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Knospung

Aus AnthroWiki
Lebenszyklus der Knospungshefe

Als Sprossung oder Knospung (auch Gemmation genannt) wird in der Biologie eine Form der ungeschlechtlichen, vegetativen Vermehrung verstanden, bei der Tochterindividuen als Auswüchse aus dem Mutterorganismus hervorgehen.

Grundprinzip

Bei der Sprossung entsteht an der Oberfläche der Mutterzelle oder des Mutterorganismus eine kleine Ausstülpung (Knospe). In diese wandert genetisches Material (z. B. ein Zellkern) ein, und schließlich trennt sich die Knospe ab oder verbleibt als Teil einer Kolonie.​

Die Knospung bzw. Sprossung unterscheidet sich von anderen Formen der asexuellen (ungeschlechtlichen) Vermehrung durch die ungleiche Teilung des Mutterorganismus und den bleibenden Zusammenhang zwischen Mutter- und Tochterindividuum während der Entwicklung.[1][2]

Vorkommen

Dieser Fortpflanzungsmechanismus kommt in verschiedenen biologischen Bereichen vor:

  • Bakterien: Ungleiche Zellteilung, bei der eine kleinere Tochterzelle abgeschnürt wird (z. B. bei Hyphomicrobium).​
  • Einzellige Pilze (Hefen): Bildung einer kleinen Knospe, in die der Tochterkern einwandert; daraus entstehen neue Hefezellen oder Zellverbände (Pseudomyzel).​
  • Pflanzen: Bildung kleiner Auswüchse, die sich zu eigenständigen Pflanzen entwickeln können. Ein prominentes Beispiel dafür ist die berühmte Goethe-Pflanze (Kalanchoe pinnata, auch Bryophyllum pinnatum), die sich über Brutknospen oder Kindel vermehrt. Entlang der Einkerbungen ihrer Blattränder entwickeln sich zunächst kleine Knospen (Brutknospen), aus denen dann fertige Jungpflanzen mit eigenen Blättchen und Wurzeln entstehen. Die Kindel lösen sich nach einiger Zeit von der Mutterpflanze, fallen zu Boden und wurzeln selbstständig, sobald sie auf die Erde fallen.​
  • Tiere: Abschnürung von Zellkomplexen, wodurch Tochterindividuen entstehen (z. B. bei Schwämmen, Nesseltieren oder Moostierchen); bleibt die Knospe haften, bilden sich Kolonien.​
  • Viren: Beim Austritt behüllter Viren aus der Wirtszelle wird ein Teil der Zellmembran als Virushülle übernommen – auch dieser Vorgang wird als Sprossung (engl. budding) bezeichnet.​

Biologische Bedeutung

Die Sprossung ermöglicht eine rasche und energieeffiziente Vermehrung, da kein Austausch genetischen Materials notwendig ist. Sie spielt besonders bei einfachen oder sessilen Organismen (wie Schwämmen oder Hefen) und bei einigen Virenarten eine zentrale Rolle für ihre Fortpflanzung und Verbreitung.​

Die Knospung steht zwischen der Zellteilung und der koloniebildenden Vermehrung: Sie erlaubt eine rasche Klonbildung, ohne dass die Mutterzelle zerstört wird, und ermöglicht bei manchen Arten (z. B. Polypen oder Bryozoen) das Entstehen vielzelliger Kolonien.​

Siehe auch

Einzelnachweise