Polwanderung

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Die Polwanderung führt zu einer Verschiebung der geographischen Lage des geographischen Nord- und Südpols, die die beiden (ideellen) Durchstoßpunkte der Erdachse sind. Die räumliche Lage der Rotationsachse der Erde bleibt dabei stabil und unverändert, abgesehen von der durch die Kreiselbewegung der Erde bedingte Präzession und Nutation.

Nicht zu verwechseln sind diese Polwanderungen mit der ein Platonisches Weltenjahr (ca. 25.920 Jahre) dauernden Kreisbewegung der Pole infolge der Präzession der Erdachse.

Daneben gibt es auch annähernd jährliche Polbewegungen, die in spiralförmigen Schwingung von einigen Metern Amplitude über die Erdoberfläche erfolgen. Dieses leichte Taumeln der Erde hat ihre geophysikalische Ursache darin, dass die Erde kein starrer Körper, sondern etwas elastisch ist, und auch keine ideale Kugelform hat, wodurch die Erdachse nicht exakt mit der Hauptträgheitsachse zusammenfällt. Dabei spielen auch jahreszeitliche Faktoren wie Vereisung oder Blätterfall eine messbare Rolle.

Ein wieder ganz anderes Phänomen sind die sog. Polsprünge, bei denen sich sprunghaft innerhalb geologisch kurzer Zeiträume von weniger als 1000 Jahren das Erdmagnetfeld umpolt. Während der Umpolung bricht das Erdmagnetfeld vollständig zusammen und baut sich danach wieder in umgekehrter Richtung auf. Solche Polsprünge sind in den letzten 400 Millionen Jahren viele hundert Male geschehen. Die magnetischen Pole sind auch abseits dieser Polsprünge nicht ortsfest, sondern verschieben sich relativ rasch. So wandert etwa der magnetische Nordpol derzeit etwa 90 Meter pro Tag in Richtung Nord-Nordwest - das sind immerhin ca. 30 Kilometer pro Jahr.

Echte geographische Polwanderungen können einerseits auf einer nur oberflächlichen Verschiebung der Lithosphärenplatten relativ zu den Polen beruhen, anderseits aber auch mit großen Massenverschiebungen im Erdinneren zusammenhängen, die zu einer Verlagerung der Hauptträgheitsachse der Erde führen. In diesem Fall kippt die die ganze Erde bezogen auf ihre Rotationsachse.

Dass es Polwanderungen gibt, hat man schon vor gut 150 Jahren aus astronomischen Daten erschlossen. Derzeit bewegt sich der Nordpol um etwa 10–12 Meter pro Jahrhundert ungefähr in Richtung 80° West. Vor etwa 800 Millionen Jahren soll es nach neueren Forschungen mehrere wesentliche größere Verschiebungen um mehr als 50° gegeben haben[1][2]. Landflächen, die in den Polarregionen lagen, wanderten dadurch in einem Zeitraum von nur 5 bis 20 Millionen Jahren in die gegend der Tropen. Diese Verschiebung ist 10 - 100 Mal schneller als die Kontinentaldrift durch die Plattentektonik[3]. Vor 250 - 220 Millionen Jahren soll eine Polwanderung um etwa 18° stattgefunden haben und vor 195-145 Millionen Jahren eine genau gegenläufige Bewegung um den gleichen Winkel. Weiters wird von einer Polwanderung vor 145-135 Millionen Jahren um 10° und von einer wieder exakt gegenläufigen Wanderung um den gleichen Winkel vor 110-100  Millionen Jahren berichtet[4].

Auch Rudolf Steiner hat aus seinen geisteswissenschaftlichen Forschungen auf Verlagerungen des Erdkörpers relativ zur Erdachse und auf ihren Zusammenhang mit der Menschheitsentwicklung hingewiesen.

„Die Einzelkräfte erschöpfen sich, wenn sie spezielle Formen annehmen. Die Kraft geht in die Form hinein, in immer stärkere Dichtigkeit, und darum mußte das Leben in der lemurischen Rasse einen neuen Einschlag erhalten, was durch eine Umdrehung der Erdkugel bewirkt wurde. Die Erdachse wurde allmählich umgedreht. Früher war am Nordpol Tropenklima, später kam durch die Umdrehung der Erdachse das Tropenklima in die Mitte. Diese Umkehr ging mit verhältnismäßiger Raschheit vor sich, dauerte aber doch vielleicht vier Millionen Jahre. Die lemurische Zeit war vor zweiundzwanzig Millionen Jahren. Vier Millionen Jahre brauchten die Mondpitris, um die Achse umzudrehen. Die Intelligenz der Mondpitris war damals schon viel weiter entwickelt als diejenige der heutigen Menschen.“ (Lit.:GA 93a, S. 185)

