Univok

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Univok (von lat. univocus „eindeutig“) ist ein Begriff bzw. eine Bezeichnung, die in verschiedenen Anwendungsfällen die gleiche Bedeutung beibehält. So ist beispielsweise die Bezeichnung „Möbelstück“ für Stühle, Tische, Schränke usw. gleichermaßen gültig, während das Wort „Bank“ ganz unterschiedliche Bedeutungen annimmt, wenn es für eine Sitzgelegenheit oder für ein Geldinstitut verwendet wird. In letzterem Fall spricht man von einer Äquivokation. Von der Univozität und der Äquivozität wird spätestens seit Aristoteles noch die Analogie unterschieden, bei der eine bestimmte Bedeutung sinngemäß auf einen anderen Daseinsbereich übertragen wird, z.B. das „Sehen mit dem Auge“ auf das „Sehen mit dem Licht des Verstandes“.

In der Philosophie und Theologie wurde seit der Antike namentlich immer wieder diskutiert, inwiefern der Begriff des „Seinsunivok, äquivok oder analog auf verschiedene Seinsbereiche bezogen werden könne. In der mittelalterlichen Scholastik sprach etwa Thomas von Aquin von der sog. „analogia entis“, die sich auf die ontologische Entsprechung zwischen Gott und der von ihm geschaffenen Welt bezieht. Thomas nahm dabei eine mittlere Position zwischen Äquivozität (absolute Verschiedenheit) und Univozität (absolute Gleichheit) ein. Im Gegensatz dazu stand Johannes Duns Scotus, der einen univoken Begriff des Seins favorisierte, der für Gott und seine Geschöpfe gleichermaßen gültig sei.