Tartaros

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Tartaros (griech. Τάρταρος; latinisiert Tartarus) ist nach der griechischen Mythologie der Ort ewiger Verdammnis und unendlicher Qualen in der Unterwelt, wird aber zugleich wesenhaft aufgefasst, denn mit Gaia zeugte er den schrecklichen Typhon.

Der Tartarus der Alchemisten

Als Tartarus wurde von den Alchemisten aber auch der Weinstein bezeichnet, der chemisch hauptsächlich aus Kaliumhydrogentartrat (KC4H5O6) besteht und sich als kristalliner Bodensatz bei der längeren Lagerung von Wein bildet. Für die Alchemisten war er darum überhaupt ein Bild für alle grobstoffliche Materie. Paracelsus versteht unter den sogenannten tartarischen Erkrankungen solche, bei denen sich feste Ablagerungen im Organismus bilden, also alle Arten von Steinbildungen, wie Gallen, Blasen- und Nierensteine, Gicht und rheumatischen Erkrankungen, Gelenksleiden (Arthrose), Magengeschwüre, Gewebeverhärtungen, alle sklerotischen Erscheinungen, aber auch Hautflechten und Lungenerkrankungen wie Asthma:

"Wisset nun, was die Fässer im Körper sind. (...) Der Magen ist das erste. (...) zweitens sind die Gedärme auch Gefäße des Tartarus wegen der Schlacken. (...) ferner ist auch das ein Gefäß, was vom Magen bis zum Hals der Blase geht. Jedes Gefäß, in welchem der Harn sich halten kann, oder durch welches er geht, das gehört zu diesen Gefäßen. (...) dann in dem Gebiet der Leber, und von der Leber bis zur Niere. In allen Höhlen des ganzen Körpers kann sich der Tartarus ansetzen. (...) Dabei wisset, dass jede Ader im ganzen Körper, sie sei wo immer, ein Gefäß des Tartarus ist, aber nicht des fremden Tartarus, sondern des Blutes. Nicht nur die Adern, sondern auch die Knochen und alle Gelenke, in denen Gliedwasser liegt." (I/571)

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