„Da, wo die Sonne den geringsten Einfluß hatte, entwickelten sich die Menschen so, daß sie im Grunde genommen über weite Gebiete hin einer wie der andere aussahen. Denn von denjenigen Wesenheiten, die da nicht herunterstiegen und noch ätherisch waren, von denen gehörte immer eine ätherische Wesenheit zu vielen da unten. Es waren Gruppenseelen da oben, während die Seelen um den Äquator herum viel mehr Individualseelen waren, viel mehr jede einzelne in ihrem Leibe war. Also im denkbar höchsten Grade standen die Bewohner derjenigen Gegenden, die wir heute um den Nordpol herum sehen, in der lemurischen Zeit im Zeichen der Gruppenseelenhaftigkeit. Eine ganze Anzahl von Menschen sah hinauf zu ihrer Gruppenseele. Und wenn wir diese Gruppenseelen als Seelen betrachten, so waren sie viel höher entwickelt als die Seelen, die in der lemurischen Zeit in den Äquatorgegenden hineinzogen in die physischen Leiber. Wir können also sagen: Um den Nordpol wohnte eine Bevölkerung, die wir eigentlich, wie in einer Art Paradies, in den Luftregionen zu suchen haben, die noch nicht heruntergestiegen war bis zur Erde. Was wir so begriffen haben als etwas, das wie eine notwendige Folge erscheint von dem, was wir früher schon kennengelernt haben, vergleichen Sie das jetzt mit dem, was Ihnen da oder dort in der theosophischen Literatur entgegentritt: daß jene höheren Wesenheiten, die einst die Lehrer der Menschheit waren, hinuntergestiegen sind aus einer kalten nördlichen Region! Wir haben sie jetzt förmlich gefunden, die Gruppenseelen um den Nordpol herum. Wollten sie Lehrer werden derer, die geringere Seelen waren und mehr in die physischen Leiber hineingingen, so mußten sie auch mehr hinuntersteigen und in ihrem Ätherleibe dem hellseherischen Vermögen der lemurischen Zeit entgegentreten, oder sie mußten eben durch ein Opfer die physische Menschengestalt der lemurischen Bevölkerung annehmen.

Wenn wir eine Reise gemacht hätten in der lemurischen Zeit vom Äquator nach dem Nordpol hin, so würden wir eine Vergeistigung der Erdenbevölkerung gefunden haben. Wir können in dieser Zeit gleichsam zwischen einer zweifachen Bevölkerung unterscheiden: einer noch geistig gebliebenen Art, der im Grunde ihre irdische Leiblichkeit nur wie ein Zusatz zu ihrer geistigen Wesenheit erschien und einer anderen, schon ins Materielle, ins Physische hinuntergegangenen Bevölkerung. Was wäre geschehen, wenn nun keine Veränderung innerhalb der Erdenentwickelung eingetreten wäre? Dann hätten überhaupt die besten der Seelen der polarischen Länder nicht hineinsteigen können in eine physische Körperlichkeit. Und auf der anderen Seite wäre sozusagen die Bevölkerung um den Äquator herum mehr oder weniger dem Untergange verfallen. Weil sie zu früh in eine physische Leiblichkeit hinuntergestiegen war, verfiel sie ja gerade in jene Laster und Untugenden, die zum Untergange von Lemurien geführt haben. Und die Folge war, daß der beste Teil der Bevölkerung auswanderte in jene Gegenden, die zwischen dem Äquator und den nördlichen Ländern lagen. Denn in den lemurischen Zeiten haben wir die zukunftssichersten Glieder der Menschheit in den Zwischenländern zwischen dem Äquator und dem Nordpol. Gerade am besten entwickelten sich die Menschenleiber, die dann wieder Träger werden konnten der besten Menschenseelen, in jenen Gegenden der alten Atlantis, die in der heute sogenannten gemäßigten Zone lagen.“ (Lit.:GA 107, S. 282f)

Siehe auch

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Grundelemente der Esoterik, GA 93a (1987), ISBN 3-7274-0935-5 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), ISBN 3-7274-1070-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Anmerkungen

  1. Markus Becker: Unwucht im Globus. 1. September 2006. Abgerufen am 16. Februar 2010. (Spiegel-Online)
  2. Emmanuelle Arnaud et al. (Hrsg): The Geological Record of Neoproterozoic Glaciations. Geological Society, London 2011, ISBN 978-1-86239-334-9, eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche.
  3. Adam C. Maloof et al.: Combined paleomagnetic, isotopic, and stratigraphic evidence for true polar wander from the Neoproterozoic Akademikerbreen Group, Svalbard, Norway. Geological Society of America Bulletin 188, 2006, S. 1099–2014, doi:10.1130/B25892.1 (online).
  4. Bernhard Steinberger, Trond Torsvik: Absolute plate motions and true polar wander in the absence of hotspot tracks. Nature 452, 2008, S. 620–623, doi:10.1038/nature06824.