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Roscellinus

Aus AnthroWiki
(Weitergeleitet von Roscelin von Compiègne)

Johannes Roscelin von Compiègne, besser bekannt unter dem lateinischen Namen Roscellinus Compendiensis oder kurz Roscellinus; * um 1050 in Compiègne; † um 1124) war ein mittelalterlicher französischer Philosoph und Theologe aus der Zeit der Frühscholastik und der Lehrer Peter Abaelards (1079-1142).

Über Roscelins Leben ist wenig bekannt und auch seine Lehre ist nur aus den Schriften seiner Gegener bekannt, insbesondere Anselm von Canterbury (um 1033-1109). Er vertrat einen extremen Nominalismus und behauptete, dass die Allgemeinbegriffe bloße Bezeichnungen seien, nichts als ein flatus vocis, ein von der Stimme erzeugter Lufthauch. Auch die Dreieinigkeit sei lediglich ein Begriff, der ein Aggregat von drei Substanzen bezeichne. Auf Anselms Betreiben musste Roscelin diese häretische Lehre 1092 auf einer Synode in Soissons widerrufen. Anselm schrieb:

„Illi utique dialectici, qui non nisi flatum vocis putant universalis esse substantias, et qui colorem non aliud queunt intellegere quam corpus, nec sapientiam hominis aliud quam animam, prorsus a spiritualium quaestionum disputatione sunt exsufflandi.“

„Jene Logiker die der Meinung sind, es gebe keine Universalien, außer als von der Stimme erzeugter Lufthauch, und die weder eine Farbe anders verstehen können als dem Körper zugehörend, noch die Weisheit des Menschen als etwas anders als die Seele, sollen völlig von der Diskussion über spirituelle Sachen ausgeschlossen werden.“[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Anselmus: Epistola De Incarnatione Verbi. In: S. Anselmi Cantuariensis Archiepiscopi Opera omnia. Band 1: Continens Opera quae Prior et Abbas Beccensis composuit. Ad fidem Codicum recensuit Franciscus Salesius Schmitt. s. n., Seckau 1938, S. 281–290, hier S. 285.
Dieser Artikel basiert ganz oder teilweise auf einer für AnthroWiki adaptierten Fassung des Artikels Roscellinus aus der freien Enzyklopädie de.wikipedia.org und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.