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Die Erbauung des Neuen Jerusalem in uns
Vortragsreihe rund um die «Apokalypse des Johannes» von Wolfgang Peter
Siebentes apokalyptisches Siegel
Das Neue Jerusalem

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Leiblichkeit ist das Ende der Werke Gottes

Aus AnthroWiki
Friedrich Christoph Oetinger, Porträt von Georg Adam Eger, 1775

„Leiblichkeit ist das Ende der Werke Gottes“ ist ein berühmtes Zitat aus Friedrich Christoph Oetingers 1776 veröffentlichtem Werk Biblisches und Emblematisches Wörterbuch. Oetinger unterscheidet dabei den verweslichen physischen Leib von dem unverweslichen Leib, den er als siderischen oder ätherischen Leib bezeichnet. Dieser unverwesliche Leib, der Auferstehungsleib, ist mit dem „Ende der Werke Gottes“ gemeint. Oetinger bezieht sich in seinen Ausführungen auf die 1732 ins Deutsche übersetzte Schrift des niederländischen Philosophen und Mathematikers Bernard Nieuwentijt über „Die Erkänntnüss der Weissheit, Macht und Güte des göttlichen Wesens“[1], in deren neunundzwanzigster und letzter Betrachtung „von der Möglichkeit der Auferstehung“ gesprochen wird. Unter dem Stichwort „Leib, Soma“ ist in Oetingers Schrift zu lesen:

„Wenige sehen so weit wie Nieuwentijt, der in jedem Menschen einen doppelten Leib erweist, einen verborgenen siderischen oder ätherischen und einen offenbaren. Man schlage nach in Nieuwentijt, pag. 824. Er zeigt, dass der sichtbare Leib aus blutflüssigen und festen Teilen bestehe, welche nach gewisser Ordnung aus Brot und Wasser gezeugt werden. Er zeigt, dass der eigene Leib von ganz anderer Art sei. Die Grund-Bildung oder Spiritus Rector behält seine eigene Zugehörden, nicht in verweslichen Teilen, sondern in unverweslichen. Dieser eigene Leib ist doch leiblich, und leiblich sein aus dem Fleisch und Blut JEsu ist die höchste Vollkommenheit, sonst wohnte die Fülle GOttes nicht leibhaft in Christo. Leiblichkeit ist das Ende der Werke GOttes, wie aus der Stadt GOttes klar erhellet Offenb. 20.“

– Friedrich Christoph Oetinger: Biblisches und Emblematisches Wörterbuch, S. 407[2]

Einzelnachweise

  1. ↑ Bernard Nieuwentijt: Die Erkänntnüss der Weissheit, Macht und Güte des göttlichen Wesens, Frankfurt 1732, S. 824 google
  2. ↑ Friedrich Christoph Oetinger: Biblisches und Emblematisches Wörterbuch, Heilbronn am Neckar 1776, S. 407 archive.org