Logozentrismus

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Logozentrismus (von griech. λόγος „Wort, Rede, Sinn“ und τὸ κέντρον to kentron „Stachel, Stachelstab“ bzw. „Kreismittelpunkt“, an dem die Spitze des Zirkels angesetzt wird) ist ein Begriff, der erstmals von Ludwig Klages (1872-1956) geprägt wurde[1], der damit die neuzeitliche Betonung der Rationalität als losgelöst von der Wirklichkeit des Lebens kritisierte und dieser Weltsicht ein „biozentrisches“ Konzept entgegenstellte, in dem das eigentliche Leben als Einheit von Körper und Seele betrachtet wird. Als Logozentrismus bezeichnen in der Folge vor allem poststrukturalistische Theorien die vernunftzentrierte Metaphysik und die abendländische Rationalität. Logozentrisches Denken wird hier als herrschender Diskurs bzw. als herrschende „Denkform“ betrachtet. Jacques Derrida spricht von einem „Imperialismus des Logos“.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Ludwig Klages: Der Geist als Widersacher der Seele [drei Bände 1929-1932], 6. Auflage, Bouvier, Bonn 1981, 374


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