notiz äußerte Goethe die Vermutung, dass das Gehirn ein großes Hauptganglion sei[1].

„Bedenken Sie doch nur einmal, wenn man heute die Goethesche Metamorphosenlehre ansieht, wie sie durch Goethe hat werden können, der ein gescheiter Mensch war. Sie ist ja eine völlige Abstraktion, wie etwas, das überall Ansätze hat, das aber überall schon dabei stehenbleiben muß, zu zeigen, wie das Blatt in der Blüte lebt, wie sich ein Blütenblatt umwandelt in ein Staubblatt, also eine ganz elementare Metamorphose ins Auge faßt, beim Tier und Menschen dabei stehenbleibt, die Umwandelung der Wirbelknochen in Schädelknochen scheu anzuführen, überall ist man über das Elementare nicht hinausgegangen. Ich selber war erschüttert, ich sagte mir: Ist denn nicht Goethe aufgegangen - daran krankte ich in den achtziger Jahren -, daß das ganze Gehirn die Umwandelung eines einzigen Gehirnganglions ist? Geistig konnte ich schauen, daß es ihm aufgegangen war. Dann aber fiel mir erst auf seine Zurückhaltung, das auszusagen, was ihm aufgegangen war. Als ich nach Weimar kam, fand ich in einem mit Bleistift geschriebenen Notizbüchlein die Notiz: Das Gehirn ist ein transformiertes Hauptganglion. - Das ist erst in den neunziger Jahren durch meine Bemühungen gedruckt worden. In den neunziger Jahren ist ja plötzlich ein ganz neuer Schriftsteller aufgetreten: Goethe wurde sozusagen der fruchtbarste Schriftsteller am Ende des 19. Jahrhunderts.“ (Lit.:GA 317, S. 173f)

Literatur

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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Einzelnachweise

  1. „Das Hirn selbst nur großes Hauptganglion. Die Organisation des Gehirns wird in jedem Ganglion wiederholt, so daß jedes Ganglion [als] ein kleines subordiniertes Gehirn anzusehen ist.“ (Weimarer Ausgabe, Abteilung II, Naturwissenschaftliche Schriften, 8. Band: Zur Morphologie, III. Teil, Weimar 1893, S. 359/360)